Bluthochdruck: Richtig Saunieren kann hohen Blutdruck wieder stabiliseren

Sebastian Bertram

Saunieren kann den Blutdruck senken

Eine finnische Studie zeigte, dass regelmäßige Sauna-Besuche dazu führen können, dass sich der Blutdruck stabilisiert. An der Studie beteiligten sich 1600 männliche Probanden. Die Untersuchung wurde von der Universität Kuopio durchgeführt. Bluthochdruckpatienten sollten jedoch zuvor ihren Hausarzt oder Kardiologen befragen.

Halbiertes Risiko

Männer, die vier- bis siebenmal die Woche in die Sauna gingen, litten nur halb so oft an erhöhtem Blutdruck wie diejenigen, die nur einmal die Woche in die Sauna gingen.

Wer häufig in die Sauna geht, verhindert damit zu hohen Blutdruck. (Bild:nd3000/fotolia.com)

Langzeitstudie

Es handelt sich um eine Langzeitstudie. Die Wissenschaftler sammelten die Daten über 22 Jahre hinweg. So ließ sich ein genaues Ergebnis erstellen. Je seltener jemand in die Sauna ging, umso höher sein Blutdruck. Wer zwei- bis dreimal pro Woche in die Sauna ging, verringerte das Risiko immerhin um 24 %.

Woher kommt der niedrigere Blutdruck?

Die Forscher erklären den Zusammenhang zwischen Saunieren und niedrigerem Blutdruck: Die Sauna erhöht die Temperatur des Körpers um zwei Grad, dadurch erweitern sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Zusätzlich verlieren die regelmäßig Saunierenden Flüssigkeit, und das senkt ebenfalls den Blutdruck. Außerdem würden Saunagänge entspannen und so den Herzkreislauf entlasten.

Saunieren fördert die Gesundheit

Je nach Verträglichkeit sollten ein bis drei Saunagänge mit einer Dauer von jeweils acht bis 15 Minuten erfolgen. Zwischen den einzelnen Gängen sind ein kurzer Frischluftaufenthalt, eine Kaltwasseranwendung und eventuell ein warmes Fußbad angenehm. Auch eine 15- bis 20-minütige Nachruhe tut gut. Wenn man diese Faustregeln beachtet, dann ist Saunieren eine optimale Ergänzung nach dem Sport und fördert die Gesundheit.

Saunieren hilft nicht jedem

Allerdings ist die Sauna nicht für alle Menschen geeignet. Bei einer Erkältung sollten Sie nicht in die Sauna gehen, auch nicht mit frischen Wunden oder wenn Sie an Alkoholismus leiden.

Vorsicht bei Herzpatienten

Bei bestimmten Erkrankungen sollten Patienten auf Saunagänge verzichten. So sollten etwa Rheuma-Patienten nur in entzündungsfreien Phasen saunieren und Epileptiker ganz verzichten, da durch das Saunieren Krampfanfälle ausgelöst werden könnten. Auch Personen mit starken Krampfadern und anderen venösen Gefäßerkrankungen sollten vorsichtig sein und bestimmte Verhaltensregeln einhalten, wie etwa, die Beine nach Möglichkeit hochlegen. Ganz besonders bei Herz-Kreislauf- oder Gefäßerkrankungen wie zum Beispiel der koronaren Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen (Herzflattern, Herzrasen), Bluthochdruck oder Asthma, sollten sich Patienten vor einem Saunagang ärztlichen Rat holen. (Dr. Utz Anhalt)