Galgant – Herkunft, Inhaltsstoffe und Verwendung

Er sieht nicht nur aus wie Ingwer, sondern ist auch mit diesem verwandt. Die Rede ist vom Großen Galgant (Alpinia galanga), der irrtümlicherweise auch oft als ‚Galant‘ bezeichnet wird. Ursprünglich in China heimisch, wird er heute in weiten Teilen Asiens kultiviert und ist nicht nur als exklusives Gewürz, sondern auch als Heilkraut sehr gefragt.

Ähnlich wie beim Ingwer wird dabei vor allem das knollenförmige Rhizom der Pflanze, also die Galgantwurzel, verwendet. Sie beinhaltet die höchste Konzentration an heilsamen und würzigen Essenzen und ist somit für die kulinarische und heilpflanzliche Nutzung von besonderem Interesse. Welche Inhaltsstoffe den Galgant zu einem echten Zugewinn für Küche und Hausapotheke machen und was es sonst noch über Alpinia galanga zu wissen gibt, verraten wir Ihnen wie immer in unserem Beitrag zum Thema.

Galgant-Wurzelstock auf einem Holz-Untergrund.
Wie beim Ingwer wird vom Galgant hauptsächlich das knollige Rhizom der Pflanze verwendet. (Bild: taira42/stock.adobe.com)

Steckbrief zum Galgant

  • Wissenschaftlicher Name: Alpinia galanga
  • Pflanzenfamilie: Ingwergewächse (Zingiberaceae)
  • Volkstümliche Namen: Chinesischer Ingwer, Fieberwurzel, Galant, Galantwurzel, Kha, Thai-Ingwer
  • Herkunft: Asien
  • Anwendungsgebiete: Entzündungen, Menstruationbeschwerden, Verdauungsbeschwerden
  • Verwendete Pflanzenteile: Wurzelstock

Galgant – Pflanzenportrait

Der Galgant gehört wie der Ingwer zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und stammt wie dieser maßgeblich aus Asien, wo beide Pflanzen seit jeher als Gewürz- und Heilkraut Verwendung finden. Die Heimat des Galgants lag dabei ursprünglich auf der chinesischen Insel Hainan. Heutzutage reicht sein Verbreitungsgebiet jedoch weit über die Grenzen Chinas hinaus, wobei er vor allem in Thailand sehr rege kultiviert wird. Kaum verwunderlich also, dass die Pflanze heute nicht nur Beinamen wie ‚Chinesischer Ingwer‘ hat, sondern auch als ‚Thai-Ingwer‘ bekannt ist.

Die eifrige Nutzung als asiatisches Küchengewürz verbindet Galgant und Ingwer ganz besonders und macht beide Gewürze zu einem echten Aushängeschild der asiatischen Küche. Geschmacklich haben die beiden Pflanzen trotz ähnlicher Nutzungsbereiche und botanischer Artverwandtschaft aber nur wenig gemeinsam. So schmeckt Alpinia galanga im rohen Zustand beispielsweise überaus bitter, wohingegen Ingwer einen eher zitronigen Geschmack aufweist. Auch ist Großer Galgant um einiges schärfer und wird gut 50 Zentimeter größer als vergleichbare Exemplare des Ingwers.

Für die Anwendungsgebiete beider Heilpflanzen spielen die Unterschiede jedoch keine Rolle. So gilt Galgant beispielsweise wie der Ingwer als beliebtes Mittel zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und wird zu diesem Zweck häufig als Zutat für verdauungsfördernde Gerichte verwendet. Speziell der Galgant wird dabei häufig auch zu Magenbitter oder Magentee verarbeitet.

Ebenfalls gebräuchlich sind in Asien Gewürze und Gewürzpasten, die Auszüge der beiden Pflanzen beinhalten. Bestes Beispiel hierfür ist die berühmte grüne Currypaste, welche einen wichtigen Bestandteil zahlreicher asiatischer Gerichte bildet und kulinarisch längst auch in Deutschland angekommen ist. Weitere Gewürze, die häufig Galgant enthalten, sind Grill-, Likör- und Leberwurstaromen.

Übrigens: Seinen fachbotanischen Namen ‚Alpinia‘ verdankt der Galgant dem italienischen Botaniker Prospero Alpini. Ihm zu Ehren wurde die Galgantwurzel einst durch Charles Plumier, einen naturkundigen Mönch aus Frankreich, auf den Namen Alpina getauft. 1753 lieferte der schwedische Botaniker Carl von Linné in seinem zweibändigen Werk ‚Species Plantarum‘ schließlich eine Erstbeschreibung der Pflanze und wandelte in dieser die veraltete Schreibweise Alpina in Alpinia um.

Irreführende Beinamen besitzt der Galgant leider auch einige: Neben der falschen Bezeichnung als ‚Galant‘ bereitet Laien hierbei vor allem die Unterscheidung zwischen dem auch als ‚Siam-Galgant‘ bekannten Kleinen beziehungsweise Echten Galgant (Alpinia officinarum) und dem Großen Galgant (Alpinia galanga) gelegentlich Probleme.

Eine Schale mit grünem Thai-Curry auf einem Holzbrett und ein Löffel.
Vor allem in der thailändischen Küche sorgt der Galgant in vielen Gerichten für die typische Würze. (Bild: kiattipong2499/stock.adobe.com)

Zwar werden beide Arten gleichermaßen in der Pflanzenheilkunde genutzt, der Große Galgant findet dabei jedoch schon wesentlich länger Anwendung als sein kleiner Artgenosse. Denn bereits vor 2000 Jahren spielte die Alpinia galanga eine wichtige Rolle in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Von ihrer chinesischen Heimat aus eroberte die würzige Knolle im 8. Jahrhundert n. Chr. unter dem Namen ‘Kha’ schließlich auch die Regionen Europas. Schon Hildegard von Bingen wusste, wie man aus Galgant ein wirksames Arzneimittel gegen Herzbeschwerden und Fieber herstellt. Die berühmter Kräuterfrau schrieb hierzu:

“Wer im Herzen Schmerzen leidet und wem von Seiten des Herzens ein Schwächeanfall droht, der esse sogleich eine hinreichende Menge Galgant und es wird im besser gehen. Und ein Mensch, der ein hitziges Fieber in sich hat, trinkt Galgantpulver in Quellwasser und er wird das hitzige Fieber löschen.“
– Hildegard von Bingen

Der Bezeichnung des Galgants als ‚Fieberwurzel‘ ist gewiss dieser Art der Nutzung geschuldet. Wie bereits angedeutet wird die Wurzel insgesamt aber eher wegen ihrer verdauungsfördernden Wirkung heilpflanzlich genutzt. Medizinisch belegt ist diese schon seit dem 16. Jahrhundert, wo beispielsweise der italienische Arzt Pietro Andrea Mattioli Folgendes über die Heilpflanze schrieb:

“Galgant aromatisiert den Atem, fördert die Verdauung, beseitigt Blähungen und regt die körperlichen Gelüste an.” – Pietro Andrea Mattioli

Darüber hinaus weist Alpinia galanga verschiedenen Studien zufolge unter anderem krampflösende, entzündungs- und tumorhemmende Eigenschaften auf. Alles in allem lassen sich folgende Anwendungsgebiete für den Galgant festhalten:

  • Entzündungen wie zum Beispiel Magen- und Magen-Darm-Entzündungen oder Entzündungen im Mundraum.
  • Herzbeschwerden wie zum Beispiel Angina Pectoris, Durchblutungsstörungen oder Herzschwäche.
  • Menstruationsbeschwerden wie zum Beispiel unregelmäßiger Zyklus oder Unterleibsschmerzen.
  • Verdauungsbeschwerden wie zum Beispiel Blähungen, gestörte Gallensaftproduktion, Magenkrämpfe oder Völlegefühl.
  • Sonstige Beschwerden wie zum Beispiel Appetitlosigkeit, Fieber, Mundgeruch oder Tumorerkrankungen.
  • Galgant Abbildung mit einer Auflistung der Inhaltsstoffe und Wirkung
    (Bild: plpchirawong/stock.adobe.com)

    Galgantwurzel – Inhaltsstoffe und Wirkung

    Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe gestaltet sich beim Galgant ganz ähnlich wie beim Ingwer. Zwar mögen die aromatischen Komponenten variieren, die Wirkungsweise der nahezu identischen Pflanzenstoffe ist jedoch dieselbe. Maßgeblich zum Tragen kommen hier die Inhaltsstoffe des ätherischen Öls der Pflanze wie zum Beispiel:

    • Aromastoffe,
    • Flavonoide,
    • Gerbstoffe
    • und Terpene.

    Aromastoffe

    Pflanzliche Aromastoffe bringen in vielen Fällen nicht nur einen außergewöhnlichen Geschmack der Pflanzen und ihrer Früchte mit sich, sondern oftmals auch besondere Gesundheitswirkungen. Auf den Galgant trifft das ebenfalls zu. So werden die verdauungsfördernden und krampflösenden Eigenschaften von Galgant zum einen dem Pflanzenstoff Gingerol zugeschrieben, dessen Name bereits offenbart, dass es sich hierbei auch um einen der wichtigsten Inhaltsstoffe des Ingwers handelt.

    Zum anderen tragen auch galganteigene Harze zu der Heilwirkung der Pflanze bei. Nennenswert sind in diesem Zusammenhang insbesondere die Pflanzenharze Galangol und Alpinol. Die scharf schmeckenden Inhaltsstoffe kommen in fast allen Heilpflanzen aus dem Bereich der Ingwergewächse vor, verdanken ihren Namen jedoch der Erstentdeckung am Galgant.

    Wie Gingerol besitzen sie sehr vielfältige Heilwirkungen auf verschiedene Bereiche des menschlichen Körpers. Hierzu zählt unter anderem die Stimulation von Gefäß- und Muskelkontraktionen, welche sowohl bei der Verdauung als auch bei der Menstruationseinleitung eine wichtige Rolle spielen. Ebenfalls nachgewiesen werden konnte Alpinolen, Galangolen und Gingerolen ein anregender Effekt auf die Produktion entzündungshemmender Stoffe. Zudem wird vermutet, dass auch die krebshemmende Wirkung des Galgants auf besagte Inhaltsstoffe zurückzuführen ist.

    Ein weiterer zu erwähnender Aromastoff in Galgant ist Eugenol. Es zeichnet sich durch einen sehr intensiven Geruch aus, der an Gewürznelken erinnert und wird gerade zur Behandlung von Erkrankungen im Mundraum sehr häufig verwendet. Von Zahnerkrankungen wie Parodontits oder Pulpitis bis hin zu Entzündungen der Mund- oder Rachenschleimhaut setzen zahlreiche Arzneimittel auf die

    • desinfizierende,
    • entzündungshemmende
    • und schmerzstillende

    Wirkung von Eugenol. Darüber hinaus kann der erfrischende Geschmack des Aromastoffes auch bei Mundgeruch helfen. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass Eugenol äußerst scharf ist, weshalb es bei Überdosierungen zu Haut- und Schleimhautreizungen kommen kann. Ein Hauptgrund dafür, weshalb Auszüge des Galgants bei Anwendungen im Mundraum (zum Beispiel als Mundspülung) gut mit Wasser verdünnt werden sollten.

    Eine junge Frau hält sich aufgrund des schlechten Atems ihres Partners die Nase zu.
    Galgant enthält den Aromastoff Eugenol und kann daher helfen, Mundgeruch zu beseitigen. (Bild: kei907/stock.adobe.com)

    Flavonoide

    Gerade wenn es um die entzündungshemmende Wirkung von Heilkräutern geht, spielen Flavonoide eine wichtige Rolle. Flavonoide sind pflanzliche Farbstoffe, die ihren Namen dem Umstand zu verdanken haben, dass die ersten entdeckten und genutzten Pflanzenfarbstoffe ursprünglich gelb waren.

    Der Name der Flavonoide ist dementsprechend vom lateinischen Wort flavus für „gelb“ abgeleitet. Auch wenn es in dieser Stoffgruppe selbstverständlich auch andersfarbige Stoffe gibt, so fällt doch gerade bei Ingwer und Galgant auf, wie lange insbesondere gelbe Pflanzenfarbstoffe in Verwendung sind. Dies nicht nur zu Zwecken der Textilfärbung, sondern auch um Gerichten eine besondere Färbung zu verleihen. Gerade in der asiatischen Küche sind gelblich-orange Soßen und Reisbeilagen sehr häufig anzutreffen, was nicht zuletzt an der Verwendung von Galgant und Ingwer für Currymischungen liegt.

    Medizinisch betrachtet fallen Flavonoide nun, wie bereits angedeutet, vor allem durch ihr entzündungshemmendes Potential auf. Ihr antioxidativer Effekt schützt dabei unter anderem vor Herz- und Gefäßentzündungen. Hinzu kommen

    • verdauungsfördernde,
    • entkrampfende,
    • antiallergische,
    • antimikrobielle,
    • antivirale
    • und sogar antikarzogene

    Eigenschaften, die präventiv aber auch palliativ gegen Infektions-, Entzündungs- und Krebserkrankungen helfen. Die aufgezeigten Anwendungsgebiete des Galgants in der Heilkunde werden damit optimal unterstützt.

    Gerbstoffe

    Ganz ähnlich wie Flavonoide wirken die pflanzlichen Gerbstoffe (sogenannte Tannine) in Galgant. Als standardisierte Desinfektionsmittel beim Gerben von Tierhäuten haben sich Tannine seit jeher in der Bekämpfung von Infektionserregern bewährt. Durch ihren zusammenziehenden Effekt auf organisches Gewebe verschließen Sie Poren und Gefäße, was Krankheitserreger daran hindert, tiefer ins Körpergewebe vorzudringen. Vor allem Wund- und Hautinfektionen lässt sich so sehr zuverlässig entgegenwirken.

    Darüber hinaus sorgt der adstringierende Effekt dafür, dass die Ausschüttung von Entzündungsstoffen im Gewebe gehemmt wird. Dies kann nicht nur bei Infektionskrankheiten, sondern ebenso bei bestehenden Allergien, die bekannterweise meist auch mit Entzündungsreaktionen einhergehen, eine echte Hilfe sein.

    Terpene

    Eine durchblutungsfördernde Wirkung lässt sich abschließend für die Terpene im Galgant festhalten. Daneben zeichnet sich diese Stoffgruppe wie Gerbstoffe und Flavonoide durch einen entzündungshemmenden Effekt aus. Das wichtigste Terpen in Galgant ist diesbezüglich das Monoterpen Campher. Es wird standardmäßig als wichtiger Inhaltsstoff für Entzündungs- und Schmerzsalben benutzt. Wohlbekannt dürfte hier die asiatische Tigersalbe sein, welche als ‚Wundermittel‘ bei Zerrungen und Verstauchungen gilt. Man wusste also schon sehr früh mit den Inhaltsstoffen von Heilkräutern wie dem Galgant gezielt zu experimentieren.

    Besonders hervorzuheben ist auch, dass Campher als ältestes Analeptikum der Welt gilt. Analeptika sind Arzneimittel zur Behandlung von Nervenbeschwerden, womit das Monoterpen einen sehr interessanten Anwendungsbereich von Galgant abdeckt. Durch Stimulierung bestimmter Abschnitte des Zentralnervensystems kann Campher nämlich nicht nur bei allgemeinen Nervenbeschwerden, sondern auch ganz gezielt bei Störungen der Atemmuskulatur helfen, die bekanntlich ebenfalls von Nervenimpulsen gesteuert wird.

    Richtig angewendet kann Galgant also auch bei neurologisch bedingten Lungenbeschwerden wie etwa einer Atemdepression helfen. Zusätzlich sei natürlich der schmerzstillende Aspekt des Analeptikums erwähnt, sind Schmerzen gemeinhin doch ebenfalls entsprechenden Nervenreizen geschuldet.

    Galgantwurzel und zwei dünn abgeschnittene Scheiben.
    In Scheiben geschnitten kann die Galgantwurzel gut für einen Tee verwendet werden. (Bild: tunedin/stock.adobe.com)

    Galgant – Anwendung und Dosierung

    Für eine Anwendung als Heilmittel genutzt wird in der Medizin vor allem die Galgantwurzel. In feine Scheiben geschnitten können die knolligen Rhizome zum Beispiel als Tee aufgebrüht werden oder beim Kochen die geschmackliche Wirkung anderer Gewürze unterstützen und so das Aroma von Speisen verfeinern. Generell wird zu einer Tagesdosis von zwei bis vier Gramm der Heilpflanze geraten, wobei auf eine Tasse Tee etwa 0,5 bis ein Gramm des Gewürzes kommen.

    Länger als zehn Minuten sollten Sie den Teesud nicht ziehen lassen, da sich die Schärfe ansonsten äußerst intensiv durchsetzt. Wenn Sie es allgemein etwas weniger scharf mögen, können Sie anstatt zu Großem Galgant auch zum Kleinen Galgant greifen. Dieser ist etwas weniger intensiv im Geschmack.

    Galgant ist auch Bestandteil einer grünen Curry-Paste, in der er zu den wichtigsten Zutaten gehört. Auch eine Verarbeitung zur Fleischmarinade ist durchaus denkbar. Ein ganz besonderer Tipp sind im Bereich der heilpflanzlichen Anwendung ferner die alten Rezepte von Hildegard von Bingen. Sie wusste schon im Mittelalter zahlreiche Elixiere aus der gesundheitsfördernden Wurzel des Chinesischen Ingwers herzustellen. Drei davon wollen wir Ihnen gerne vorstellen:

    Himbeer-Galgant-Saft gegen Grippe und Fieber

    Zutaten: Für den Himbeer-Galgant-Saft nach Hildegard von Bingen benötigen Sie nur zwei: ein Glas Himbeersaft sowie ein bis zwei Messerspitzen Galgantpulver.

    Zubereitung: Galgantpulver kann entweder aus getrockneter Galgantwurzel selbst gemahlen oder aus zerstoßenen Galganttabletten beziehungsweise geöffneten Galgantkapseln gewonnen werden. Geben Sie das Pulver einfach in ein Glas voll Himbeersaft und verfeinern Sie es gegebenenfalls mit dem Saft einer halben Zitrone, um den Geschmack zu verbessern.

    Das Getränk empfiehlt sich insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten täglich, um Grippe und Fieberkrankheiten vorzubeugen. Auch während einem Krankheitsfall kann der Himbeer-Galgant-Saft weiter genossen werden.

    Frischer, getrockneter und pulverisierter Galgant.
    Galgantpulver lässt sich aus getrockneten Wurzeln gut selbst herstellen. Alternativ können beispielsweise Galganttabletten zerstoßen werden. (Bild: Picture Partners/stock.adobe.com)

    Galgant-Wein gegen Herzbeschwerden und Durchblutungsstörungen

    Galgantwein lässt sich schnell und unkompliziert selbst herstellen.

    Sie brauchen:

    • einen Teelöffel frische Galgantwurzel (geschnitten),
    • einen Viertelliter Rotwein
    • und einen Kochtopf.

    Zubereitung: Erhitzen Sie den Rotwein auf moderate Temperatur. Sobald der Wein sprudelt, wird ein Teelöffel geschnittene Galgantwurzel hinzugegeben und das Ganze circa zehn Minuten aufgekocht. Anschließend nehmen Sie den Galgantwein vom Herd und lassen Ihn kurz abkühlen, bevor er noch warm in kleinen Schlucken getrunken wird.

    Gut zu wissen: Rotwein hat dank seines reichen Gehalts an Gerbstoffen und Antioxidantien, die aus den dunklen Flavonoiden der schwarzen Weitrauben stammen, von Natur aus einen stärkenden Effekt auf das Herz. Kombiniert mit den herzstärkenden Inhaltsstoffen des Galgants wird diese Wirkung noch verbessert. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass der Wein als alkoholisches Getränk jedoch nur in Maßen genossen werden sollte. Eine Tasse des Galgant-Weins ist deshalb als tägliche Maximaldosis angezeigt.

    Auch sei darauf hingewiesen, dass Galgant allein keine Herzerkrankungen heilen kann. Die Rezeptur ist daher nur als unterstützendes, heilpflanzliches Extrakt zur bestehenden Behandlung mit geeigneten Herzmedikamenten zu verstehen. In Sachen Verträglichkeit mit verschriebenen Arzneimitteln fragen Sie vorab bitte bei Ihrem behandelnden Arzt nach.

    Galgant-Latwerge bei Herzschwäche

    Bei der Galgant-Latwerge nach Hildegard von Bingen handelt es sich um ein sanft eingekochtes Mus aus Honig, Majoran, Selleriesamen, weißem Pfeffer und Galgant. Die Latwerge wirkt der Hildegard-Medizin zufolge stärkend auf das Herz.

    Zutaten:

    • 10 Gramm (g) Galgantwurzelpulver,
    • 12 g Majoranpulver,
    • 12 g Selleriesamenpulver,
    • 4 g weißer Pfeffer
    • und 400 g Honig.

    Zubereitung: Mahlen Sie die Kräuter zu einem feinen Pulver und vermischen Sie dieses im Anschluss in einer großen Schüssel mit dem Honig. Das Gemisch wird dann im Wasserbad erhitzt, woraus die sogenannte Latwerge entsteht. Idealerweise wird ein Teelöffel der Latwerge dann in ein Likörglas Petersilie-Honig-Wein nach Hildegard von Bingen gegeben und drei Mal täglich getrunken.

    Nebenwirkungen

    Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind bei Galgant bislang nicht bekannt. Allerdings ist mit Blick auf die extreme Schärfe der Heilpflanze eine maßvolle Dosierung empfohlen. Generell wird zu einer Tagesdosis von zwei bis vier Gramm der Heilpflanzen geraten, dabei kommen auf eine Tasse Tee etwa 0,5 bis ein Gramm des Gewürzes. Lassen Sie den Aufguss nicht länger als 10 Minuten ziehen, damit die Schärfe nicht zu dominant wird.

    Fazit

    Galgantwurzel ist ein wunderbares Heilmittel zur Behandlung von Magen- und Menstruationsbeschwerden. Selbst auf Tumore sollen die Rhizome der Heilpflanzen eine positive Wirkung ausüben. Seien Sie bei der Dosierung der Wurzeln aber vorsichtig, denn die Schärfe von Galgant ist nicht zu unterschätzen. (ma)

    Autoren- und Quelleninformationen

    Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

    Autor:
    Miriam Adam
    Quellen:
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    • Das große Buch der Hildegard von Bingen: Bewährtes Heilwissen für Gesundheit und Wohlbefinden, Naumann & Göbel, 2017
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    Wichtiger Hinweis:
    Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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