Regelmäßige körperliche Bewegung kann einen wichtigen Beitrag zur Linderung von Ängsten und Depressionen leisten und entfaltet eine vergleichbare Wirkung wie Medikamente. Dabei scheint aerobes Training besonders vorteilhaft.
Den Einfluss von verschiedenen Formen der körperlichen Aktivität auf depressive Symptome und Angstzustände haben Forschende aus Australien und den USA in einer aktuellen Übersichtsarbeit untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlicht.
Bewegung stärkt auch die Psyche
Dass Bewegung nicht nur der körperlichen Gesundheit, sondern auch der Psyche zugutekommt, ist durch verschiedene frühere Studien bereits eindeutig belegt.
Beispielsweise berichteten Forschende in dem „Journal of Affective Disorders“, dass Laufen bei Angst und Depression ähnlich wirksam wie Antidepressiva sei und eine weitere Studie kam sogar zu dem Schluss, dass Bewegung hier effektiver als Medikamente ist.
Einfluss auf Ängste & Depressionen?
In der aktuellen Übersichtsarbeit haben die Forschenden nun die Auswirkungen der verschiedenen Bewegungsformen auf Depressionen und Angstzustände in allen Bevölkerungsgruppen einschließlich Kindern und Erwachsenen mit klinisch diagnostizierten und subklinischen Symptomen dargelegt.
Der Einfluss auf Depressionen wurden dabei anhand der Auswertung von 800 Einzelstudien mit insgesamt 57.930 Teilnehmenden im Alter von 10 bis 90 Jahren ermittelt. Zu dem Einfluss der Bewegung auf Angststörungen analysierte das Team 258 Einzelstudien mit 19.368 Teilnehmenden im Alter von 18 bis 67 Jahren.
Alle Teilnehmenden hatten eine diagnostizierte klinische Depression oder wiesen depressive Symptome auf, litten aber an keinen weiteren Begleiterkrankungen, erläutert das Team.
Die überprüften Bewegungsinterventionen ordneten die Forschenden dabei vier verschiedenen Kategorien zu: Aerobes Training, Krafttraining, Entspannungsübungen wie Yoga oder Tai-Chi und eine Kombination der verschiedenen Methoden.
Bewegung so wirksam wie Medikamente
Die Datenauswertung ergab, dass alle Formen der regelmäßigen Bewegung unabhängig von Alter und Geschlecht genauso wirksam oder sogar wirksamer als Medikamente oder Psychotherapie sind, berichtet das Team.
Aerobes Training habe dabei den größten Einfluss auf die Depressions- und Angstsymptome gezeigt und der Effekt sei bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren sowie bei Frauen nach der Geburt besonders stark ausgefallen.
Zudem verstärke das Training in Gruppen und unter Anleitung die Linderung von Depressionen und Ängsten und bei der Reduktion von Angstzuständen seien kürzere Trainingseinheiten mit geringerer Intensität besonders wirksam.
Insgesamt belegen die Studienergebnisse, dass bewegungsbasierte Interventionen Depressions- und Angstsymptome effektiv lindern können. Bei Angststörungen und Depressionen sollte daher Bewegung einen integralen Bestandteil der Therapie bilden. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- BMJ Group: Aerobic exercise may be most effective for relieving depression/anxiety symptoms (10.02.2026), eurekalert.org
- Neil Richard Munro, Samantha Teague, Klaire Somoray, Aaron Simpson, Timothy Budden, Ben Jackson, Amanda Rebar, James Dimmock: Effect of exercise on depression and anxiety symptoms: systematic umbrella review with meta- meta- analysis; in: British Journal of Sports Medicine (veröffentlicht 10.02.2026), bjsm.bmj.com
- Ben Singh, Timothy Olds, Rachel Curtis, Dorothea Dumuid, Rosa Virgara, Amanda Watson, Kimberley Szeto, Edward O'Connor, Ty Ferguson, Emily Eglitis, Aaron Miatke, Catherine EM Simpson, Carol Maher: Effectiveness of physical activity interventions for improving depression, anxiety and distress: an overview of systematic reviews; in: British Journal of Sports Medicine, (veröffentlicht: 16.02.2023), bjsm.bmj.com
- Josine E. Verhoeven, Laura K.M. Han, Bianca A. Lever-van Milligen, Mandy X. Hu, Dóra Révész, et al.: Antidepressants or running therapy: Comparing effects on mental and physical health in patients with depression and anxiety disorders; in: Journal of Affective Disorders (veröffentlicht 15.05.2024), sciencedirect.com
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