Babys von älteren Vätern haben häufiger gesundheitliche Probleme

Alexander Stindt

Wie groß ist der Einfluss des Alters von Vätern auf die Gesundheit ihrer Babys?

Hat das Alter eines Vaters einen Einfluss auf die Gesundheit von Babys? Forscher fanden jetzt heraus, dass Babys von älteren Vätern tendenziell mehr medizinische Probleme haben, als Babys von jüngeren Männern.


Die Wissenschaftler der Stanford University stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Babys von älteren Vätern häufiger gesundheitliche Probleme aufweisen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „British Medical Journal“ (BMJ).

Hat das Alter von Vätern einen Einfluss auf die Gesundheit ihrer Babys? (gradt/fotolia.com)

Welche gesundheitlichen Risiken waren erhöht?

Für ihre Studie untersuchten die Experten der Stanford University zwischen dem Jahr 2007 und dem Jahr 2016 verschiedene Gesundheitsprotokolle, die mit allen Lebendgeburten in Verbindung standen. Die Daten umfassten dabei Aufzeichnungen von 40 Millionen Babys. Die Auswertung ergab, dass Kinder, die von Vätern im Alter über 45 Jahren gezeugt wurden, ein um 14 Prozent höheres Risiko für Frühgeburten, ein niedriges Geburtsgewicht und den Aufenthalt auf der Neugeborenen-Intensivstation als Kindern hatten, verglichen mit Kindern von jüngeren Vätern.

Erhöhtes Risiko für Krampfanfälle festgestellt

Wenn Kinder von Vätern im Alter über 45 Jahren gezeugt werden, weisen sie im Apgar-Gesundheitstest für Neugeborene einen niedrigeren Wert auf, zusätzlich hatten sie eine um 18 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit Krampfanfälle zu erleiden, verglichen mit Säuglingen von Vätern im Alter von 25 bis 34 Jahren. Bei Frauen war das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes erhöht, wenn sie Kinder mit älteren Männern hatten.

Weitere Auswirkungen für Babys von älteren Vätern

Die erhöhten Risiken waren zwar nur relativ gering, Paare sollten bei der Familienplanung das Alter des Vaters dennoch nicht ignorieren, erklärt Studienautor Professor Michael Eisenberg von der Stanford University School of Medicine. Nachdem das Alter der Mutter und andere Faktoren wie die Bildung und das Rauchen mit ausgewertet wurden, stellten die Wissenschaftler fest, dass Kinder von Männern ab einem Alter von 45 Jahren, im Durchschnitt rund einen Tag früher geboren wurden. Betroffene Kinder waren etwa 20 g leichter, verglichen mit Kindern von jüngeren Vätern.

Eltern bekommen immer später Kinder

Wichtig waren die Auswirkungen der geringfügigen Zunahme der Gesundheitsrisiken bei den betroffenen Kindern, weil das Alter von Eltern in der heutigen Zeit immer weiter ansteigt. Beispielsweise ist in England und Wales das Durchschnittsalter der Erstväter in den letzten 40 Jahren um etwa ein Jahr pro Jahrzehnt angestiegen.

Ist die DNA von älteren Vätern die Erklärung für die Probleme?

Professor Eisenberg und seine Kollegen vermuten, dass Veränderungen in der DNA älterer Männer ihre Ergebnisse erklären könnten. Die Sorge wird durch frühere Arbeiten gestützt, darunter eine Harvard-Studie aus dem letzten Jahr, in der festgestellt wurde, dass die Erfolgsquoten bei Geburten durch IVF (Künstliche Befruchtung im Labor) mit zunehmendem Alter der Väter zurückgegangen sind.

Weitere Erklärungen für die festgestellten Auswirkungen

Kritiker der Untersuchung warnten in einem Kommentar zu der Studie davor, dass die Schädigung der DNA im Sperma älterer Männer nur eine mögliche Erklärung für die Auswirkungen sei. Studien hätten gezeigt, dass das fortgeschrittene Alter von Patienten mit negativem Gesundheitsverhalten wie Rauchen und häufigem Alkoholkonsum, Fettleibigkeit, chronischen Erkrankungen, psychischen Erkrankungen und Fertilität einhergeht, schreibt die Autorin Professor Hilary Brown von der University of Toronto Scarborough. Diese Faktoren hängen alle mit Gesundheitsproblemen bei Neugeborenen zusammen. (as)