Hilfsbereitschaft fördert die Gesundheit: Drei Methoden für mehr Freundlichkeit

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Gesundheitsvorteile durch positives Handeln und Denken

„Jeden Tag eine gute Tat“, wissen nicht nur die Pfadfinder. Handlungen, die aus Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit entspringen, haben einen positiven Effekt auf die eigene Gesundheit. Es lässt sich sogar gezielt trainieren, ein positiverer Mensch zu werden. Gesundheitsexpertinnen und Experten stellen drei Methoden vor.


Die Mayo Clinic ist eine weltbekannte Non-Profit-Organisation und Betreiber der renommierten Mayo-Kliniken, die zu den besten Krankenhäusern Amerikas zählen. Auch in der Forschung ist die Organisation tätig. Kürzlich berichtete ein Team der Klinik über die positiven Gesundheitsaspekte, die aus positiven Handlungen hervorgehen. Es lässt sich sogar das eigene Gehirn dahingehend trainieren, dass man von diesen Gesundheitsvorteilen profitieren kann.

Hilfsbereitschaft ist nicht nur gut für andere. Auch die eigene Gesundheit wird dadurch gefördert. Und das Beste daran ist, dass sie ansteckend wirkt. (Bild: vchalup/fotolia.com)

Der Wille zählt

Erst kürzlich stellte eine Studie fest, dass Optimisten im Durchschnitt länger leben als Pessimisten. Doch es ist nicht nur die Einstellung allein, die Gesundheitsvorteile mit sich bringt. Auch aktive positive Handlungen, die anderen helfen, können sich positiv auf die eigene Gesundheit auswirken. Dabei ist egal, ob man einem Obdachlosen einen Euro gibt, einem Mitbürger die Tür aufhält oder Größeres vollbringt, wie beispielsweise den Opfern von Naturkatastrophen zu helfen. Es zählt der Wille, der dahinter steht – und dieser lässt sich trainieren.

Konzept zieht sich durch alle Religionen

In der Wissenschaft wird solches Handeln als „loving kindness“ (liebende Freundlichkeit) bezeichnet. Diese Art des Handeln taucht auch in jeder Weltreligion als Vorbild auf. Forschungen zu diesem Thema haben gezeigt, dass ein Akt, der aus dieser Motivation entspringt, die eigene Gesundheit beeinflusst. Den Forschenden der Mayo Clinic zufolge, haben Menschen, die oft aus solchen Beweggründen handeln,

  • weniger Schmerzen und Verspannungen,
  • ein geringeres Risiko für Migräne-Anfälle,
  • ein besseres Selbstvertrauen,
  • ein gesünderen Schlaf,
  • eine verminderte Anfälligkeit für Depressionen,
  • eine höhere Wahrscheinlichkeit auf ein längeres Leben.

Wie werde ich ein positiverer Mensch?

Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit sind keine Charaktereigenschaften, die man in die Wiege gelegt bekommt. Es gibt drei einfache Praktiken, mit denen jeder trainieren kann, ein solches Handeln mehr in den Fokus zu rücken.

Loving-kindness Meditation (LKM)

Bei der Loving-kindness Meditation wird das Denken auf die eigene Herzregion fokussiert. Dabei konzentriert man sich auf Menschen, die man liebt oder die einem geholfen haben. Dadurch sollen Gefühle der Liebe, Zufriedenheit und Freude gefördert werden. Wie die Forschenden der Mayo Clinic berichten, können bereits zehn Minuten am Tag helfen, das Gefühl der sozialen Verbundenheit zu stärken und positivere Gefühle gegenüber anderen zu entwickeln.

Handlungen der Nächstenliebe

Diese Technik ist einfach umzusetzen. Man setzt sich selbst das Ziel, freundlicher zu anderen zu sein, beispielsweise zu Arbeitskollegen oder zu Nachbarn. Dies kann sich durch freundliche Worte oder einfache Handlungen wie Tür aufhalten oder Kaffee mitbringen äußern. Dieses Verhalten bringt gleich zwei Vorteile mit sich. Zum einen haben Studien gezeigt, dass Großzügigkeit „ansteckend“ ist und andere Menschen dazu geneigter sind, etwas zurückzugeben oder anderen etwas Gutes zu tun. Zum anderen wird durch solch ein Handeln ein Hormon namens Oxytocin freigesetzt, dass einen Einfluss auf die eigenen sozialen Interaktionen und Emotionen hat. Als Faustregel gilt: Behandle andere Menschen so, wie du möchtest, dass sie dich behandeln.

Dankbarkeit fokussieren

Weißt du die guten Dinge in deinem Leben zu schätzen? Falls die Antwort nein lautet, gibt es gute Gründe damit anzufangen. Aus mehreren Studien geht hervor, dass Gefühle der Dankbarkeit den Schlaf verbessern, das Selbstvertrauen stärken und Depressionen abmildern oder verhindern. Es muss sich dabei nicht um die Millionen im Lotto handeln – auch für die kleinen Dinge des Lebens kann Dankbarkeit empfunden werden. Wer trainieren möchte, dankbarer zu sein, kann in einem Notizbuch oder in einer App festhalten, was ihm Gutes widerfahren ist, um so öfter daran zurückdenken zu können. (vb)

Autor:
Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek
Quellen:
  • Mayo Clinic: Sharing kindness to help your health (Abruf: 29.08.2019), mayoclinic.org
  • Lewina O. Lee, Peter James, Emily S. Zevon, Eric S. Kim, Claudia Trudel-Fitzgerald et al.: Optimism is associated with exceptional longevity in 2 epidemiologic cohorts of men and women, in Proceedings der National Academy of Sciences (Abruf: 29.08.2019), pnas.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.