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Deutliche Zunahme von Krebserkrankungen in Deutschland: Mediziner erklären weshalb das so ist

Dr. Utz Anhalt
Verfasst von Dr. phil. Utz Anhalt
11. Dezember 2017
in News
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Immer mehr Krebsfälle in Deutschland
Das Robert-Koch-Institut meldet: Krebsfälle werden in Deutschland häufiger. Ein Grund dafür ist das zunehmende Lebensalter. Viele Menschen entwickeln heute Krebs in einem Alter, das sie vor wenigen Generationen nicht erreicht hätten.

Starke Zunahme in zehn Jahren
Zwischen 2004 und 2014 nahm die Zahl der an Krebs neu erkrankten Männer um sechs Prozent zu, die der Frauen um neun Prozent. Das meldet der Bericht des Robert-Koch-Instituts “Krebs in Deutschland”.

Alter oder mehr Kranke?
Die Steigerung ist aber weniger dramatisch als sie auf den ersten Blick aussieht: Dem Institut zufolge ist ein Hauptgrund für die Zunahme an Krebsfällen das steigende Lebensalter.

Krebs im Alter
Viele Krebsformen bilden sich vor allem bei alten Menschen. Von 1949/1951 bis 2013/2015 stieg die durchschnitt­liche Lebenserwartung bei der Geburt für Männer um 13,7 Jahre und für Frauen um 14,6 Jahre: 2013/15 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt von Frauen in Deutschland 83,1 Jahre. Im Schnitt kommen also circa 14 Jahre hinzu, in denen sich ein Krebs entwickeln kann.

Raucherkrebs
Circa 16 % aller Krebserkrankungen sind die Folge des Rauchens. Rund 30 % der erwachsenen Männer in Deutschland und rund 20 % der Frauen rauchen, insgesamt also 25 % der Erwachsenen – vor der Jahrtausendwende waren es circa 29 %.

Altersrisiko – auch bei Lungenkrebs
Alter und Geschlecht spielen eine wesentliche Rolle beim Ausbruch von Lungenkrebs. Die Erkrankungsrate nimmt mit steigendem Alter zu und ist am höchsten zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Nur jeder 20. Betroffene ist jünger als 40 Jahre.

Warum ist Lungenkrebs im Alter verbreitet?
Ein Grund für den Lungenkrebs im Alter ist die Menge der gerauchten Zigaretten. Das Risiko, bei Frauen und Männern, an Lungenkrebs zu erkranken, steigt mit der Anzahl der Giftstoffe, die sich durch das Rauchen im Körper sammeln – je länger jemand also eine gleich bleibende Anzahl Zigaretten raucht, umso höher ist die Gefahr, zu erkranken.

Weniger Zigaretten geraucht
Die Anzahl der verkauften Zigaretten halbierte sich, laut Statistischem Bundesamt, von 401 Millionen 1991 auf 206 Millionen 2016.

Fast eine halbe Million Neurerkrankungen
2014 erkrankten circa 476.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs, darunter 249.000 Männer und 227.000 Frauen. Dies sind allerdings Schätzungen.

Brust und Darm am häufigsten betroffen
Am verbreitetsten sind Tumore an der Brustdrüse bei Frauen, Prostatakrebs beim Mann, Darmkrebs und Lungenkarzinome bei beiden.

Konstante Todesursache
Krebs ist seit den 1990ern konstant für circa 22 % der Todesfälle bei Frauen und 28 % der Männer verantwortlich.

Steigerung der Krebsrate erwartet
Das Robert-Koch-Institut rechnet mit einer weiteren Steigerung der Krebsrate um mindestens 20 % bis 2030.

Im Alter verschwinden die Geschlechtsunterschiede
Junge Frauen erkranken deutlich häufiger an Krebs als junge Männer. Männer über 65 jedoch erkranken doppelt so häufig wie Frauen. Quelle:dpa/AZ (Dr. Utz Anhalt)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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