Eier gesund oder doch ungesund? Pro und Contra rund ums Ei

Hochwertiges Protein, Mineralstoffe, Vitamine: Im Ei stecken zahlreiche gesunde Nährstoffe

In der Vergangenheit galten Eier eher als Gesundheitsrisiko und nicht als ein empfehlenswertes Lebensmittel. Doch schon seit Jahren verweisen mehr und mehr Experten auf die gesunden Nährstoffe, die in Hühnereiern enthalten sind: hochwertiges Protein, wertvolle Mineralstoffe und wichtige Vitamine.


Hoher Cholesterinspiegel kann gefährlich werden

Bei rund jedem dritten Bundesbürger ist das Cholesterin zu hoch. Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann zu Erkrankungen der Gefäße führen, mit möglichen Folgen wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Betroffenen wird häufig eine Ernährungsumstellung empfohlen, um den Spiegel zu senken. Vor allem ein niedrigerer Eierkonsum wird hier oft angeführt. Doch schaden Eier unserer Gesundheit tatsächlich oder sind sie eher gesund für den Menschen?

Eier standen lange im Verdacht den Blut-Cholesterinspiegel in die Höhe zu treiben und damit ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sein. Doch heute verweisen immer mehr Experten auf die gesunden Nährstoffe in Hühnereiern. (Bild: iprachenko/fotolia.com)

Gesünder als lange gedacht

Erst kürzlich wurde eine Studie US-amerikanischer Forscher veröffentlicht, die zu dem Schluss kam, dass ein erhöhter Verzehr von Eiern das Risiko für lebensbedrohliche Herzerkrankungen steigert.

Andere Untersuchungen ergaben jedoch, dass Hühnereier erheblich gesünder sind als lange angenommen wurde, weshalb auch die jahrelangen Warnungen vor Eiern und Butter im Zusammenhang mit zu hohen Cholesterinwerten von vielen Gesundheitsexperten aufgehoben wurden.

Inzwischen werden häufig die positiven Inhaltsstoffe von Eiern hervorgehoben. So auch vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE).

Cholesterin ist nur im Eigelb vorhanden

Wie die Experten in einer Mitteilung schreiben, erfüllt Cholesterin, das ausschließlich im Eigelb vorhanden ist, wichtige Aufgaben im Organismus, beispielsweise als Basis für die Hormon- und Vitamin-D-Bildung.

Deshalb bildet es der Körper selbst und ist nicht auf die Zufuhr durch die Nahrung angewiesen.

Allerdings schadet es auch nicht, wenn wir es zum Beispiel durch den Verzehr von Eiern aufnehmen: Beim gesunden Menschen wird der Blut-Cholesterinspiegel durch einen Mechanismus reguliert.

Dieser sorgt dafür, dass der Wert unabhängig von der Höhe der Cholesterinaufnahme weitestgehend konstant bleibt.

Wer zu Ostern also mal seinen Eierkonsum etwas erhöht, könne dies aus ernährungsphysiologischer Sicht ohne schlechtes Gewissen tun.

Hochwertiges Nährwertspektrum

Wie das BZfE erklärt, ist das Ei naturgegeben mit allem ausgestattet, was ein heranwachsendes Küken zur gesunden Entwicklung braucht.

Dies erkläre auch, warum Eier ein hochwertiges Nährwertspektrum aufweisen.

Laut den Fachleuten enthält ein Ei der Gewichtsklasse L (etwa 70 Gramm) circa neun Gramm hochwertiges Protein, acht Gramm Fett (hauptsächlich im Eigelb) und Spuren von Kohlenhydraten.

Ferner sind darin die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie die wasserlöslichen B-Vitamine zu finden. Das Vitamin A – und seine Vorstufe, das Pro-Vitamin A (Carotin) – ist dabei das wichtigste Vitamin im Ei.

Es sorgt dafür, dass die Augen elastisch bleiben, sich die Iris gut an Helligkeit und Dunkelheit anpasst und wir nachts besser sehen.

Erwähnenswert sind auch die Mineralstoffe Kalzium, Phosphor und Eisen im Eigelb sowie Natrium und Kalium im Eiklar.

Dem BZfE zufolge ist das Protein so hochwertig, dass es als Bezugswert für die biologische Wertigkeit herangezogen wird. Das heißt, der menschliche Körper kann dieses Protein zu 100 Prozent verwerten.

Zum Vergleich: Das Protein im Weizen hat eine biologische Wertigkeit von „nur“ 59, bei Amaranth liegt sie bei 73 und bei Jogurt bei 83. (ad)