Extreme Hitzewelle: Was wirklich bei den momentanen Temperaturen am Arbeitsplatz hilft

Frau im Büro hat Kopfschmerzen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Hitzewelle: So überstehen Sie die heißen Tage im Büro

Schon jetzt ist es mancherorts unerträglich heiß; und die Temperaturen werden die nächsten Tage noch weiter steigen, auf bis zu 40 Grad. Die Arbeit im Büro fällt bei dieser Hitze besonders schwer. Experten erklären, wie Sie die Situation am Arbeitsplatz erträglicher gestalten können.


Gesund und leistungsfähig bleiben

Zwar erleben wir derzeit einen wunderbaren Sommer, doch längst nicht alle können sich darüber freuen. Die hohen Temperaturen sorgen bei vielen Menschen für gesundheitliche Probleme wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel. Wer bei der Hitze nicht am Badesee verweilen kann, sondern arbeiten muss, hat es besonders schwer. Doch es gibt einige Maßnahmen, die dabei helfen, an heißen Sommertagen gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Frau im Büro hat Kopfschmerzen
Die aktuellen Temperaturen können die Arbeit im Büro zur Qual machen. Experten erklären, wie die Situation am Arbeitsplatz bei Hitze angenehmer gestaltet werden kann. (Bild: WavebreakMediaMicro/fotolia.com)

Hohe Temperaturen wirken sich auf den Körper aus

Wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf ihrer Webseite erklärt, steuert der menschliche Körper seine Kerntemperatur so, dass sie stetig rund 37 Grad beträgt.

Wenn die Außentemperatur steigt, bildet sich Schweiß. Verdunstet dieser, wird der Körper gekühlt. Trotzdem erhöhen sich Hauttemperatur und Herzfrequenz, was in der Regel harmlos ist.

Schwitzen führt zu Flüssigkeits- und Mineralienverlust. Dementsprechend steigt auch der Bedarf an Flüssigkeit.

Als Durstlöscher eignen sich insbesondere Mineralwasser, ungesüßte Früchte- und Kräutertees sowie verdünnte Fruchtsäfte.

Und keine Sorge: Fachleuten zufolge ist es sehr unwahrscheinlich, dass man zu viel trinkt. Für eine „Wasservergiftung“ müsste ein Erwachsener demnach schon sechs Liter Wasser hintereinander wegtrinken.

Einer Studie der BAuA zufolge ist die Leistungsfähigkeit bei höheren Lufttemperaturen auch nach vier Stunden noch gegeben.

Doch man fühlt sich weniger frisch und die Leistungsbereitschaft nimmt ab.

Maßnahmen gegen die Hitze

Laut der Arbeitsstättenverordnung sollen vom Arbeitgeber im Betrieb bei Hitze folgende beispielhafte Maßnahmen durchgeführt werden:

Sonnenschutz steuern
Der Sonnenschutz, beispielsweise an Fenstern, muss rechtzeitig heruntergelassen werden. Jalousien sollten auch nach Arbeitsschluss geschlossen bleiben.

Frühmorgens lüften
An heißen Sommertagen erwärmt sich die Luft spätestens ab zehn Uhr deutlich. Daher sollte in den frühen Morgenstunden gelüftet werden. Lüftungseinrichtungen sind gezielt zu steuern, sodass zum Beispiel eine Nachtauskühlung möglich ist.

Arbeitszeiten flexibel gestalten
Flexible Arbeitszeiten sowie Gleitzeit erlauben dann zu arbeiten, wenn die Innentemperatur gesundheitlich noch zuträglich ist.

Ventilatoren und Klimageräte einsetzen
Ventilatoren verschaffen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angenehme Kühlung. Mobile Klimageräte können dazu beitragen, die Temperatur in einzelnen Räumen zu senken.

Bekleidungsregeln lockern
An heißen Tagen hilft auch ein gelockerter Dresscode. Auf Jackett und Krawatte verzichten, kurzärmlige Hemden und Blusen, eine leichte Hose oder ein Sommerrock – all das kann verhindern, dass sich der Körper überhitzt.

Getränke bereitstellen
Getränke wie beispielsweise Mineralwasser und Saftschorlen unterstützen die körpereigene Wärmeregulation. Auf sehr kalte Getränke, etwa mit Eiswürfeln, sollte verzichtet werden.

Das kann jeder selbst unternehmen

Die BAuA listet auch auf, welche Verhaltensregeln jeder selbst bei Hitze berücksichtigen sollte:

Sonnenschutzeinrichtungen sollten – falls vorhanden – möglichst so geschlossen werden, dass keine direkte Sonnenstrahlung ins Büro gelangt. Es sollte dabei auf ausreichendes Tageslicht ohne künstliche Beleuchtung geachtet werden.

Wärmequellen sind zu vermeiden, Daher sollten nicht benötigte Geräte im Büro abgeschaltet werden. Das gilt auch für die Beleuchtung.

Wichtig ist auch, die Bekleidung an die hohen Temperaturen anzupassen. Ideal sind luft- und feuchtigkeitsdurchlässige, leichte und bequeme Kleidung sowie luftdurchlässige Schuhe. Diese Garderobe erleichtert das Schwitzen und verringert so die Hitzebelastung.

Da der Körper durch Schwitzen viel Flüssigkeit verliert, ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Während bei 24 Grad Raumtemperatur etwa zwei Liter Flüssigkeit an einem Arbeitstag reichen, sollten bei hohen Temperaturen etwa drei Liter oder mehr getrunken werden.

Empfehlenswert ist auch, die Ernährung anzupassen. Am besten nimmt man über den Tag verteilt leichte Kost statt deftiger Speisen zu sich. So wird Magenproblemen und weiteren Beschwerden vorgebeugt, die bei Hitze häufig auftreten.

Kurzfristige Kühlung wird erreicht, indem die Handgelenke mit kaltem Wasser benetzt werden. Auch Ventilatoren, die man selbst einstellen kann, sorgen für Abkühlung.

Kein Rechtsanspruch auf Hitzefrei

Die BAuA weist auch darauf hin, Körpersignale zu beachten: „Nicht jeder verträgt Wärme gleich gut. Achten Sie auf Signale Ihres Körpers und suchen Sie kühlere Bereiche auf, wenn Sie sich nicht wohl fühlen“, schreiben die Experten.

Abschließend erklären sie, dass es für Beschäftigte keinen direkten Rechtsanspruch etwa auf klimatisierte Räume oder Hitzefrei gibt.

Allerdings ist der Arbeitgeber nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, „die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit vermieden wird und verbleibende Gefährdungen gering gehalten werden.“ (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen: