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Forschung: E-Zigaretten teilweise problematischer als normales Rauchen

Sebastian Bertram
Verfasst von Sebastian Bertram
10. Januar 2016
in News
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Angstzustände: E-Zigaretten sind einer laut Studie in manchen Bereichen schlimmer als Tabakkonsum
Seit Jahren tobt ein Streit um ungesunde E-Zigaretten. Manche Menschen sehen sie zwar als eine bessere Alternative zu Tabak, doch gesund sind die elektronischen Verdampfer keinesfalls. In einer neuen Studie zeigte sich, dass E-Zigaretten in manchen Bereichen noch problematischere Auswirkungen haben als normales Rauchen.

Gefährliche Chemikalien in E-Zigaretten
Manche Experten verweisen zwar darauf, dass E-Zigaretten den Rauchstopp erleichtern können, doch immer mehr Studienergebnisse zeigen: E-Zigaretten sind nicht harmlos. Erst vor wenigen Wochen berichteten US-amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin „Environmental Health Perspectives“, dass elektrische Zigaretten offenbar sogar noch gefährlicher sind als bislang angenommen. In manchen sind gesundheitsgefährdende Chemikalien enthalten, die eine sogenannte Popcorn-Lunge verursachen können. Es handelt sich dabei um Diacetyl, einen Stoff, der auch bei der Herstellung von Mikrowellen-Popcorn eingesetzt wird.

Wenn die Chemikalie eingeatmet wird, kann sie zu schwerwiegenden chronischen Lungenerkrankung Bronchiolitis obliterans führen. Da vor allem Arbeiter in Popcorn-Fabriken von der Problematik betroffen seien, werde das Krankheitsbild auch als „Popcorn-Lunge“ bezeichnet.

Teilweise schlimmere Auswirkungen als durch Tabakkonsum
Nun berichteten Forscher aus Italien über weitere Gefahren, die von den elektronischen Zigaretten ausgehen. Auf die menschliche Gesundheit haben sie demnach teilweise noch schlimmere Auswirkungen als das Verbrennen von herkömmlichem Zigarettentabak. Das haben Wissenschaftler des zum Nationalen Forschungsrats CNR gehörenden „Istituto di Neuroscienze“ in Zusammenarbeit mit der Universität Statale di Milano in einer neuen Studie herausgefunden. Ihre Ergebnisse stellten sie in der Fachzeitschrift „European Neuropsychopharmacology“ vor.

Stärkeres Auftreten von Angstzuständen
Auf „www.news.at“ wird berichtet, dass an zwei Gruppen von Labormäusen getestet wurde, denen zwei Monate lang die gleichen Nikotinmengen aus elektronischen und normalen Zigaretten verabreicht wurden. „Es hat sich gezeigt, dass das Einatmen von Elektronik-Zigarettenrauch zwar weniger Abhängigkeit und kognitives Defizit erzeugt“, erläuterte die Projektleiterin Cecilia Gotti. Doch im Gegenzug sei ein stärkeres Auftreten von Angstzuständen und zwanghaften Verhaltensweisen festgestellt worden. Selbst längere Zeit nach dem Absetzen des Nikotins trat dieses Phänomen auf. „Hinzu kommt die Tatsache, dass im Substrat der elektronischen Zigaretten zahlreiche nicht registrierte und in ihrer Wirkung unbekannte Zusatzstoffe eingearbeitet sind“, so die italienische Forscherin.

Einer ihrer Kollegen, Francesco Clementi, meinte, neben den von den italienischen Wissenschaftlern untersuchten Auswirkungen auf das Gehirn, müsse vor allem vor den schädlichen Folgen auf das Nervensystem gewarnt werden. Auch das in der Elektronik-Zigarette erzeugte Nikotin – das lange als eher harmlos galt – habe nachteilige Folgen für die Entwicklung von Embryonen. Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg hatte vor kurzem gewarnt, dass Gesundheitsschäden durch Nikotin auch bei E-Zigaretten drohen. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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