Ausgewertet: Diese Ernährung bietet Schutz vor Depressionen – andere Formen lösen sie aus

Volker Blasek

Mediterrane Ernährung kann bei Depressionen helfen

Eine mediterrane Diät oder ein mediterraner Ernährungsstil kann gegen Depressionen helfen oder diese sogar verhindern. Im Gegensatz dazu geht ein Ernährungsstil, der reich an gesättigten Fettsäuren, Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln ist, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Depressionen einher. Dies sind die Ergebnisse eines internationalen Forscherteams unter der Leitung des University College London (UCL).


Wer viel Fast Food und Süßigkeiten isst, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken. Dagegen kann der Verzehr von Obst, Gemüse, Nüssen, pflanzlichen Nahrungsmitteln und Fisch, wie es beispielsweise bei der mediterranen Ernährungsweise der Fall ist, vor einer Depression schützen oder gegen das psychische Leiden helfen. Zu diesen Ergebnissen gelangen Forschende um Dr. Camille Lassale. Die Studie wurde kürzlich in dem Fachjournal „Molecular Psychiatry“ publiziert.

In einer neuen Studie zeigte sich, dass Personen, die sich mediterran ernähren, deutlich weniger von Depressionen bedroht sind. Die Forschenden schlagen daher vor, eine Ernährungsberatung in die Depressionstherapie zu integrieren. (Bild: kab-vision/fotolia.com)

Fast Food fördert Depressionen

Wie die Forschenden berichten, ist eine fettreiche und zuckerreiche Ernährung, die durch viele Fast-Food- und Fertiggerichte geprägt ist, mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Depressionen verbunden. Umgekehrt können Obst, Gemüse, pflanzliche Produkte und Fisch dazu beitragen, diese zu verhindern oder abzuschwächen. „Es gibt überzeugende Beweise dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen der Ernährungsqualität und der psychischen Gesundheit gibt“, erläutert die leitende Autorin Dr. Camille Lassale von der Abteilung für Epidemiologie und öffentliche Gesundheit am UCL.

Du bist, was du isst

Nach Angaben der Wissenschaftler gehen die Auswirkungen der Ernährung über den Einfluss auf das Körpermaß und auf die körperliche Gesundheit hinaus. Ernährung könne auch die allgemeine Stimmung massiv beeinflussen. „Wir haben die Ergebnisse aus einer großen Anzahl von Studien zusammengefasst und wir konnten ein klares Muster erkennen“, berichtet die Expertin. Eine gesunde, pflanzenreiche und entzündungshemmende Ernährung könne bei der Prävention von Depressionen helfen.

Daten aus 41 Studien analysiert

Die Forschenden analysierten Daten aus 41 Studien, darunter vier, die den direkten Zusammenhang zwischen einer traditionellen mediterranen Ernährung und der psychischen Gesundheit bei rund 36.500 Personen untersuchten. Den Ergebnissen zufolge hatten Menschen, die sich an eine mediterrane Ernährung hielten, ein um 33 Prozent geringeres Risiko innerhalb der nächsten acht bis zwölf Jahren eine Depression zu entwickeln, verglichen mit denen, die sich eher ungesund ernährten.

Entzündungshemmende Lebensmittel schützen vor Depressionen

Fünf der untersuchten Studien beschäftigten sich mit den Auswirkungen von entzündungsfördernden Nahrungsmitteln auf die psychische Gesundheit. Insgesamt wurden Daten von rund 33.000 Teilnehmenden ausgewertet. Aus der Analyse ging hervor, dass eine Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren, Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln das Risiko, eine Depression zu entwickeln, um ein Viertel senkt. „Eine entzündungsfördernde Ernährungsweise kann eine systemische Entzündung auslösen, und dies kann das Risiko für eine Depression direkt erhöhen“, resümiert Dr. Camille Lassale.

Ernährung als Therapie gegen Depressionen

„Es gibt jetzt starke Argumente, die Ernährung als Teil der Behandlung bei psychischen Erkrankungen einzusetzen“, ergänzt Co-Autorin Tasnime Akbaraly. Ihrer Meinung nach sollte eine Ernährungsberatung als routinemäßige Ergänzung einer Depressionstherapie eingeführt werden. Dies sei sowohl auf der Ebene der Patienten als auch auf der Ebene des öffentlichen Gesundheitswesens von Bedeutung.

Schlechte Ernährung als zunehmendes Gesundheitsproblem

„Schlechte Ernährung gilt mittlerweile als Hauptursache für frühzeitigen Tod in Ländern mit mittlerem und hohem Einkommen“, so Akbaraly. Gleichzeitig seien psychischen Störungen die Hauptursache für Behinderungen. Eine bessere Aufklärung über die Folgen ungesunder Ernährung könne nicht nur der allgemeine Körperliche Gesundheit dienen, sondern auch der geistigen, so das Resümee der Forschenden. (vb)