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Chronische Rückenschmerzen: So wirksam ist Schwimmen

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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26. Juli 2026
in News
Älterer Mann schwimmt im Swimmingpool
Schwimmen kann nachweisbar einen Beitrag zur Linderung chronischer Rückenschmerzen leisten. (Bild: Rawpixel.com/stock.adobe.com)
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Schwimmen kann nachweisbar zur Linderung chronischer Rückenschmerzen und hiermit verbundener Bewegungseinschränkungen beitragen. Zudem wächst das Selbstvertrauen und die Motivation für weitere sportliche Aktivitäten.

Wie wirksam individuell angepasstes Schwimmtraining bei chronischen Rückenschmerzen sein kann, hat ein australisches Forschungsteam in einer aktuellen Studie untersucht. Die in dem „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlichten Ergebnisse belegen erstmals eindeutig den therapeutischen Nutzen des Schwimmens.

Linderung oft nur vorübergehen

Chronische Rückenschmerzen sind weit verbreitet und können die Betroffenen in ihrem Alltag stark einschränken. Zudem helfen die meisten konventionellen Therapien nur kurzfristig gegen die Schmerzen, wie eine erst kürzlich veröffentlichte Studie verdeutlichte.

Effektive Ansätze, bei denen die Betroffenen auch dauerhaft am Ball bleiben, sind daher weiterhin dringend gesucht. Hier erscheint Schwimmen als eine mögliche Option, wobei bisher allerdings keine eindeutigen Nachweise für dessen Wirkung vorlagen.

Wie hilfreich ist Schwimmen?

„Schwimmen wird Menschen mit chronischen Schmerzen im unteren Rücken häufig als Trainingsform empfohlen, doch es fehlte bislang jeglicher wissenschaftliche Beleg für dessen tatsächliche Wirksamkeit“, betont die Studienautorin Deborah Wareham von der Macquarie University in Sydney.

„Wir haben diese Studie durchgeführt, weil wir einen dringenden Forschungsbedarf sahen, um zu klären, ob Schwimmen bei chronischen Rückenschmerzen wirksam ist oder nicht“, so Wareham weiter.

An 76 Erwachsene im Alter von 26 bis 74 Jahren (Durchschnittsalter 41 Jahre), die seit mindestens zwölf Monaten unter Schmerzen im unteren Rücken litten und hierdurch in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt waren, überprüften die Forschenden die Wirkung eines individuell angepassten Schwimmtrainings.

Achtwöchiges Schwimmtraining

Die Teilnehmenden wurden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt, wobei die eine Gruppe ein achtwöchiges, individuell abgestimmtes Programm aus Schwimmen und Aufklärung unterstützt durch physiotherapeutische Beratungen absolvierte.

„Es handelte sich nicht um regelmäßige Schwimmer, aber sie waren in der Lage, 25 Meter zu schwimmen, und fühlten sich im Wasser sicher“, erläutert Wareham. Das Schwimmprogramm habe sich zudem an den jeweiligen Schwimmfertigkeiten und der Fitness der Teilnehmenden orientiert.

Die Aufklärung umfasste laut den Fachleuten unter anderem die Vermittlung von wichtigen Botschaften wie „Schmerz bedeutet nicht zwangsläufig Schädigung“, „der Rücken ist für Bewegung gemacht“, „Schmerzschübe sind wahrscheinlich“ und „Bewegung ist die beste Behandlungsstrategie“.

Auch die Teilnehmenden der Kontrollgruppe erhielten eine solche Aufklärung mit physiotherapeutischer Beratung, allerdings behielten sie ansonsten ihre gewohnte Behandlung und ihre üblichen Aktivitäten bei, so das Forschungsteam.

Signifikante Verbesserung durch Schwimmen

Nach den acht Wochen ist der Grad der Beeinträchtigungen in der Schwimmgruppe signifikant gesunken und „ihre Situation verbesserte sich um etwa 50 Prozent im Vergleich zum Ausgangszustand vor Beginn des Programms“, berichtet Wareham.

Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die lediglich Aufklärung erhielt, hätten die Teilnehmenden der Schwimmgruppe beispielsweise auf einer Skala zur Messung von Beeinträchtigungen durchschnittlich 2,5 Punkte bzw. 30 Prozent bessere Werte erzielt.

Zudem seien die positiven Effekt des Schwimmens auch bei den späteren Nachuntersuchungen (nach 26 und 52 Wochen) noch nachweisbar gewesen, auch wenn sich deren Ausmaß verringerte.

Wichtige wissenschaftliche Belege

„Die Argumentation für Schwimmen bei Rückenschmerzen ist logisch, aber es war wichtig, dies auch wissenschaftlich zu überprüfen“, betont der Studienautor Professor Mark Hancock von der Macquarie University

Schwimmen könne die Beweglichkeit, die Kraft und die allgemeine aerobe Leistungsfähigkeit verbessern, wobei der Auftrieb des Wassers Bewegungen erleichtere, die sonst schmerzhaft oder eingeschränkt wären.

Stärkung des Selbstvertrauens

„Wichtig ist auch, dass die Teilnehmer berichteten, das Schwimmen habe ihr Selbstvertrauen gestärkt, mit dem Training zu beginnen und sich anderen sinnvollen körperlichen Aktivitäten zu widmen“, so Professor Hancock.

Insgesamt belegen die Studienergebnisse, dass Schwimmen eine geeignete Bewegungsform für Menschen mit chronischen Rückenschmerzen ist, die dabei helfen kann, deren Beschwerden zu lindern. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Deborah M. Wareham, Joel T. Fuller, Petra L. Graham, Natasha C. Pocovi, Hazel J. Jenkins, Chris G. Maher, Kerry Mace, Karen Tambree, Mark J. Hancock: Effectiveness of an individualised swimming and education programme for chronic low back pain (EduSwim): a randomised controlled trial; in: British Journal of Sports Medicine (veröffentlicht 21.07.2026), bjsm.bmj.com
  • Macquarie University: First trial confirms swimming reduces disability from chronic back pain (veröffentlicht 21.07.2026), eurekalert.org
  • Daniel L. Belavý, Tobias Saueressig, Nitin Kumar Arora, Arun Prasad Balasundaram, Xiaolong Chen, Ashsish D. Diwan, Jon Ford, Andrew J. Hahne, Svenja Kaczorowski, Clint T. Miller, Niamh I. Mundell, Hugo Pedder, Tim Schleimer, Scott D. Tagliaferri, Florian Teicher, Xiaohui Zhao, Patrick J. Owen: Conservative treatments for chronic non-specific low back pain: time course network meta-analysis; in: BMJ Medicine (veröffentlicht 30.06.2026), bmjmedicine.bmj.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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