Bluthochdruck: Salz und Transfette mindern – Lebenserwartung erhöhen

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Kleine Änderung mit großer Wirkung

Herzerkrankungen sind mit Abstand die häufigste Todesursachen weltweit. Zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählt der Bluthochdruck. In Deutschland leiden 20 bis 30 Millionen Menschen darunter, nicht selten, ohne dies zu wissen. Forschende suchen händeringend nach Lösungen, um die massiven Auswirkungen von Bluthochdruck einzudämmen. Eine Studie identifiziere nun eine einfache Methode, mit der jede/r sein Risiko auf einen vorzeitigen Tod verringern kann: Man muss lediglich den Salzkonsum reduzieren und auf Transfette verzichten.


Ein Forschungsteam der Harvard TH Chan School of Public Health suchte nach einfach zu verwendenden Maßnahmen, um das weltweite Auftreten von Herzerkrankungen zu senken. Zwei Maßnahmen kristallisierten sich als besonders effektiv heraus: Eine Senkung der Natriumaufnahme um 30 Prozent und der Verzicht auf Transfette. Allein dadurch könne sich der Studie zufolge das Leben von rund 55 Millionen Menschen verlängern. Die Ergebnisse wurden kürzlich in dem Fachjournal „Circulation“ vorgestellt.

Eine aktuelle Harvard-Studie zeigt, dass eine 30 prozentige Reduzierung des Salzkonsums sowie ein Verzicht auf Transfette das Leben von Millionen Menschen verlängern würde. (Bild: Tijana/fotolia.com)

Salz und Transfette sind häufig für Bluthochdruck verantwortlich

Die Forschenden verwendeten globale Daten aus mehreren Studien und Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO und berechneten daraus, welche Vorteile sich durch eine Reduzierung von Salz und Transfetten ergeben würden. Daraus resultierte, dass eine durchschnittliche Senkung des Salzkonsums um 30 Prozent rund 40 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern könnte. Ein Verzicht auf schädliche Transfette würde weitere 14,8 Millionen Leben verlängern. „Dies sind realistische Ziele, die sich in kleineren Maßstäben als erreichbar erwiesen haben“, berichtet der leitende Studienautor Professor Goodarz Danaei in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen.

Salz erhöht den Blutdruck unabhängig von der Ernährungsweise

Kochsalz ist für den Menschen zwar lebensnotwendig, ein hoher Konsum ist jedoch gesundheitsschädlich. Die westliche Ernährung ist geprägt durch einen zu hohen Salzkonsum. Eine weitere Studie des Imperial College London zeigte kürzlich, dass Salz unabhängig von der restlichen Nahrung zu Bluthochdruck führt. Selbst durch eine ansonsten gesunde Ernährung könne der negative Effekt nicht ausgeglichen werden. Die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät dazu, als Erwachsener täglich nicht mehr als sechs Gramm Salz zu sich zu nehmen. Für weitere Informationen lesen Sie „Blutdruck senken: Wie viel Salz man aufnimmt hat maßgeblichen Einfluss“.

Transfette verstopfen den Herz-Kreislauf

Transfette werden industriell hergestellt, indem flüssige Pflanzenöle mit Wasserstoff versetzt werden. Durch diesen Prozess werden die Fette härter und machen beispielsweise Chips und Pommes frites knuspriger oder Backwaren länger haltbar. Verschiedene Studien zeigten bereits, dass Transfette das Risiko für Herzkrankheiten erhöhen, indem sie die LDL-Cholesterinwerte ansteigen lassen und „gute“ HDL-Cholesterinwere senken. Zusätzlich setzen sich Transfette schneller als Fettablagerungen in den Blutgefäßen fest und fördern so Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Im Jahr 2018 ging Kanada mit gutem Beispiel voran und sprach ein landesweites Verbot von Transfetten aus. Für weitere Informationen lesen Sie den Artikel „So schadhaft sind Transfette für unsere Gesundheit“.

Männer profitieren am meisten von der Reduzierung

Wie die Forschenden feststellten, sollten insbesondere Männer diese Ratschläge beherzigen. Denn der aktuellen Studie zufolge gehen weltweit zwei Drittel der Todesfälle durch nichtübertragbare Krankheiten vor dem 70. Lebensjahr auf das Konto des männlichen Geschlechts.

Tipps zur Reduktion von Salz

Wie die Deutsche Hochdruckliga mitteilt, ist eine Salzbeschränkung schwierig. Die Angaben auf den Lebensmitteln seien oft schwer nachvollziehbar. So könne eine halbe Fertigpizza mitunter schon rund 70 Prozent des Tagesbedarf an Salz decken. Die Hochdruckliga gibt folgende Tipps zur Salzreduktion:

  • Beim Kochen nicht oder nur sparsam Salzen. Besser frische Gewürze verwenden.
  • Wurst und Käse enthalten oft sehr viel Salz und sollten sparsam konsumiert werden.
  • Gepökelte Speisen weitgehend vermeiden.
  • Fertiggerichte möglichst selten konsumieren.
  • Beim Essen auf das Nachsalzen verzichten.

Tipps zum Verzicht für Transfette

In Deutschland gibt es derzeitig noch keine Regelung zu Transfetten. Lediglich Hinweise wie „enthält gehärtete“ oder „teilweise gehärtete“ Fette machen auf die Anwesenheit aufmerksam. Vorwiegend findet man die schädlichen Transfette in:

  • Backwaren wie Donuts, Croissants, Kuchen und Kekse,
  • Zuckergüssen,
  • Fast Food wie Tiefkühlpizza, Burger und Pommes frites,
  • Fertiggerichten wie Instant-Suppen,
  • Panaden auf tiefgefrorenem Fleisch oder Fisch,
  • Knabbereien wie Kartoffelchips, Popcorn, Cracker und Müsliriegel.

(vb)

Link zur Originalveröffentlichung:

Three Public Health Interventions Could Save 94 Million Lives in 25 Years Global Impact Assessment Analysis; Circulation

Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek
Quellen: