Ein Mangel an diesem Protein fördert die Entstehung von Hautkrebs

Kann das Protein TRIM29 das Risiko für Hautkrebs beeinflussen?

Forschende der Hokkaido University fanden jetzt heraus, dass der Verlust eines Proteins mit der Bezeichnung TRIM29 die Invasion von Krebszellen bei einer üblichen Art von Hautkrebs fördert. Dies deutet auf einen neuen diagnostischen Marker und ein mögliches therapeutisches Ziel hin.


Die Wissenschaftler der Hokkaido University stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass der Verlust eines bestimmten Proteins die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer speziellen Hautkrebsform erhöht. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Cancer Research“.

Ein bestimmtes Protein wirkt sich auf die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Hautkrebs aus. (Bild: glisic_albina/fotolia.com)

Wie beeinflusst TRIM29 das Plattenepithelkarzinom?

Ein sogenanntes Plattenepithelkarzinom ist eine häufige Art von Krebs, die normalerweise die Haut betrifft, wenn diese den schädigenden ultravioletten Strahlen der Sonne ausgesetzt ist. Ein Protein, welches normalerweise dazu beiträgt unsere DNA zu reparieren, ist auch an Brust-, Pankreas, Prostata-, Lungen-, Blasen- und Magenkrebs beteiligt. Die Rolle dieses Proteins beim Plattenepithelkarzinom war jedoch bisher unbekannt, sagen die Wissenschaftler.

Niedrige TRIM29-Konzentrationen machen Krebszellen invasiver

Humane Plattenepithelkarzinomzellen mit niedrigeren TRIM29-Konzentrationen sind mobiler und invasiver, was mit einer schlechteren Prognose korreliert, erläutern die Experten um Teruki Yanagi und Professor Shigetsugu Hatakeyama von der Hokkaido University. Die Expression von TRIM29 war in normalen Hautzellen am höchsten. Sie war niedriger bei Plattenepithelkarzinomen und auch bei Tumoren, die metastasierten, und breitet von der Hauptkrebsstelle in andere Teile des Körpers aus, beispielsweise in die Lunge. Die Forscher stellten außerdem fest, dass das Ausschalten des Gens die Krebszellen sowohl in Zellkulturen als auch in Mäusen mobiler und invasiver machte.

TRIM29 interagiert mit Keratin

Interessanterweise fanden die Wissenschaftler heraus, dass TRIM29 mit einem anderen Protein (Keratin) innerhalb von Zellen interagiert, welches zahlreiche Funktionen bei der Bildung eines schützenden strukturellen Rahmens innerhalb von Zellen sowie bei der Zellbeweglichkeit und Signalübertragung spielt. Wenn der TRIM29-Spiegel in einer Zelle normal ist, wird Keratin im Zytoplasma weit verbreitet. Wenn dagegen die TRIM29-Spiegel niedrig sind, verteilt sich Keratin hauptsächlich im Zellkern, was zu veränderten Zellformen führt, erklären die Autoren der Studie.

TRIM29 als diagnostischer und prognostischer Marker?

Frühere Studien haben bereits gezeigt. dass TRIM29 die Entwicklung von Brust- und Prostatakrebs unterdrückt, da sich das Protein in diesen Zelltypen im Zytoplasma verbreitet. Es förderte jedoch die Entwicklung von Bauchspeicheldrüsen-, Lungen-, Blasen- und Magenkrebs, wo es im Zellkern lokalisiert ist. In Hautzellen ist TRIM29 normalerweise im gesamten Zytoplasma positioniert, wodurch seine Schutzfunktion bei der Unterdrückung von Hautkrebs verstärkt wird, sagen die Mediziner. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass TRIM29 ein neuartiger diagnostischer und prognostischer Marker für Plattenepithelkarzinome sein kann, die häufig in Haut, Hals und Kopf auftreten, die Interaktion zwischen TRIM-29 und Keratin könnte auch ein therapeutisches Ziel für die Behandlung von fortgeschrittenen und metastatischen Plattenepithelkarzinomen sein“, so Studienautor Teruki Yanagi in einer Pressemitteilung der Hokkaido University. (as)