Ernährungstrend: Was beim Verzehr von Insekten zu beachten ist

Alfred Domke

Käfer auf dem Speiseplan: Was beim Insekten essen unbedingt beachtet werden muss

In manchen Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas ist der Verzehr von Insekten schon lange üblich. In der Europäischen Union ist der Verkauf von Insekten als Lebensmittel seit Anfang des Jahres geregelt. Wer die kleinen Tiere tatsächlich konsumieren will, sollte unbedingt einige Hinweise von Verbraucherschützern beachten.


Anderswo stehen Insekten längst auf dem Speiseplan

Mehlwürmer, Heuschrecken, Käfer: In unserem Kulturkreis ist das Essen von Insekten (Entomophagie) eher unüblich, doch in manchen Regionen Asiens, Lateinamerikas und Afrikas ist der Verzehr der kleinen Tierchen längst üblich. Anfang 2018 hat die Europäische Union neue gesetzliche Regelungen auf den Weg gebracht. Insekten oder daraus bestehende Produkte wie Nudeln oder Burger werden bereits vermehrt angeboten. Wer die ungewöhnlichen Snacks probieren will, sollte einige Hinweise der Verbraucherzentrale Hamburg beachten.

Seit Anfang des Jahres ist der Verkauf von Insekten als Lebensmittel in der EU gesetzlich geregelt. Wer nun zu Insekten-Burgern oder ähnlichen Speisen greift, sollte einige Hinweise beachten. (Bild: catherinelprod/fotolia.com)

Gesunde und umweltfreundliche Ernährung

Zwar haben sich deutsche Experten schon vor Jahren damit beschäftigt, ob Insekten in Zukunft die besseren Lebens- und Futtermittel darstellen könnten, doch erst Anfang dieses Jahres wurde der Verkauf von Insekten auch in der EU geregelt.

Seitdem sind Speisen wie Insekten-Burger und -Nudeln oder getrocknete Mehlwürmer erhältlich.

Die Verbraucherzentrale Hamburg weist darauf hin, dass Insekten viel Protein und wichtige ungesättigte Fettsäuren enthalten und umweltfreundlicher als Fleisch produziert werden können.

„Sogar die Vitamine B2 und B12 sind teilweise in höheren Mengen enthalten als etwa in Vollkornbrot“, schreiben die Experten auf ihrer Webseite.

„Verlässliche Daten zu Vitaminen und Mineralstoffen sind jedoch noch sehr unvollständig.“

Keine Tiere aus der Zoohandlung essen

Doch trotz der gesundheitlichen Vorteile werden sich nur die wenigsten Verbraucher auf die neuen Produkte stürzen, schließlich ekeln sich viele Menschen vor den kleinen Tierchen.

Wer sie dennoch testen will, sollte lediglich speziell für den menschlichen Verzehr produzierte Tiere essen und keine selbst gesammelten Insekten oder welche aus der Zoohandlung verzehren.

Denn diese könnten Keime und Parasiten enthalten.

Den Angaben zufolge gibt es bisher noch keine verbindlichen Hygienestandards für Insekten als menschliches Nahrungsmittel.

Doch bei den in der EU erhältlichen Produkten, die vor allem online und selten auch in Supermärkten angeboten werden, könne man davon ausgehen, dass die Tiere unter sauberen Bedingungen gezüchtet wurden.

Insekten aus Zuchtanlagen werden meistens tiefgefroren, gewaschen und blanchiert und anschließend gefriergetrocknet und verpackt. Roh sollte man Insekten grundsätzlich nicht verzehren.

Allergiker müssen besonders aufpassen

Menschen mit Allergien gegen Hausstaubmilben oder Schalen- und Krustentiere müssen besonders vorsichtig sein. Bei ihnen könnte sich eine Kreuzallergie gegen Insekten entwickeln.

Und wer auf Garnelen allergisch reagiert, der reagiert auch häufig auf Mehlwürmer.

„Laut Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) ist das Risiko, allergisch auf Insekten zu reagieren, allerdings eher gering“, schreibt die Verbraucherzentrale. (ad)