Die Suche nach dem Wissen alter Heilkünste

Volker Blasek

Wie lassen sich alte Heilkünste mit moderner Schulmedizin verbinden?

Können traditionelle Heilkünste anderer Zivilisationen mit der modernen Schulmedizin verknüpft werden, sodass sie sich gegenseitig bereichern? Dieser Frage widmet sich einer der bekanntesten Ärzte Deutschlands, Professor Dr. Dietrich Grönemeyer. Er reiste unter anderem nach Afrika, Tibet, Brasilien, Australien und Korea, um dort alternative Heilmethoden zu erlernen. In seinem neuen Buch „Weltmedizin“ berichtet der Arzt und Bestsellerautor über seine Erfahrungen mit der Naturheilkunde.


Auf seinen Reisen ließ sich Professor Dr. Grönemeyer von erfahrenen Anwendern in die Grundlagen vergessener Naturheilverfahren einweihen. Dabei erlernte er unter anderem Praktiken aus der Traditionellen Chinesische Medizin, dem Schamanismus, der Tibetischen Medizin, der Kräuterkunde der Aboriginies und des Ayurveda. Das traditionelle Wissen der Heilkunst mit der modernen Schulmedizin in den Einklang zu bringen, sieht der bekannte Arzt als ein Lebensprojekt an.

Die Geheimnisse der traditionellen Heilkunde lüften und diese Erkentnisse mit der moderen Medizin verknüpfen – das ist das Lebensprojekt von Professor Dr. Dietrich Grönemeyer. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Das vorhandene Wissen mit verlorenem ergänzen

Professor Dr. Grönemeyer fasst das medizinische Wissen der Weltkulturen erstmals in einem Buch zusammen. Er sieht die Zukunft der Medizin in der Synthese zwischen dem traditionellen Wissen der Heiler und den wissenschaftlichen Erkenntnissen von heute. In seinem Buch beantwortet er beispielsweise Fragen wie man den Herzrhythmus durch Mediation regulieren kann, ob Menschen tatsächlich durch Handauflegen gesund werden können oder warum traditionelle Techniken wie die Akupunktur funktionieren.

Nicht nur für Esoteriker

Wer nun denkt, bei Grönemeyer handelt es sich um einen verträumten Esoteriker, der liegt falsch. Als renommierter Arzt war der Professor bis 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Radiologie und Mikrotherapie an der Universität Witten/Herdecke. Im Jahr 1997 gründete er das interdisziplinär ausgerichtete Grönemeyer-Institut für Mikrotherapie in Bochum. Als Autor veröffentlichte er zahlreiche Bestseller im Gesundheitsbereich.

Die Medizin der Zukunft mit dem Wissen der Vergangenheit

Der größte Traum des Arztes ist es, das alte Wissen mit den modernen Möglichkeiten zu verbinden. Als Arzt, Wissenschaftler und Autor zählt Dietrich Grönemeyer zu den entschiedenen Verfechtern einer Medizin zwischen Moderne und Tradition. Um die beiden Bereiche etwas näher zu bringen, gründete er die Grönemeyer Stiftung für Weltmedizin. Die Stiftung möchte überliefertes Heilwissen dokumentieren, damit es nicht unwiederbringlich verloren geht.

Ein neues Zentrum der Naturheilkunde?

Die Stiftung möchte den Integrationsprozess der Naturheilkunde in die Praxis der modernen Medizin vorantreiben und die wissenschaftliche Wirksamkeit traditioneller Heilformen nachweisen. Des Weiteren möchte das Team um Grönemeyer neue Behandlungsformen entwickeln, die wissenschaftliche High-Tech-Medizin und alternative Heilmethoden aus aller Welt verbindet.

Ambitionierte Ziele

Daneben möchte die Stiftung auch Publikationsforum für ausgewählte Naturheilkunde-Schriften sein, die sich sowohl an Therapeuten als auch an die breite Öffentlichkeit richten sollen. Außerdem sollen Institutionen, die bereits auf dem Gebiet der traditionellen und integrativen Medizin forschen, unterstützt werden. Als mittelfristiges Ziel soll zudem ein Ausbildungszentrum für Therapeuten im Bereich der integrativen Medizin entstehen. (vb)