Der Verzehr von Käse, Joghurt und Butter schützt vor Typ-2-Diabetes

Alexander Stindt

Warum fettreiche Milchprodukte das Risiko für Typ-2-Diabetes reduzieren

Forscher fanden heraus, dass der Verzehr von Käse helfen könnte, das Risiko der Entwicklung von Typ-2-Diabetes zu senken. Wenn Menschen fettreiche Milchprodukte wie Käse, Sahne und Joghurt konsumieren, litten sie dadurch seltener an Typ-2-Diabetes.


Die Wissenschaftler der international anerkannten University of Cambridge in Großbritannien stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass der Konsum von fettreichen Milchprodukten Menschen vor Typ-2-Diabetes schützen kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Analyse verschiedener früherer Studien in der englischsprachigen Fachzeitschrift „PLOS Medicine“.

Der Verzehr von Milchprodukten scheint Menschen vor der Entstehung von Typ-2-Diabetes zu schützen. (Bild: baibaz/fotolia.com)

Ist Milch ungesund?

In den letzten Jahren gab es immer wieder Warnungen darüber, dass Milch und Milchprodukte schlecht für die Gesundheit seien. Aber das Forscherteam der University of Cambridge fand heraus, dass Menschen sich nicht entmutigen lassen sollten, Milchprodukte zu konsumieren. Die Teilnehmenden der Studien entwickelten seltener Typ-2-Diabetes, wenn sie Käse, Sahne und Joghurt konsumierten, verglichen mit Patienten, welche keine solchen Nahrungsmittel zu sich nahmen, berichten die Wissenschaftler.

Nährstoffe in Milchprodukten tragen zur gesunden Ernährung bei

Derzeit empfehlen die US-Diät-Richtlinien für Amerikaner nicht mehr als drei Portionen Milchprodukte pro Tag und sie raten zudem zu fettfreien und fettarmen Optionen. Diese Aussage basiert auf Untersuchungen, die gezeigt haben, dass gesättigte Fette in Vollfettprodukten das LDL-Cholesterin, einem Marker für Herzkrankheiten, erhöhen. Es gibt jedoch Beweise dafür, dass viele Nährstoffen in Milchprodukten vorkommen, einschließlich Kalzium, Kalium, Magnesium, Vitamin K1 und K2 und Probiotika (in Joghurt), die zu einer gesunden Ernährung beitragen könnten, erläutern die Mediziner.

Über 63.600 Probanden wurden über 20 Jahre medizinisch überwacht

Einige frühere Untersuchungen hatten bereits ergeben, dass der Verzehr von Milchprodukten, insbesondere Käse und Joghurt, mit einer geringeren Inzidenz von Typ-2-Diabetes zusammenhängt, die Ergebnisse waren jedoch widersprüchlich. Für die Überprüfung dieser Aussage wertete das Team die Daten aus 20 Jahren von mehr als 63.600 Erwachsene aus 16 verschiedenen Studien aus. Die Teilnehmenden wurden auf Milchfett-Biomarker getestet, Moleküle im Körper, welche als Indikatoren dafür dienen, dass Milchprodukte konsumiert wurden. Alle Erwachsenen waren zu Beginn der Studie frei von Typ-2-Diabetes, aber während des Follow-up-Zeitraums entwickelten mehr als 15.100 Probanden diese Form von Diabetes.

Risiko für Typ-2-Diabetes war um bis zu 30 Prozent reduziert

Die Forscher analysierten bei allen Studien die Beziehungen von Biomarkern für Milchfett mit dem Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Die Experten fanden so heraus, dass Probanden mit höheren Konzentrationen von Milchfett-Biomarkern ein geringeres Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes hatten. Teilnehmende im oberen Fünfteln der hohen Konzentrationen von Milchfett-Biomarkern hatten ein um 30 Prozent geringeres Risiko für die Erkrankung als das unterste Fünftel, erläutern die Autoren der Studie. Dieses Ergebnis war unabhängig von anderen potenziellen Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Ethnizität, sozioökonomischem Status, körperlicher Aktivität und Adipositas.

Weitere Forschung ist nötig

Die Ergebnisse liefern die bisher umfassendsten globalen Beweise für den Zusamenhang der Biomarker von Milchfett mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, sagt Studienautor Dr. Fumiaki Imamura vom Medical Research Council der University of Cambridge. Allerdings seien nun weitere Untersuchungen zu den zugrundeliegenden Mechanismen erforderlich. Die Mediziner betonen, dass die Ergebnisse nicht darauf hindeuten, welche Milchprodukte den größten Schutz bieten. In zukünftigen Forschungen möchte das Team daher auch verschiedene Arten von Milchprodukten untersuchen, um so festzustellen, ob die Zubereitungsmethoden eine Rolle spielen. (as)