Diabetes kann das Risiko für Totgeburten vervierfachen

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Erhöhtes Risiko für Totgeburten bei Diabetes in der Schwangerschaft

Forschende fanden jetzt heraus, dass Diabetes bei schwangeren Frauen das Risiko für eine Totgeburt massiv erhöht. Werdende Mütter mit Diabetes bekommen bis zu viermal häufiger ein totgeborenes Kind, verglichen mit Frauen ohne eine solchen Erkrankung.


Bei der aktuellen Untersuchung der University of Glasgow wurde festgestellt, dass Diabetes bei schwangeren Frauen die Wahrscheinlichkeit für eine Totgeburt stark erhöht. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Diabetologia“ publiziert.

Wenn schwangere Frauen an Diabetes leiden, erhöht dies das Risiko für Totgeburten erheblich. (Bild: thodonal/fotolia.com)

Führt der erhöhte Blutzuckerspiegel zu dem Risiko für Totgeburten?

Für ihre Untersuchung analysierten die Forschenden die Aufzeichnungen von fast 4.000 schottischen Müttern mit Diabetes. So stellten sie fest, dass ein hoher Blutzuckerspiegel bei schwangeren Frauen mit Diabetes einen Risikofaktor für Totgeburten darstellt. Der Body Mass Index (BMI) der Frauen sei ebenfalls ein kritischer Faktor, fügen die Autoren der Studie hinzu.

Schwangere Frauen mit Diabetes sollten sich Unterstützung suchen

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass verbesserte Möglichkeiten geschaffen werden, um Frauen in ihrem fruchtbaren Alter bei der Optimierung von Gewicht und Blutzucker zu unterstützen, damit sie bei Eintritt in die Schwangerschaft besser vorbereitet sind und das Risiko für nachteilige Ereignisse reduziert wird. Frauen mit Diabetes sollten Kontakt zu medizinischem Fachpersonal aufnehmen, sobald sie einen positiven Schwangerschaftstest erhalten, damit sie frühzeitig die nötige Unterstützung erhalten.

Frühere Einleitung der Geburt als Lösung des Problems?

Die Studie stellte fest, dass ein frühere Entbindung eine Option sein könnte, um Totgeburten bei schwangeren Frauen mit Diabetes zu reduzieren. Es ist allerdings noch weitere Forschung nötig, um ein optimales Timing für Geburten unter den oben genannten Umständen zu finden. Doch bestehe die Möglichkeit, dass eine frühere Entbindung aller diabetischen Schwangerschaften Totgeburten verhindern könnte, berichten die Forschenden.

Was ergab die Studie?

Die Studie umfasste 5.392 Babys, die zwischen April 1998 und Juni 2016 von 3.847 Müttern mit Diabetes in Schottland geboren wurden. Bei Müttern mit Typ-1-Diabetes war die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Totgeburt erlitten, mehr als dreimal so hoch wie bei gesunden Frauen, bei Müttern mit Typ-2-Diabetes war das Risiko mindestens viermal so hoch. Die Rate der Totgeburten betrug 16,1 pro 1.000 Geburten bei Frauen mit Typ-1-Diabetes und 22,9 pro 1.000 Geburten bei Frauen mit Typ-2-Diabetes, verglichen mit 4,9 pro 1.000 Geburten bei der Allgemeinbevölkerung.

Vorbeugende Maßnahmen sollten ergriffen werden

Die Studie kam zu dem Schluss, dass die allgemeinen Anstrengungen zur Verbesserung des Blutzuckerspiegels vor und während der Schwangerschaft von zentraler Bedeutung sind. Frauen mit Typ-1-Diabetes, die Totgeburten hatten, litten während ihrer gesamten Schwangerschaft unter einem überdurchschnittlichen Blutzuckerspiegel. Bei Frauen mit Typ-2-Diabetes waren die Werte vor der Schwangerschaft ein wichtigerer Prädiktor für Totgeburten, erläutert das Forschungsteam. Die meisten Frauen mit Diabetes haben normale Schwangerschaften und gesunde Babys, aber diese Forschungsarbeit untermauert, wie wichtig es ist, Frauen bei der Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels zu unterstützen, wenn sie eine Schwangerschaft planen, um das Risiko von Komplikationen so gering wie möglich zu halten. Frauen mit Typ-2-Diabetes, welche unter Übergewicht leiden, sollten dazu ermutigt werden, Gewicht abzunehmen, um das Risiko für Totgeburten zu verringern, betonen die Forschenden. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Sharon T. Mackin, Scott M. Nelson, Sarah H. Wild, Helen M. Colhoun, Rachael Wood, Robert S. Lindsay: Factors associated with stillbirth in women with diabetes, in Diabetologia (Abfrage: 30.07.2019), Diabetologia

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.