Globale Krise durch sexuell übertragbare Krankheiten

Starker Anstieg bei sexuell übertragbaren Krankheiten

In vielen Ländern auf der Welt ist ein massiver Anstieg von sexuell übertragbaren Krankheiten zu beobachten. Forscher warnten jetzt davor, dass die Infektionsraten bei Syphilis, Chlamydien und resistenter Gonorrhoe auf Rekordhöhen angestiegen sind.


Die Wissenschaftler der Centers for Disease Control und Prevention (CDC) stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass der drastische Anstieg von sexuell übertragbaren Krankheiten sich zu einer globalen Krise ausweitet. Die Mediziner veröffentlichten einen Bericht, in dem sie vor einer wahren globalen Bedrohung warnen.

Die Zunahme von sexuell übertragbaren Krankheiten könnte sich in Zukunft zu einer globalen Krise ausweiten. (Bild: tashatuvango/fotolia.com)

Immer mehr neue Infektionen festgestellt

Allein in den USA wurden in den letzten vier Jahren Millionen neuer Infektionen registriert. Ähnliche Anstiege waren auch in Großbritannien und Australien zu beobachten, sagen die Forscher. Besonders ein gegen Medikamente resistenter Stamm von Gonorrhea ist weltweit auf dem Vormarsch. In England haben die Fälle von Syphilis den höchsten Stand seit dem Jahr 1949 erreicht. Dies entspricht einem Anstieg von fast 150 Prozent in zehn Jahren.

Millionen Menschen sind infiziert

Im vergangenen Jahr gab es fast 2,3 Millionen Amerikaner mit Chlamydien, Gonorrhoe und Syphilis, verglichen mit noch 1,7 Millionen im Jahr 2013, berichten die Mitarbeiter der CDC. In dem veröffentlichten Bericht heißt es, dass Chlamydien am häufigsten bei Frauen auftreten, während Gonorrhoe und Syphilis bei Männern häufiger vorkommen. Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren und Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren sind die Gruppen mit dem höchsten Infektionsrisiko in den USA, fügen die Forscher hinzu. Und überraschenderweise waren die Gonorrhoe- und Chlamydienraten am höchsten in den typisch konservativen bibeltreuen Bundesstaaten des Südens.

Gonorrhoe aus Südostasien breitet sich in Großbritannien aus

Im Vereinigten Königreich warnten Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens bereits vor der Ausbreitung von Arzneimittel resistenter Gonorrhoe, die vermutlich aus Südostasien eingeschleppt wurde. Die CDC erläuterte, dass die Symptome ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen und ein grüner oder gelber Ausfluss seien. Das Auftreten von gegen Cephalosporin resistenter Gonorrhoe erschwere die erfolgreiche Behandlung der Erkrankung erheblich, da nur wenige Antibiotika zur Verfügung stehen, die ausreichend untersucht, gut verträglich und zusätzlich hochwirksam seien.

Welche Menschen sind besonders stark gefährdet?

Laut einem Bericht von Public Health England Anfang des Jahres, gab es im Jahr 2017 insgesamt 422.000 neue Fälle von sexuellen Krankheiten. Dabei handelte es sich alleine um 7.137 Diagnosen von Syphilis. Dies entspricht einem Anstieg um 20 Prozent, verglichen mit dem Jahr 2016 und einem Anstieg um 148 Prozent gegenüber dem Jahr 2008. Die Fälle von Gonorrhoe stiegen gegenüber dem Jahr 2016 um 22 Prozent, während die Anzahl der Chlamydien-Fälle um acht Prozent zurückging. Am stärksten von Infektionen bedroht waren junge heterosexuelle Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren, schwarze ethnische Minderheiten und homosexuelle bisexuelle Männer. (as)