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Dr. House TV Serie rettet Patienten Leben

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
7. Februar 2014
in News
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Mysteriöse Symptome eine Patienten dank US-Fernsehserie richtig erkannt

09.02.2014

Während der Informationsgehalt des Fernsehprogramms allgemein oft zu wünschen übrig lässt, hat sich die Fernsehserie „Dr. House“ jetzt als lebensrettende Informationsquelle bewiesen. Ein Arzt erkannte die mysteriösen Symptome eines 55-jährigen Patienten richtig, da sie entsprechend in einer Folge der US-Fernsehserie zu sehen waren. Über den Fall haben Professor Dr. Jürgen R. Schäfer von der Philipps-Universität Marburg und Kollegen in dem renommierten Fachmagazin „The Lancet“ berichtet.

Der Patient wurde im Mai 2012 mit einer Reihe unerklärlicher Symptome in das Zentrum für unerkannte Krankheiten am Universitätsklinikum Gießen und Marburg eingeliefert. Er zeigte eine Herzschwäche, war fast taub und fast blind, hatte Fieber unbekannter Ursache, eine Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) und eine Refluxösophagitis (durch Rückfluss von Magensäure bedingte Speiseröhrenentzündung). Außerdem litt der Patient an einer Lymphknotenschwellung, insbesondere im Bereich der linken Hüfte, schreiben die Mediziner. „Die Suche nach der Ursache dieser Kombination der Symptome hat uns an eine Episode der TV-Serie Dr. House erinnert, die wir für den Unterricht mit Medizinstudenten nutzen“, berichten Dr. Schäfer und Kollegen. So sei eine Kobalt-Vergiftung als der wahrscheinlichste Grund für die Beschwerden vermutet worden.

Krankengeschichte des Patienten war laut Aussage der Mediziner „größtenteils ereignislos , abgesehen von der Tatsache, dass beide Hüften durch Prothesen ersetzt wurden.“ An der linken Hüfte wurde im Jahr 2010 eine zerbrochene Prothese, welche im Jahr 2001 implantiert worden war, durch ein neues Implantat ersetzt. Die Ärzte vermuteten hier einen Zusammenhang mit den zwei Jahr später auftretenden Beschwerden des Patienten, da sie einen vergleichbaren Fall aus der TV-Serie kannten. Sie haben anschließend mittels einer Radiographie der Hüfte festgestellt, dass bei der neuen Prothese ein Metallabrieb an der linksseitigen Hüfte festzustellen war. „Die Messung von Kobalt und Chrom im Blut zeigte starke Erhöhungen dieser Metalle“, schreiben Prof. Schäfer und Kollegen. Die Kobalt-Konzentration in der Blutprobe habe 15.000 Nanomol pro Liter (nmol/l) erreicht, wobei die Normalwerte unter 15,3 Nanomol pro Liter liegen. Die festgestellte Chrom-Konzentration betrug 942 Nanomol pro Liter (maximal 9,6 nmol/L gelten als Normalwert).

Zustand des Patienten hat sich schnell stabilisiert
Nachdem die durch Metallabrieb verursachte Kobalt-Vergiftung als Ursache der Beschwerden feststand, wurde die Metall-Prothese umgehend durch eine neue keramische Hüftprothese ersetzt und der Patient erhielt außerdem einen sogenannten Kardioverter-Defibrillator (Implantat ähnlich einem Herzschrittmacher), um die schwere Herzinsuffizienz auszugleichen. Kurz nachdem die neue Prothese implantiert wurde, sanken bereits die Kobalt-und Chrom-Konzentrationen im Blutplasma des Patienten, sein Zustand stabilisierte sich und er hat sich schnell erholt.Vierzehn Monate nach dem Eingriff sei im Juli 2013 eine Kobalt-Konzentration von 1.460 Nanomol pro Liter gemessen worden (Chrom 365 nmol/L). Die Herzfunktion habe sich deutlich verbessert und es gab keine neuen Fieberschübe oder Anzeichen einer Ösophagitis mehr. Allerdings habe sich das Hör-und Sehvermögen des Patienten kaum erholt. Dennoch zeigt der Fall, dass „Dr. House“ nicht nur im Fernsehen, sondern auch in der Realität Leben retten kann. (fp)

Bild: Kristin Dos Santos, Wikipedia

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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