Ingwer, Kurkuma und Galgant sind reich an bioaktiven Verbindungen, die eine nachweisbare Wirkung gegen Entzündungen und Diabetes entfalten. Ernährungsinterventionen und Nahrungsergänzungen auf Basis der Ingwergewächse erscheinen damit als vielversprechende Option zur Behandlung von Diabetes.
Ein polnisches Forschungsteam hat in einer aktuellen Übersichtsarbeit die wichtigsten bioaktiven Verbindungen von Ingwergewächsen sowie deren Wirkung gegen Diabetes und die zugrundeliegenden Stoffwechselwege dargelegt. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Molecules“ veröffentlicht.
Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte
- Übersichtsarbeit zur Wirkung der bioaktiven Verbindungen aus Ingwergewächsen wie Ingwer, Kurkuma und Galgant bei Diabetes.
- Bioaktive Verbindungen wie Gingerole, Shogaole, Curcuminoide und Phenylpropanoide tragen zur Blutzuckerregulation bei und modulieren verschiedene metabolische Signalwege, die bei Diabetes eine Rolle spielen.
- Die in Ingwer, Kurkuma und Galgant enthaltenen Verbindungen wirken außerdem gegen oxidativen Stress und Entzündungen, die zentrale Faktoren bei der Progression von Typ-2-Diabetes bilden.
- Nahrungsergänzungen mit Extrakten oder Rhizompräparaten der Pflanzen können bei Diabetes nachweisbar Verbesserungen der Blutzuckerwerte, des Fettstoffwechsels und der Marker für oxidativen Stress bewirken.
- Die Ingwergewächse erscheinen damit als vielversprechende Ernährungsinterventionen bei Diabetes und ihre bioaktiven Verbindungen könnten außerdem zu Entwicklung neuer pharmakologischer Behandlungsansätze dienen.
Vielfach bewährte Heilpflanzen
Ingwergewächse (Zingiberaceae) wie insbesondere Ingwer (Zingiber officinale), Kurkuma (Curcuma longa) und Galgant (Alpinia galanga) haben eine lange Tradition als Heilpflanzen gegen unterschiedlichste Gesundheitsbeschwerden.
Ihre Wirkung ist auch durch zahlreiche Studien belegt und beispielsweise kamen Forschenden 2020 in dem „Journal of Herbale Medicine“ zu dem Schluss, dass Ingwer ein wirksames natürliches Mittel gegen Entzündungen und oxidativen Stress bildet.
Pflanzliche Hilfe bei Diabetes
Ob die Ingwergewächse und die enthaltenen bioaktiven Verbindungen auch einen Beitrag bei der Diabetes-Therapie leisten können und welche Wirkmechanismen dabei entscheidend sind, beschreibt das polnische Forschungsteam in der neuen Übersichtsarbeit.
Demnach helfen die bioaktiven Verbindungen in den Ingwergewächsen wie Gingerole, Shogaole, Curcuminoide und Phenylpropanoide zum Beispiel nachweisbar den Blutzucker im Gleichgewicht zu halten, indem sie die Insulinsensitivität erhöhen, die GLUT4-vermittelte Glukoseaufnahme fördern, die Beta-Zellfunktion verbessern und verschiedene metabolische Signalwege modulieren.
Zudem zeigen die pflanzlichen Verbindungen laut den Fachleuten eine starke Wirkung gegen oxidativen Stress und Entzündungen, zwei Faktoren, die eine zentrale Rolle bei der Progression von Typ-2-Diabetes und möglichen Komplikationen spielen.
Des Weiteren seien in einzelne experimentellen und klinischen Studien durch Nahrungsergänzung mit Präparaten aus dem ganzen Rhizom oder standardisierten Extrakten der Ingwergewächse deutliche Verbesserungen der Blutzuckerwerte, des Fettstoffwechsels und der Marker für oxidativen Stress bei Diabetes eingetreten.
Vielversprechende Optionen zur Diabetes-Therapie
So erscheinen Ingwer, Kurkuma und Galgant insgesamt als vielversprechende Optionen für Ernährungsinterventionen und natürliche pharmakologische Ansätze zur Behandlung von Diabetes.
Zudem könnten nach Ansicht des Teams die jüngsten Fortschritte bei den Verabreichungssystemen die Bioverfügbarkeit schwerlöslicher Phytochemikalien und somit deren therapeutisches Potenzial erheblich verbessern.
Nun sind weitere klinische Studien erforderlich, um die Dosierung zu optimieren, die langfristige Wirkung zu bestätigen und die Integration in evidenzbasierte metabolische Interventionen zu unterstützen, resümieren die Forschenden. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Natalia Kuzia, Olga Adamska, Natalia Ksepka, Agnieszka Wierzbicka, Artur Jóźwik: Antidiabetic and Anti-Inflammatory Potential of Zingiberaceae Plants in Dietary Supplement Interventions; in: Molecules (veröffentlicht 16.01.2026), mdpi.com
- Gholamreza Askari, Mobina Aghajani, Mina Salehi, Ameneh Najafgholizadeh, Ziyaadin Keshavarzpour, Abdulmannan Fadel, Kamesh Venkatakrishnan, Ammar Salehi-sahlabadi, Amir Hadi, Makan Pourmasoumi: The effects of ginger supplementation on biomarkers of inflammation and oxidative stress in adults: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials; in: Journal of Herbale Medicine (veröffentlicht 06.05.2020), sciencedirect.com
Wichtiger Hinweis:
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