Alkoholkonsum von Männern erhöht Geburtsfehler-Risiko beim Nachwuchs

Frau lehnt Glas Wein ab

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen ansehen

Warum Männer mit Kinderwunsch keinen Alkohol trinken sollten

Männer sollen keinen Alkohol trinken, wenn sie vorhaben, ein Kind zu zeugen. Denn der Alkoholkonsum der Väter vor der Zeugung erhöht das Risiko, dass Babys mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt kommen.


Bei der aktuellen Untersuchung der Central South University, Changsha in China wurde jetzt festgestellt, dass werdende Väter dringend den Konsum von Alkohol langfristig vor der Befruchtung einstellen sollten, um so schwerwiegende Geburtsfehler bei ihrem Nachwuchs zu verhindern. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „European Journal of Preventive Cardiology“ veröffentlicht.

Frau lehnt Glas Wein ab
Generell sollten Männer bei einer geplanten Zeugung möglichst mindestens sechs Monate zuvor den Alkoholkonsum einstellen, um so mögliche angeborene Herzfehler bei den Babys zu verhindern. (Bild: Brian Jackson/fotolia.com)

Bei Kinderwunsch auf Alkohol verzichten

Der Alkoholkonsum während der Schwangerschaft wurde bereits vor langer Zeit mit angeborenen Defekten und Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen in Verbindung gebracht. Die neue Studie hat jetzt auch einen Zusammenhang zwischen den angeborenen Herzfehlern von Babys und dem Trinken der zukünftigen Eltern vor der Empfängnis aufgedeckt.

Risiko für Herzfehler erhöhte sich um bis zu 52 Prozent

Wenn werdende Väter in den drei Monaten vor der Empfängnis Alkohol zu sich nahmen, erhöhte sich das Risiko der Babys, mit einem angeborenen Herzfehler zu Welt zu kommen, um 44 Prozent. Wenn die zukünftigen Väter starke Trinker waren, was so definiert wurde, dass betroffene Männer regelmäßig fünf oder mehr alkoholische Getränke hintereinander zu sich nahmen, war das Risiko für einen angeborenen Herzfehler bei Babys sogar um 52 Prozent erhöht.

Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass die Alkoholbelastung die DNA bei der Entwicklung von Spermien und die Spermienaktivität selber verändert, obwohl die zugrunde liegenden Mechanismen noch nicht bekannt sind. Da es sich bei der aktuellen Untersuchung um eine Meta-Analyse handelte, welche die Ergebnisse bereits bestehender Studien zu diesem Thema überprüft, konnte auch hier lediglich ein Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und Geburtsschäden festgestellt, aber nicht die Ursache identifiziert werden.

Wie wirkte es sich aus, wenn Frauen vor der Empfängnis tranken?

Wenn Mütter vor der Empfängnis Alkohol tranken, erhöhte dies das Risiko für angeborene Herzfehler bei den Babys um 16 Prozent.

Wann sollte man bei geplanter Schwangerschaft aufhören zu trinken?

Natürlich ist es häufig schwer bis unmöglich vorherzusagen, wann genau eine Schwangerschaft eintritt. Um sicher zu sein, sollten Männer aber bei einer geplanten Zeugung mindestens sechs Monate vor der Befruchtung keinen Alkohol konsumieren, während Frauen bereits ein Jahr vor der Befruchtung aufhören sollten, Alkohol zu trinken. Natürlich ist auch während der Schwangerschaft der Konsum von Alkohol unbedingt zu vermeiden. Frühere Studien, welche sich mit dem Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum vor der Empfängnis und angeborenen Herzerkrankungen befassten, hatten sich auf werdende Mütter konzentriert, mit teilweise gemischten Ergebnissen. Bei der aktuellen Untersuchung handelt es sich um die erste Meta-Analyse, welche die Rolle des väterlichen Alkoholkonsums vor der Empfängnis untersucht. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Senmao Zhang, Lesan Wang, Tubao Yang, Lizhang Chen, Lijuan Zhao et al.: Parental alcohol consumption and the risk of congenital heart diseases in offspring: An updated systematic review and meta-analysis, in European Journal of Preventive Cardiology (Abfrage: 04.10.2019), European Journal of Preventive Cardiology

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.