Verzicht auf Fleisch: Leben Vegetarierer wirklich länger? Studie überrascht

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Wie beeinflusst die Ernährung das Risiko für Schlaganfälle?

Eine neue Studie der University of Oxford zeigte überraschende Ergebnisse. Zwar kann die vegetarische und vegane Ernährung das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant senken, allerdings auch das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, steigern. Die Forscher vermuten dahinter Vitaminmangel-Erscheinungen, der allerdings ausgeglichen werden könnte.


Bei der aktuellen Untersuchung der University of Oxford wurde festgestellt, dass eine vegetarische oder vegane Ernährung das Schlaganfallrisiko zu erhöhen scheint. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „The British Medical Journal“ (BMJ) publiziert.

Eine vegane oder vegetarische Ernährung scheint das Risiko für einen Schlaganfall zu erhöhen. (Bild: minoandriani/fotolia.com)

Daten von mehr als 48.000 Menschen wurden ausgewertet

Das festgestellte erhöhte Schlaganfallrisiko könnte zum Teil auf einen Mangel an Vitaminen zurückzuführen sein, vermuten die Forschenden. Für die Untersuchung wurden die Daten von mehr als 48.000 Personen anaylsiert, bei denen in der Vergangenheit keine Herzkrankheiten oder Schlaganfälle aufgetreten waren und die in drei Gruppen eingeteilt wurden: Fleischesser, Vegetarier und Veganer sowie Menschen, welche zwar kein Fleisch essen, dafür aber Fisch konsumieren (Pescetarier).

Geringeres Risiko für Herzerkrankungen durch bestimmte Ernährung

Nach 18 Jahren zeigten die Daten, dass es 2.820 Fälle von Herzerkrankungen und 1.072 Fälle von Schlaganfällen unter den Teilnehmenden gab. Sobald die Ergebnisse angepasst wurden, verzeichneten die sogenannten Pescetarier ein um 13 Prozent geringeres Risiko für Herzerkrankungen, verglichen mit Fleisch essenden Menschen. Bei Menschen, die sich pflanzlich ernährten, war das Risiko um 22 Prozent reduziert. Es konnten bei Fischessern und Vegetariern niedrigere Raten an ischämischen Herzerkrankungen als bei Fleischessern beobachtet werden. Dies war zumindest teilweise auf einen niedrigeren Body-Mass-Index und niedrigere Raten an Bluthochdruck, hohem Blutcholesterin und Diabetes zurückzuführen.

Schlaganfallrate war um 20 Prozent erhöht

Trotz des verringerten Risikos für Herzerkrankungen war die Schlaganfallrate bei Nichtfleisch- und Fischessern 20 Prozent höher als bei Fleischessern. Dies könnte eventuell auf geringere Mengen an Vitaminen zurückzuführen sein, die von Nichtfleischessern konsumiert werden, so die Forschenden. Weitere Studien seien jetzt erforderlich, um die verantwortlichen Ernährungsfaktoren zu ermitteln und herauszufinden, ob ein niedriger Cholesterinspiegel im Blut bei Vegetariern und Veganern eine Rolle spielen könnte. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Risks of ischaemic heart disease and stroke in meat eaters, fish eaters, and vegetarians over 18 years of follow-up: results from the prospective EPIC-Oxford study, in The British Medical Journal (Abfrage: 05.09.2019), BMJ

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.