Eindeutig geklärt: Impfen führte nicht zu Autismus

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autismus wird nicht durch Impfen ausgelöst

Eine Langzeitstudie aus Dänemark zeigt eindeutig: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Autismus und Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung). Impfgegner behaupten seit langem diesen Zusammenhang, um gegen Impfungen zu „argumentieren“. Ausganspunkt war eine gefälschte Studie, die Ende der 1990er Jahr veröffentlicht wurde und anschließend von den Autoren zurückgezogen werden musste. An hunderttausenden Kindern hat die aktuelle Forschungsarbeit nun eindeutig belegt, dass ein Zusammenhang zwischen Autismus und der MMR-Impfung ausgeschlossen werden kann.


Umfassende Studie

Das dänische Forschungsteam untersuchte die Daten von über 650.000 Kindern, die zwischen 1999 und 2010 in Dänemark zur Welt kamen. Diejenigen, die geimpft wurden, hatten nicht häufiger Autismus als die Ungeimpften. Die Studienergebnisse wurden in dem Fachmagazin Annals of Internal Medicine veröffentlicht.

Impfungen werden von Impfgegner oft in Zusammenhang mit Autismus gebracht, doch einen aktuelle Studie mit mehr als 650.000 Kindern hat eindeutig gezeigt, dass dieser Zusammenhang nicht besteht. (Bild: Wolfilser/fotolia.com)

Autismusgefährdungsquote nicht erhöht

Während der Nachbeobachtungszeit von insgesamt fünf Millionen Personenjahren wurde bei 6517 Kindern Autismus diagnostiziert (Inzidenzrate 129,7 pro 100 000 Personenjahre), berichtet das Forschungsteam. Der Vergleich von Kindern mit MMR-Impfung und nicht geimpften Kindern habe eine grundsätzlich gleiche Autismusgefährdungsquote ergeben. Auch wurde kein erhöhtes Risiko für Autismus nach MMR-Impfung bei Untergruppen von Kindern beobachtet, die beispielsweise anhand von Autismusrisikofaktoren (basierend auf einem Risikobewertungswert für Krankheiten) gebildet wurden, so die Forschenden weiter.

Eindeutiges Studienergebnis

In der bisher größten Langzeitstudie zu dem Thema ist damit das Fazit eindeutig: Impfungen haben keinen Einfluss auf das Autismus-Risiko. Die aktuelle Studie zeigt, „dass die MMR-Impfung das Risiko für Autismus nicht erhöht, bei anfälligen Kindern keinen Autismus auslöst und nicht mit dem Clustering von Autismusfällen nach der Impfung zusammenhängt“, so das dänische Forschungsteams. Ob sich die Impfgegner hiervon überzeugen lassen, bleibt allerdings zu bezweifeln.

WHO warnt vor Impfgegnern

Nicht die Impfungen, die Millionen von Menschen das Leben retteten, sondern die Fehlinformationen der Impfgegner sieht die Weltgesundheitsorganisation offiziell als eine der größten Gefahren für die Weltgesundheit.

Impfgegner verbreiten weiter Falschinformationen

Allen seriösen Studien wie der aktuellen aus Dänemark zum Trotz behaupten Impffeinde, Impfungen könnten Autismus auslösen. Ausgangspunkt für diese Märchen ist eine falsche Behauptung des Briten Andrew Wakefield, der wegen solchen Fakes in Großbritannien seine Zulassung als Arzt verlor. Wakefields Studie wurde zurückgezogen, nachdem Wakefield unethische Untersuchungsmethoden nachgewiesen worden waren.

Impffeinde im Verschwörungswahn

Der Impffeind Stefan Lanka bezweifelt sogar, dass es Viren gibt. Er versprach, er würde demjenigen 100.000 Euro zahlen, der ihm die Existenz und Größe von Masernviren mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen belegen würde. Ein Arzt schickte ihm entsprechende wissenschaftliche Belege und wollte das Geld. Lanka weigerte sich, doch ein Gericht urteilte, die Beweise seien valide, und er müsse zahlen.

Welche Ursachen hat Autismus wirklich?

Wissenschaftler kennen zwar die Ursachen von Autismus noch nicht ganz genau, haben aber genetische Störungen identifiziert, die hineinspielen. Ebenso scheinen Schäden in der Schwangerschaft eine Rolle zu spielen, sowie Einflüsse der Umwelt. Auch in Ländern, in denen die Impfraten gegen Masern, Mumps und Röteln zurückgingen, stiegen die Autismusraten an.

Alarmierende Masernzahlen

2018 nahmen die weltweiten Masernfälle in 98 Ländern zu, dabei trafen Masernausbrüche vor allem zehn Länder: Ukraine, Brasilien, Venezuela, Philippinnen, Serbien, Madagaskar, Sudan, Thailand, Jemen und Frankreich. In Ländern wie Jemen, dem Sudan und Venezuela liegt das Problem in der Katastrophe des öffentlichen Gesundheitssystems: Im Jemen existierte es nie wirklich, in Venezuela ist es zusammen gebrochen. Wo es keine Impfstoffe gibt, kann auch nicht geimpft werden. In Frankreich hingegen liegt die Schuld bei Impfgegnern.

Ungebremste Masernwellen

Auf den Philippinen wurden 2019 bereits 12.736 Masernkranke gemeldet – und 203 Menschen starben dort dieses Jahr an der Krankheit. In Brasilien gab es dieses Jahr zwölf Tote bei 10.274 erfassten Kranken. In Venezuela ist die medizinische Versorgung kollabiert und neben Masern breitet sich auch die Malaria wieder aus. Dabei waren zuvor alle Länder Amerikas masernfrei. Alle Erkrankten und alle Toten hätten durch Impfungen vermieden werden können.

Auf Fehlinformationen basierende „Impfkritik“, die dazu führt, dass Menschen sich aus Angst vor Autismus nicht gegen Masern impfen lassen führt unmittelbar dazu, dass Menschen an Masern erkranken und einige von ihnen an Masern sterben – an einer Krankheit, die durch Impfungen ausgerottet sein könnte.

Oftmals bewusste Verunsicherung

Das führt zu Verunsicherung bei den Patienten, die aus nicht validen Quellen Mutmaßungen lesen oder die Studienlage nicht richtig deuten können. Viele Portale, die mit Klicks entsprechend Kasse machen wollen, scheinen auch nicht erpicht zu sein, die wissenschaftliche Datenlage differenziert darzustellen. Vielmehr lässt sich Geld damit machen, wenn Überschriften suggerieren, dass Impfen schädigend sein könnte. (Dr. Utz Anhalt)