Gesundheitsministerin warnt vor giftigen Pilzen

Mann beim Pilzesammeln auf der Wiese

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Giftige und verdorbene Pilze: Ministerin warnt vor lebensgefährlichen Vergiftungen

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml warnt anlässlich der jetzt gestarteten Pilzsaison vor den Gefahren giftiger und verdorbener Pilze. Sie rät dringend davon ab, Pilze zu verzehren, die man nicht genau kennt. Denn dann drohen mitunter lebensgefährliche Vergiftungen.


Pilzsaison gestartet

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat anlässlich der gestarteten Pilzsaison vor giftigen und falschen Pilzen gewarnt. „Ich rate dringend davon ab, Pilze zu sammeln und zu essen, die man nicht genau kennt. Der Verzehr des falschen Pilzes kann zu lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen führen“, so die Ministerin laut einer Mitteilung. „Beim Giftnotruf München sind bereits über 100 Anrufe besorgter Bürger wegen des Verdachts einer Pilzvergiftung eingegangen“, sagte Huml.

Mann beim Pilzesammeln auf der Wiese
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml warnt anlässlich der gestarteten Pilzsaison vor giftigen und falschen Pilzen. (Bild: encierro/fotolia.com)

Symptome nicht selbst behandeln

„Wenn jemand nach einer Pilzmahlzeit unter Übelkeit, Bauchschmerzen oder Erbrechen leidet, sollte sofort der Rettungsdienst (Telefonnummer 112) oder zunächst der Giftnotruf in Bayern unter 089/19240 verständigt werden“, erklärte die Ministerin.

„Auf keinen Fall sollte man versuchen, die Symptome selbst mit Medikamenten oder Hausmitteln zu behandeln. Das könnte eine Vergiftung sogar noch verschlimmern“, so Huml.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. weist auf ihrer Webseite darauf hin, dass es keine vernünftigen Hausmittel bei einer Pilzvergiftung gibt, die ohne ärztlich festgestellte Indikation eingesetzt werden können.

„Milch trinken ist immer falsch, aber auch Salzwasser trinken, um Erbrechen zu fördern oder Kohletabletten, um Durchfälle zu lindern, können schwere Nachteile mit sich bringen und die Prognose bis hin zum Tod verschlechtern“, schreiben die Experten.

Rat von Experten einholen

„Magen-Darm-Beschwerden können vor allem beim Knollenblätterpilz auch noch 6 bis 12 Stunden nach dem Pilzverzehr auftreten – in einigen Fällen sogar noch später – und auf eine gefährliche Vergiftung hinweisen“, erklärte Huml.

„Beschwerden wie Luftnot, Schwindel oder Schweißausbrüche können ebenfalls Symptome für eine Pilzvergiftung sein“, so die Politikerin, die ausgebildete Ärztin ist.

Wie es in der Mitteilung heißt, sind in Bayern rund 100 Pilzarten bekannt, die als gesundheitsschädlich gelten. Bis zu acht Arten werden demnach sogar als tödlich giftig eingestuft.

Über die Webseite der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft können sich Pilzesammler Rat von Experten einholen. Dort findet sich eine Liste geprüfter Pilzberater und Pilzsachverständiger im Freistaat.

Die ehrenamtlich tätigen Pilzexperten führen Pilzkorbkontrollen durch und informieren auch über Pilzarten und Pilzvergiftungen.

Giftige Pilze gibt es nicht nur im Wald

Laut der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V. treten Pilzvergiftungen am häufigsten durch zu alte oder zu lange bzw. falsch gelagerte Pilze auf.

Oder auch durch den Genuss von rohen oder ungenügend gedünsteten Pilzen. „Rohe Speisepilze sind im Allgemeinen giftig. Nur Kulturegerling (Zuchtchampignon), Steinpilz und einige wenige andere Arten sind roh genießbar“, berichten die Fachleute.

Und natürlich kann es durch den Verzehr von Giftpilzen zu Vergiftungen kommen.

Wichtig zu wissen: „Nicht nur im Wald gibt es giftige Pilze, sondern auch in heimischen Gärten oder Blumentöpfen. Ich rate Eltern von Kleinkindern zu erhöhter Vorsicht“, so Huml.

„Seit einigen Jahren nimmt die Zahl giftiger Pilze zu, die in Blumenerde wachsen. Laut Experten ist dies vermutlich auf die heißer werdenden Sommer zurückzuführen“, sagte die Ministerin.

Sie fügte hinzu: „Beim Giftnotruf München gehen seit einigen Jahren vermehrt Anrufe besorgter Eltern ein, deren Kinder im Garten oder aus Blumentöpfen Pilze gegessen haben.“

Laut Huml spielen dabei auch sogenannte Rasenpilze eine Rolle. „Zum Glück ist die tatsächliche Gefährdung meist gering. Bei Unklarheiten sollte der Giftnotruf München kontaktiert werden.“ (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen: