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ADHS: Inhaltsstoffe aus Kaffee & Tee helfen

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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29. Juni 2026
in News
Jugendliche mit ADHS könnten von der kombinierten L-Theanin- und Koffein-Einnahme deutlich profitieren. (Bild: Alexander Zhiltsov/Stock.Adobe.com)
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Bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) kann die kombinierte Einnahme von L-Theanin, einer in Tee enthaltenen Aminosäure, und Koffein, das in Tee und Kaffee vorkommt, einen wichtigen Beitrag zur Behandlung leisten.

Wie die Kombination auf L-Theanin und Koffein die selektive Aufmerksamkeit bei Jugendlichen mit ADHS beeinflusst, hat ein Forschungsteam aus Sri Lanka in einer aktuellen Studie untersucht. Die vielversprechenden Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Nutritional Neuroscience“ veröffentlicht.

Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte

  • L-Theanin (einer Aminosäure aus Tee) und Koffein (aus Tee und Kaffee) können die Aufmerksamkeit von Jugendlichen mit ADHS deutlich verbessern.
  • Die Kombination der beiden Wirkstoffe verringert die Fehlalarme im Gehirn und verbessert die Reaktionsgeschwindigkeit.
  • L-Theanin und Koffein steigern die effiziente Nutzung neuronaler Ressourcen und fördern die selektive Aufmerksamkeit im Gehirn.
  • Die Wirkung gegen ADHS ist in wesentlichen Bereichen mit dem Medikament Methylphenidat vergleichbar.

ADHS relativ weit verbreitet

Wie die Bezeichnung „Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung“ bereits erahnen lässt, sind neben erhöhter Impulsivität und Hyperaktivität auch Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit ein wesentlicher Teil des Beschwerdebildes.

Typischerweise tritt ADHS bereits in der Kindheit auf, wobei hierzulande etwa fünf Prozent der Heranwachsenden eine entsprechende Diagnose erhalten. Zwar lässt die Symptomatik mit zunehmendem Alter oft nach, aber auch Erwachsene leiden durchaus noch an ADHS.

Neben psychotherapeutischen Maßnahmen wie beispielsweise Verhaltenstherapien können Medikamente mit dem Wirkstoff Methylphenidat oder alternativ mit Atomoxetin, Dexamphetamin, Guanfacin und Lisdexamfetamin zur Anwendung kommen, wobei hier allerdings entsprechende Nebenwirkungen drohen.

Suche nach natürlichen Wirkstoffen

Hilfreiche natürliche Ansätze, die einen Beitrag zur ADHS-Therapie leisten können, bleiben daher weiterhin dringend gesucht. Inwiefern die Kombination aus L-Theanin und Koffein hier eine Option bietet, überprüften die Forschenden nun in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie.

Insgesamt 21 Jugendliche mit ADHS (18 Jungen) erhielten dafür an drei separaten Tagen jeweils entweder eine Placebo, Methylphenidat oder eine hohe Dosis L-Theanin und Koffein. Vor und 50 Minuten nach der jeweiligen Behandlung absolvierten sie Tests zur visuellen Erkennung und zur Reaktionszeitmessung.

Zudem wurde während der Test eine Elektroenzephalographie durchgeführt, um die Aktivität im Gehirn zu und die Veränderungen nach der L-Theanin.Koffein-Behandlung zu ermitteln.

Deutliche Verbesserungen nachweisbar

Sowohl die L-Theanin-Koffein-Kombination als auch Methylphenidat führten bei den Tests im Vergleich zu dem Placebo zu einer signifikanten Reduktion der Fehlalarme und einer Verbesserung der Reaktionszeit, berichtet das Team.

Auch wirkten beide Behandlungen einer im Verlauf der Aufgabenbearbeitung auftretenden Verlangsamung der Reaktionszeit entgegen, so die Forschenden weiter.

Insgesamt zeige die Studie, dass die hochdosierte Kombination aus L-Theanin und Koffein die neuronale Ressourcenallokation sowie die Schnelligkeit des Einsatzes selektiver Aufmerksamkeit bei Jugendlichen mit ADHS steigern kann. Auch werde die Reaktionsgeschwindigkeit aufrechterhalten und die Rate an Fehlalarmen im Gehirn verringert.

Neuer Ansatz zur begleitenden ADHS-Therapie

So verdeutlichen die Studienergebnisse das Potenzial von L-Theanin und Koffein als ergänzendes Nutrazeutikum bei ADHS, wobei nun allerdings weitere Studien erforderlich bleiben, um die Ergebnisse zu überprüfen und mögliche nachteilige Effekte der längerfristigen Einnahme zu ermitteln. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Gayani S. Nawarathna, Dewasmika I. Ariyasinghe, Nilantha Balasooriya, Anshu Fernando, Tharaka L. Dassanayake: Effects of L-theanine-caffeine combination on selective attention among adolescents with attention-deficit hyperactivity disorder: a double-blind, placebo-controlled, crossover study; in: Nutritional Neuroscience (veröffentlicht 07.05.2026), tandfonline.com
  • Bundesministerium für Gesundheit: ADHS (Stand 12.05.2026), gesund.bund.de

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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