Asthma: Ist ein bestimmtes Protein Auslöser der Anfälle?

Asthmaanfälle maßgeblich durch ein bestimmtes Protein gesteuert

Bei Asthma-Erkrankungen stellen vor allem die akuten Anfälle ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. An deren Entstehung ist bei allergischem Asthma ein spezielles Protein maßgeblich beteiligt – das Interleukin 33 (IL-33), so das Ergebnis einer aktuellen Studie französischer Wissenschaftler . Diese Erkenntnis könnte auch neue Ansätze zur Asthma-Behandlung eröffnen.

  • Protein IL-33 Auslöser der Asthma-Anfälle.
  • IL-33 zerfällt in überaktive Fragmente, welche verschiedene Kettenreaktionen in Gang setzen.
  • Blockade des Proteins könnte zur Behandlung eingesetzt werden.

Das Forschungsteam des Centre national de la recherche scientifique (CNRS) und des Institut national de la santé et de la recherche médicale (INSERM) konnte nachweisen, dass allergisches Asthma durch die Überfunktion des Proteins IL-33 ausgelöst wird, berichtet die Wissenschaftliche Abteilung der Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland von den Studienergebnissen. Veröffentlicht wurde die Studie in dem Fachmagazin „Nature Immunology“.

Das Protein IL-33 ist maßgeblich beteiligt am Auftreten akuter Anfälle bei allergischem Asthma. (Bild: PIC4U/fotolia.com)

Allergisches Asthma häufigste Form der Erkrankung

Allergisches Asthma ist die häufigste Form von Asthma bronchiale und Betroffene erleiden nach Kontakt mit Allergenen wie Milben, Pollen oder Schimmelpilzen einen akuten Asthmaanfall. Gelangen die Allergene in die Atemwege, setzen sie Enzyme (die sogenannten Proteasen) frei, erläutern die Experten die Grundlage der allergischen Reaktion. Die Wissenschaftler der Universität Paul-Sabatier in Toulouse unter der Federführung des CNRS und des INSERM konnten jetzt einen Mechanismus identifizieren, der die Auslösung des Asthmaanfalls erklärt.

Protein IL-33 setzt Kettenreaktionen in Gang

Die Forscher wiesen in ihren Untersuchungen nach, dass das Protein IL-33 bei Kontakt mit den Proteasen in überaktive Fragmente zerfällt, welche anschließend eine Reihe von Kettenreaktionen auslösen, die ihrerseits für das Auftreten der allergischen Symptome verantwortlich sind. Bei den Versuchen habe das IL-33 auf 14 gängige Allergene reagiert, berichten die Forscher. Darunter seien verschiedene Pollenarten, Milben, Pilzsporen und chemische Produkte gewesen, welche in bestimmten Arbeitsbereichen verstärkt genutzt werden wie zum Beispiel Subtilisin, das in einigen Reinigungsmitteln vorkomme.

Hoffnung auf neue Behandlungsansätze

In weiteren Untersuchungen gilt es nun zu klären, ob das Protein auch neue Ansätze zur Asthma-Behandlung eröffnet. In einem nächsten Schritt planen die Forscher die Überfunktion des IL-33 zu blockieren, um schwere Asthmaanfälle zu verhindern. Sollte dies gelingen, könnte hiermit allergisches Asthma in Zukunft möglicherweise deutlich besser kontrolliert werden. (fp)