Farbe eines Hundes gibt Auskunft über Lebensdauer und Gesundheitsprobleme

Alfred Domke

Zusammenhang zwischen Fellfarbe eines Hundes und seiner Lebenserwartung entdeckt

Forscher aus Australien haben herausgefunden, dass die Farbe eines Hundes auf seine Lebenserwartung und auf Gesundheitsprobleme schließen lässt. Die Wissenschaftler haben auch eine Erklärung für den Zusammenhang von Fellfarbe und Krankheiten.


Schokoladenfarbene Labradore leben nicht so lange

In einer neuen Studie, die von der University of Sydney durchgeführt wurde, hat sich gezeigt, dass die Fellfarbe eines Hundes auf seine Lebenserwartung und auf Gesundheitsprobleme schließen lassen. Demnach haben schokoladenfarbene Labradore eine geringere Lebenserwartung als andersfarbige, berichtet der Australisch-Neuseeländische Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann in einer Mitteilung.

In einer Studie hat sich gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Fellfarbe von Labradoren und der Lebensdauer der Hunde gibt. (Bild: DoraZett/fotolia.com)

Mehr Ohrinfektionen und Hautkrankheiten

Die Studie, die im Fachjournal „Canine Genetics and Epidemiology“ veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass die Lebenserwartung von schokoladenfarbenen Labradoren deutlich unter der ihrer schwarzen und hellen Gegenstücke liegt.

Im Rahmen der Studie wurden mehr als 33.000 Labradore jeder Farbrichtung in Großbritannien untersucht.

Dabei zeigte sich, dass es bei schokoladenfarbenen Labradoren zu mehr Vorfällen von Ohrinfektionen und Hautkrankheiten kommt.

Eine der beliebtesten Hunderassen

Die britische Studie, die Teil der University’s VetCompass-Programme ist, bei der elektronische Daten der vierbeinigen Patienten ausgewertet und analysiert werden, wurde in Australien nachgebildet. Dort gehören Labradore zu den beliebtesten Hunderassen.

Den Angaben zufolge beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung von nicht-schokoladenfarbenen Labradoren in Großbritannien 12,1 Jahre.

Das sind mehr als zehn Prozent mehr als bei den schokoladenfarbenen Labradoren. Ohrinfektionen (Otitis externa) kamen bei den schokoladenfarbenen Labradoren doppelt so häufig vor.

Ebenso besitzen sie eine vierfach höhere Wahrscheinlichkeit, an einer Hautkrankheit (Pyotraumatische Dermatitis) zu leiden.

Erklärung für den Zusammenhang von Fellfarbe und Krankheiten

Der Leiter der Studie, Professor Paul McGreevy von der Faculty of Science der University of Sydney, erklärte, dass der Zusammenhang von Fellfarbe und Krankheiten für die Forscher eine Überraschung darstellte.

Er erläuterte, dass die Erkenntnisse der Studie in Großbritannien möglicherweise nicht auf die australischen Labradore anwendbar seien, es aber eine Untersuchung wert sei.

„Der Zusammenhang von Fellfarbe und Krankheiten kann eine unbeabsichtigte Folge von dem Züchten gewisser Pigmentierungen sein”, so Professor McGreevy in einer Mitteilung.

„Weil die braune Farbe bei den Hunde rezessiv ist, muss das Gen für diese Färbung in beiden Eltern vorhanden sein. Nur so entsteht ein schokoladenfarbener Welpe“, sagte der Studienleiter.

„Züchter, die diese Färbung anstreben, können nun dazu tendieren, nur Labradore, die dieses Gen in sich tragen, zu verwenden“, erläuterte Professor McGreevy.

„Das kann darin resultieren, dass ein reduzierter Gen-Pool entsteht, in welchem wiederum eine erhöhte Anzahl von Genen, die für die Ohr- und Hautinfektionen verantwortlich sind, vorhanden ist.”

Kastrierte Rüden sind eher übergewichtig

Wenn man die Gesamtpopulation der Labradore betrachtet, sind Übergewicht, Ohrinfektionen und Entzündungen der Gelenke die am häufigsten vorkommenden Gesundheitsprobleme.

„Wir haben aufgezeigt, dass 8,8 Prozent der Labradore in Großbritannien übergewichtig oder fettleibig sind. Das ist eine der höchsten Prozentzahlen unter allen Hunderassen, die im VetCompass vermerkt sind”, erklärte Professor McGreevy.

Die Verbreitung von Übergewicht war dabei unter den Rüden, die kastriert worden sind, am höchsten. (ad)