Gehäufte Nebenwirkungen: Erhöht die Keto-Diät das Risiko von Typ-2-Diabetes?

Wie wirkt sich die Keto-Diät auf Typ-2-Diabetes aus?

Eine sogenannte Keto-Diät umfasst sehr niedrige Mengen an Kohlehydraten und eine hohe Fettaufnahme. Eigentlich sollen Menschen durch diese Ernährungsweise einfach an Gewicht abnehmen, scheinbar hat die Keto-Diät aber auch einen entscheidenden Nachteil. Forscher fanden jetzt heraus, dass die Keto-Diät ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes verursachen kann.


Die Wissenschaftler der ETH Zürich und der Universitätskinderklinik Zürich stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass wenn Menschen eine Keto-Diät machen, sie dadurch ihr Risiko für die Entstehung von Typ-2-Diabetes erhöhen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Journal of Physiology“.

Immer mehr Menschen auf der Welt erkranken an Typ-2-Diabetes. Eine sogenannte Keto-Diät scheint die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Typ-2-Diabetes zu verstärken. (Bild: PhotographyByMK/fotolia.com)

Typ-2-Diabetes verursacht große Kosten

In der letzten Zeit gab es immer wieder Aussagen über die positive Wirkung der Keto-Diät. Experten haben jetzt aber herausgefunden, dass eine solche Ernährung gefährliche Folgen für die Betroffenen haben kann. Sie kann scheinbar das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen. Typ-2-Diabetes ist eine zunehmende Herausforderung für die moderne Gesellschaft, weil immer mehr Menschen an Diabetes erkranken und dadurch immer größere Kosten für das Gesundheitssystem entstehen.

Warum erhöht die Keto-Diät das Risiko für Diabetes?

Die Keto-Diät wurde so benannt, weil sie den Körper in einen metabolischen Zustand versetzt, in dem er durch die Metabolisierung von Fett und nicht durch Glykolyse angetrieben wird. Eine Nebenwirkung von ketogenen Diäten ist, dass eine solche Ernährung den Prozess zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels behindert und eine Insulinresistenz erzeugt. Wenn die Leber aber nicht in der Lage ist, auf normale Insulinspiegel zu reagieren, um den Blutzucker zu kontrollieren, könnte dies ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes auslösen, erklären die Wissenschaftler.

Weitere Forschung ist nötig

Diabetes ist eines der größten Gesundheitsprobleme, sagt Studienautor Christian Wolfrum von der ETH Zürich. Obwohl bekannt ist, dass ketogene Diäten gesund sind, weisen die Ergebnisse darauf hin, dass bei dieser Art von Diät möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine Insulinresistenz besteht, die zu Typ-2-Diabetes führen kann. Der nächste Schritt bestehe nun darin, zu versuchen, den Mechanismus für diesen Effekt zu identifizieren und zu untersuchen, ob es sich um eine physiologische Anpassung handelt.

Einschränkung der Ernährung kann Probleme verursachen

Die Hypothese ist, dass wenn Fettsäuren metabolisiert werden, ihre Produkte eine wichtige Signalfunktion im Gehirn haben. Diese Studie erinnert daran, dass jede extreme Einschränkung der Ernährung unvorhergesehene Probleme verursachen kann. Menschen profitieren von einer großen Vielfalt an Nahrungsmitteln und die Einschränkung einer einzigen Gruppe dieser Nahrungsmittel wird normalerweise langfristig Probleme bereiten.

Kohlenhydratreduzierte Diäten wirken sich auf die Darmgesundheit aus

Viele Menschen machen kohlenhydratreduzierte Diäten, welche die Aufnahme von Pflanzen und Ballaststoffen einschränken, was sich negativ auf die Darmgesundheit auswirkt. Extreme Diäten führen zu verschiedenen Risiken, aber es gibt noch wenig Daten über ihre langfristigen Auswirkungen, so das Fazit der Experten. (as)