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Chronische Rückenschmerzen: Meist helfen Therapien nur kurzfristig

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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13. Juli 2026
in News
Akupunktur am Rücken
Akupunktur und andere konservative Behandlungsmethoden bewirken bei chronischen Rückenschmerzen meist nur eine vorübergehende Linderung. (Bild: geargodz/stock.adobe.com)
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Bei chronischen Rückenschmerzen können konservative Behandlungsmethoden wie Massagen, Bewegungstherapie und Akupunktur zwar eine vorübergehende Linderung bewirken, allerdings hält diese meist nur wenige Wochen an.

Ein internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Daniel Belavý von der Hochschule Bochum hat in einer groß angelegten Metaanalyse die bisherigen Erkenntnisse zu der Wirkung von nicht-operativen Behandlungsmethoden bei chronischen Rückenschmerzen ausgewertet. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „BMJ Medicine“ veröffentlicht.

Wie wirksam sind konservative Therapien?

Die konservativen Behandlungsansätze wie Massagen, Rückentraining und Akupunktur haben in verschiedenen früheren Studien durchaus vielversprechende Wirkungen bei der Therapie chronischer Rückenschmerzen gezeigt.

Wie dauerhaft die Verbesserungen tatsächlich sind, überprüften die Fachleute nun auf Basis der Daten aus 551 randomisierten Studien mit über 71.000 Patientinnen und Patienten, in denen verschiedene konservative Therapien wie Bewegungstraining, manuelle Therapie, Akupunktur, psychologische Ansätze aber auch medikamentöse Behandlungen untersucht wurden.

Linderung nur vorübergehend

Zunächst ist festzuhalten, dass viele dieser Behandlungsmethoden zu einer signifikanten Linderung der Schmerzen und einer verbesserten Funktion beitragen, berichten die Forschenden. Allerdings halte die Wirkung in der Regel nur für einen Zeitraum von rund zehn bis 12 Wochen an.

Nach etwa einem Jahr seien keine klinisch relevanten Vorteile mehr feststellbar, auch wenn einzelne Effekte laut den Fachleuten statistisch noch nachweisbar waren. „Wir sehen, dass verschiedene Therapieformen durchaus wirken – aber dieser Effekt hält in der Regel nicht lange an“, betont Prof. Dr. Belavý.

Zudem stellte das Team fest, dass passive Behandlungen wie manuelle Therapien oder Massagen eine vergleichbare Wirkung erzielen wie aktive Therapien (beispielsweise Bewegungstherapie), was der bisher verbreiteten Einschätzung in der Fachwelt widerspricht.

Die Forschenden verzeichneten in den untersuchten Studien zudem deutliche Unterschiede bei der Durchführung und der Wirkung der einzelnen Behandlungsformen. Dies spiegele allerdings auch die Realität im Klinikalltag wider, wo Behandlungen und auch ihr Nutzen durchaus variieren, so Prof. Belavý.

Neue Herangehensweise erforderlich

Grundsätzlich gelte es sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass eine einzelne Behandlung das Problem lösen kann und es brauche stattdessen im deutschen Gesundheitssystem Strategien, die Menschen dazu zu befähigen, ihre Schmerzen langfristig selbst zu bewältigen.

Chronische Rückenschmerzen haben laut dem Experten meist nicht nur eine Ursache, sondern mehrere, und dies müsse bei der Behandlung stärker berücksichtigt werden.

„Wir wissen aus anderer Forschung, dass nur etwa ein Drittel des Behandlungserfolgs auf die eigentliche Behandlung selbst zurückzuführen ist. Aus diesem Grund brauchen wir Ansätze, die Patient*innen mit anhaltenden Rückenschmerzen dabei helfen, sich selbst besser zu helfen“, erläutert Belavý.

Diese Ansätze könnten unter anderem ein Gesundheitscoaching, Selbstmanagement, Lebensstil- und Verhaltensänderungen sowie eine kontinuierliche Begleitung statt kurzfristiger Therapiezyklen umfassen.

„Das deutsche Gesundheitssystem unterstützt solche Ansätze bisher noch nicht ausreichend, (doch) erste Ergebnisse dazu sind vielversprechend“, betont Belavy. Nun brauche noch mehr Forschung in diesem Bereich, um wirksame Strategien zur Linderung chronischer Rückenschmerzen zu etablieren. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Daniel L. Belavý, Tobias Saueressig, Nitin Kumar Arora, Arun Prasad Balasundaram, Xiaolong Chen, Ashsish D. Diwan, Jon Ford, Andrew J. Hahne, Svenja Kaczorowski, Clint T. Miller, Niamh I. Mundell, Hugo Pedder, Tim Schleimer, Scott D. Tagliaferri, Florian Teicher, Xiaohui Zhao, Patrick J. Owen: Conservative treatments for chronic non-specific low back pain: time course network meta-analysis; in: BMJ Medicine (veröffentlicht 30.06.2026), bmjmedicine.bmj.com
  • Hochschule Bochum: Chronische Rückenschmerzen: Viele Therapien helfen – aber nur kurzfristig (veröffentlicht 01.07.2026), hochschule-bochum.de

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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