COVID-19-Mutation: Südafrikanische und brasilianische Varianten in Deutschland nachgewiesen

In Deutschland wurden sowohl die bisher vor allem in Südafrika auftretende Coronavirus-Variante als auch die Mutation aus Brasilien nachgewiesen. (Bild: photoguns/stock.adobe.com)

Nachweis von Corona-Mutation aus Brasilien

Der verschärfte Lockdown in Deutschland wird unter anderem mit der Eindämmung der Verbreitung der in Großbritannien festgestellten Coronavirus-Mutation begründet. Diese Corona-Variante ist offenbar deutlich infektiöser als das ursprüngliche Virus. Doch auch aus anderen Ländern sind Mutationen gemeldet worden. In Deutschland gab es nun nach Fällen der südafrikanischen erstmals auch einen Nachweis der brasilianischen Variante.

Nachdem in Großbritannien eine neue Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 entdeckt worden war, dauerte es nicht lange, bis die Mutation B.1.1.7 auch in anderen Ländern wie in Deutschland nachgewiesen wurde. Im Zuge der verstärkten Suche nach neuen Coronavirus-Varianten wurden hierzulande inzwischen auch Mutationen aus Südafrika und Brasilien nachgewiesen.

In Südafrika verbreitete Virusvariante

Laut einer aktuellen Mitteilung des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) wurde in Leipzig erstmals eine Mutante des SARS-CoV-2-Virus nachgewiesen. Den Angaben zufolge handelt es sich bei dem am Institut für Virologie und Mikrobiologie am UKL nachgewiesenen Virusstamm um die in Südafrika verbreitete Virusvariante. Der Nachweis erfolgte bei einer Person, die ambulant am UKL behandelt worden ist.

Erster Nachweis in Sachsen

Das Coronavirus wurde im Rahmen des Routinescreenings aller Patientinnen und Patienten am UKL erfasst und nachgewiesen. Bei dem dabei gefundenen Erreger handelt es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um einen Stamm der B.1.351 Clade.

Der Mitteilung zufolge ist diese Virusvariante vor allem in Südafrika häufig und trägt unter anderem die Mutationen E484K und N501Y in seinem Spikeprotein. Das ist der erste Nachweis dieser Virusvariante in Leipzig und ganz Sachsen.

„Eine vollständige Sequenzierung des Virusgenoms der nun nachgewiesenen Virusvariante ist in Arbeit. Diese aufwändige Untersuchung wird zukünftig übrigens auch bei anderen am UKL detektierten Coronaviren stichprobenartig erfolgen. Die Vorbereitungen dafür laufen aktuell“, erklärt Dr. Corinna Pietsch, kommissarische Leiterin der Virologie am UKL.

Wirksamkeit der Impfstoffe beeinträchtigt?

Im Falle der nun festgestellten Virusvariante muss jetzt unter anderem geklärt werden, ob weitere Kontaktpersonen ebenfalls mit dem mutierten Virus infiziert sind.

„Daten aus anderen Ländern weisen darauf hin, dass diese Virusvariante ansteckender und damit letztendlich leider für die Bevölkerung auch gefährlicher ist, weil sich mehr Menschen infizieren und erkranken“, sagt Dr. Pietsch. „Zudem gibt es erste Hinweise darauf, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe beeinträchtigt sein könnte.“

Aus anderen Bundesländern waren zuvor bereits Fälle mit der Südafrika-Variante des Virus gemeldet worden. So berichtete etwa das Hessische Ministerium für Soziales und Integration in einer Mitteilung über einen Nachweis der bisher vor allem in Südafrika auftretenden Coronavirus-Variante mit Namen B.1.351 (501Y.V2) bei einem Patienten, der Ende Dezember aus Südafrika eingereist war.

Brasilianische Variante in Hessen

Und nach der britischen und der südafrikanischen ist nun auch die brasilianische Variante des Coronavirus in Hessen nachgewiesen worden, berichtet die „Ärzte Zeitung“.

Laut dem Bericht teilte Sozialminister Kai Klose (Grüne) mit, dass dieser Mutant am Donnerstag erstmals bei einem hessischen Patienten nach dessen Einreise aus Brasilien nachgewiesen worden war. Dies sei nach Kenntnis des Ministeriums auch der erste Fall in Deutschland. (ad)

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Autor:
Alfred Domke
Quellen:

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