Diese japanische Pflanze kann die Alterung verlangsamen

Ermöglicht eine Pflanze eine verlangsamte Alterung?

Eine japanische Pflanze, die traditionell von Samurai-Kriegern gegessen wurde, könnte das Geheimnis von Anti-Aging enthalten. Die sogenannte Ashitaba-Pflanze wird verwendet, um die Wundheilung zu unterstützen und Infektionen zu verhindern. Mediziner stellten fest, dass eine einzigartige natürliche Verbindung in der Pflanze zum Schutz der Zellen und zur Verzögerung des Alterns in verschiedenen Spezies und in menschlichen Zellen beiträgt.


Die Wissenschaftler der Universität Graz in Österreich stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass die Ashitaba-Pflanze eine natürliche Verbindung enthält, welche Zellen schützen und das Altern verzögern kann. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Nature Communications“.

Wenn Menschen älter werden, entwickeln sie Falten und sie bauen körperlich und geistig ab. Kann ein japanische Pflanze den Alterungsprozess verlangsamen? (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Pflanze entfernt unerwünschte Zellen aus dem Körper

Die Verbindung in der Pflanze Angelica Keiskei Koidzumi wirkt, indem sie einen Reinigungs- und Recycling-Prozess in den Zellen fördert und unerwünschte Zellen entfernt, die bei ihrer Anhäufung zu Krankheiten führen können. Dies sei ein wichtiger Schritt in Richtung von wirksamen Anti-Aging-Therapien. Die Ashitaba-Pflanze wurde schon lange in der traditionellen Medizin zur Verlängerung des gesunden Lebens angepriesen, nun hat die aktuelle Studie gezeigt, dass natürliche Verbindungen in der Pflanze tatsächlich das Altern verzögern. Die Wissenschaftler identifizierten eine Verbindung namens 4,4′-Dimethoxychalcon, auch bekannt als DMC. DMC könnte vielleicht in Zukunft bei Menschen therapeutisch anwendbar sein, so die Wissenschaftler.

Erste Untersuchungen wurden an Hefezellen durchgeführt

Das Forschungsteam testete zunächst, wie die Substanz Hefezellen beeinflusste, die häufig in Versuchen zur Ergänzung von Tierversuchen verwendet werden. Sie stellten fest, dass die Hefezellen vor Alterungseffekten geschützt werden konnten und die Substanz ebenso gut oder sogar besser als andere zellschützende Verbindungen (wie beispielsweise Resveratrol) funktioniert. Anschließend testete das Team die Wirkung von DMC auf Zellen sowohl in Würmern als auch in Fruchtfliegen.

DMC verlängerte die Lebenserwartung von Fliegen und Würmern

Bemerkenswerterweise hat eine DMC-Behandlung die mittlere Lebensdauer von Fliegen und Würmern um etwa 20 Prozent verlängert, erklären die Autoren der Studie. Weitere Tests haben gezeigt, dass die Verbindung dazu beiträgt, die Zellen in Herzen von Mäusen durch den sogenannten Autophagieprozess zu schützen, bei dem der Körper von geschädigten Zellen gereinigt und neue Zellen generiert werden. Dieser Reinigungsprozess ist der Schlüssel zu einer anhaltenden guten Gesundheit, wenn der Körper altert. Wenn Zellen beschädigte Teile nicht schnell und effizient entfernen, können sie sich ansammeln, was zu Krankheiten wie Krebs führen kann.

DMC verlangsamte Alterungsprozess bei menschlichen Zellen

Das Team testete die Wirkung von DMC auf verschiedene Arten menschlicher Zellen und stellte fest, dass die Substanz das Altern verlangsamte, indem sie die sogenannte Seneszenz verhinderte. Die Experimente weisen darauf hin, dass die Wirkungen von DMC auf den Menschen übertragbar sind, es muss aber noch auf echte klinische Studien an Menschen gewartet werden, erläutern die Wissenschaftler.

Wie entdeckten die Forscher DMC?

Das Expertenteam fand die DMC-Verbindung anhand einer Substanzklasse namens Flavonoide, bei der nachgewiesen wurde, dass sie eine Reihe von positiven Wirkungen hat, von entzündungshemmenden Eigenschaften bis zum Schutz vor Degeneration des Gehirns und Krebs. Die Mediziner untersuchten 180 Verbindungen, die verschiedene Unterkategorien von Flavonoiden repräsentierten, und suchten nach Kandidaten, welche die natürliche Fähigkeit haben könnten, dem altersbedingten Zerfall von Zellen entgegenzuwirken, bevor sie auf DMC stießen. Nach Meinung der Forschenden kommt DMC in keiner anderen natürlichen Quelle vor, was die Ashitiba-Pflanze besonders interessant macht. (as)