Gesundheit: Sind Kartoffeln nach dem Auskeimen noch zum Verzehr verwendbar?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Sind ausgekeimte Kartoffeln noch genießbar?

Wenn Kartoffeln längere Zeit aufbewahrt werden, kommt es schon mal vor, dass sie auskeimen. Dürfen sie dann noch gegessen werden oder sollte man sie besser wegschmeißen? Diese Frage beantworten Gesundheitsexperten, die auch einige Tipps zur richtigen Lagerung haben.


Solanin kann zu Vergiftungen führen

Kartoffeln mit Trieb und mit grünen Stellen können den gefährlichen Stoff Solanin enthalten und sollten daher besser aussortiert werden. Denn je nach aufgenommener Menge kann Solanin zu Vergiftungen mit Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Kratzen und Brennen im Hals führen. In einer hohen Dosis kann der Stoff laut Fachleuten sogar tödlich sein.

Experten warnen: Kartoffeln können bei unsachgemäßer Lagerung das giftige Solanin bilden – vor allem in Keimstellen, Schale und grünen Stellen ist es enthalten. (Bild: Rainer Fuhrmann/fotolia.com)

Richtige Lagerung

Wie das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) auf seiner Webseite erklärt, ist das giftige Solanin hitzestabil und geht in geringen Mengen ins Kochwasser über.

Daher gilt:

  • Kartoffeln dunkel, kühl und trocken lagern, denn unter Lichteinfluss bildet sich Solanin.
  • Kartoffeln in jedem Fall schälen beziehungsweise pellen, denn die Kartoffelschale enthält Solanin.
  • Grüne Stellen und Keimansätze enthalten Solanin und sollten großzügig entfernt werden. Wenn der überwiegende Teil der Kartoffel betroffen ist, sollte sie nicht mehr verzehrt werden.
  • Bitter schmeckende, stark keimende oder schrumpelige Kartoffeln nicht verzehren.
  • Kochwasser nicht mitverwenden, denn Solanin ist wasserlöslich und hitzestabil.
  • Vor allem kleine Kinder sollten keine Kartoffeln mit Schale essen.

Gekeimte Zwiebeln und Knoblauchknollen hingegen sind bedenkenlos essbar, weil ihre Keime keine giftigen Stoffe enthalten.

Kartoffeln besser kochen als braten oder frittieren

Neben den Trieben und grünen Stellen sollte aber vor allem auch die Zubereitung der Kartoffeln beachtet werden.

Denn wie Wissenschaftler berichteten, können gebratene und frittierte Kartoffeln die Lebenserwartung verkürzen.

Dieses erhöhte Risiko ist bei gekochten und gedünsteten Kartoffeln nicht zu beobachten. (ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.