Forschung beweist: Rotwein-Komponente hält Ängste, Stress und Depressionen fern

Rote Trauben und ein Glas Rotwein auf einem Holztisch

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Positive Auswirkungen von Resveratrol auf die Psyche

Bei Stress neigen viele Menschen zu erhöhtem Alkoholkonsum und tatsächlich scheint eine Verbindung in Rotwein, Stress, Ängste und Depressionen zu lindern, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Auch wenn sich hieraus keinesfalls eine Empfehlung zum Rotweinkonsum ableiten lässt, könnten sich aus den Studienergebnissen durchaus neue Behandlungsansätze ergeben.


Bei der aktuellen Untersuchung der University at Buffalo wurde festgestellt, dass eine Verbindung mit der Bezeichnung Resveratrol in Rotwein Stress reduzieren und Ängste abbauen kann. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Neuropharmacology“ publiziert.

Rote Trauben und ein Glas Rotwein auf einem Holztisch
Rotwein enthält Verbindungen, welche uns vor Stress und Depressionen schützen können. (Bild: niroworld/fotolia.com)

Was ist Resveratrol?

Die Pflanzenverbindung Resveratrol blockiert die Expression eines Enzyms, welches mit der Kontrolle von Stress im Gehirn zusammenhängt, erläutern die Forschenden. Es handelt sich bei Resveratrol um eine Verbindung, die in der Haut und den Samen von Trauben und Beeren enthalten ist. Die Ergebnisse der Studie geben nun Aufschluss darüber, wie Resveratrol neurologische Prozesse positiv beeinflusst. Dies ist besonders vielversprechend, weil auf der ganzen Welt Millionen Menschen mit Depressionen und Angststörungen davon profitieren könnten.

Wie wirkt Resveratrol?

Resveratrol ist den aktuellen Studienergebnissen zufolge möglicherweise eine wirksame Alternative zu Arzneimitteln für die Behandlung von Depressionen und Angststörungen. Bereits in früheren Studien wurde es mit einer Reihe von gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht, wobei eine antidepressive Wirkung im Vordergrund stand. Die Beziehung der Verbindung zu Phosphodiesterase 4 (PDE4), einem Enzym, welches vom Stresshormon Corticosteron beeinflusst wird, war bisher jedoch unbekannt, berichtet das Forschungsteam. Bei der aktuellen Untersuchung an Mäusen habe sich gezeigt, dass PDE4, welches durch übermäßige Mengen an Corticosteron induziert wird, depressives Verhalten und Ängste begünstigt. Das Enzym senke ein Botenstoffmolekül, welches physiologische Veränderungen wie beispielsweise Zellteilung signalisiert und zu physischen Veränderungen im Gehirn führt.

Benötigen wir neue Medikamente gegen Depressionen?

Corticosteron reguliert die Reaktion des Körpers auf Stress. Zu viel Stress kann jedoch dazu führen, dass zu viel des Hormons im Gehirn zirkuliert und letztendlich Depressionen oder andere psychische Störungen auftreten. Diese physiologischen Zusammenhänge machen die medikamentöse Therapie auf Corticosteron-Basis äußerst komplex. Gegenwärtige Antidepressiva konzentrieren sich daher auf die Funktion von Serotonin oder Noradrenalin im Gehirn, aber nur ein Drittel der Betroffenen mit Depressionen erreicht mit diesen Medikamente eine vollständige Remission, berichten die Forschenden in einer Pressemitteilung.

Nebenwirkungen und Suchtpotenzial von Alkohol

Resveratrol zeigte neuroprotektive Wirkungen gegen Corticosteron, indem es die Expression von PDE4 inhibierte. Die Forschung legt die Grundlage für die Verwendung der Verbindung in neuen Antidepressiva. Obwohl Rotwein Resveratrol enthält, birgt der enthaltene Alkohol zahlreiche Gesundheitsrisiken und die Gefahr der Alkoholsucht, warnen die Forschenden. (as)

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Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Xia Zhu, Wenhua Li, Yongkun Li, Wenhua Xu, Yirong Yuan et al.: The antidepressant- and anxiolytic-like effects of resveratrol: Involvement of phosphodiesterase-4D inhibition, in Neuropharmacology (Abfrage: 29.07.2019), Neuropharmacology
  • Compound found in red wine opens door for new treatments for depression, anxiety, University at Buffalo (Abfrage: 29.07.2019), University at Buffalo