Heftige Schmerzen und starke Blutungen während der Periode ein Warnsignal

Alfred Domke

Starke Schmerzen während Menstruation können auf Endometriose hindeuten

Wenn Frauen während ihrer Menstruation unter heftigen Schmerzen und sehr starken Blutungen leiden, kann dies ein Hinweis auf eine der beiden häufigsten gynäkologischen Erkrankungen sein – Myome oder Endometriose. Experten erklären, was Betroffenen helfen kann.


Eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen

Millionen Frauen leiden jeden Monat während ihrer Menstruation unter sehr starken Blutungen, meist verbunden mit starken Schmerzen. Die Symptome können die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit sowie die Lebensqualität der betroffenen Frauen teilweise erheblich einschränken. Wie die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) in einer Mitteilung erklärt, kann hinter den Beschwerden eine der beiden häufigsten gynäkologischen Erkrankungen stecken – Myome oder Endometriose.

Millionen Frauen leiden während ihrer Menstruation unter sehr starken Blutungen, meist verbunden mit heftigen Schmerzen. Die Beschwerden können ein Hinweis auf eine der beiden häufigsten gynäkologischen Erkrankungen sein – Myome oder Endometriose. (Bild: ruigsantos/fotolia.com)

Frauen im gebärfähigen Alter betroffen

Laut den Experten sind beide Erkrankungen hormonabhängig und betreffen Frauen im gebährfähigen Alter.

Während unter einer Endometriose schätzungsweise 1,2 bis 1,5 Millionen Frauen, das heißt zehn bis 15 Prozent der Frauen im Alter zwischen 15 und 50 Jahren in Deutschland leiden, kommen Myome weitaus häufiger vor.

Fachleute gehen davon aus, dass zwischen 20 bis 40 Prozent der Frauen im gebährfähigen Alter mit zunehmendem Vorkommen bis zu den Wechseljahren von Myomen betroffen sind.

Beiden Krankheiten gemeinsam ist, dass die Ursachen trotz intensiver Forschung nach wie vor unbekannt sind.

„Starke Schmerzen vor und während der Regelblutung, beim Geschlechtsverkehr aber auch beim Wasserlassen und Stuhlgang, eine sehr starke Blutung oder ein unerfüllter Kinderwunsch können ein Hinweis auf Endometriose oder Myome sein und sollten in jedem Fall gynäkologisch abgeklärt werden“, so Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der Frauenklinik der MHH.

Bis zur Diagnose können viele Jahre vergehen

Wie es in der Mitteilung der MHH heißt, gilt Endometriose als östrogenabhängige Erkrankung. „Versprengtes“ Gebärmutterschleimhautgewebe baut sich demnach wie in der Gebärmutter selbst im Zyklus auf und wieder ab.

Die Folge können Blutungen und chronische Reizustände, teilweise verbunden mit starken Schmerzen, sein.

Daneben kann es auch zu (blutgefüllten) Eierstockzysten kommen, die häufig die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit sind.

Obwohl Endometriose eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen ist, dauert es bis zur Diagnose in Deutschland durchschnittlich immer noch sechs Jahre.

„Daher ist Aufklärung so wichtig. Wenn Frauen mit unklaren Unterbauchbeschwerden, einem unerfüllten Kinderwunsch oder anderen diffusen Beschwerden in die Sprechstunde kommen, sollten niedergelassene Frauenärzte immer auch eine Endometriose in Betracht ziehen“, sagte Dr. Sudip Kundu, Oberarzt der Frauenklinik der MHH und Leiter des Endometriosezentrums.

Je früher die Diagnose erfolgt, umso schneller kann eine geeignete Therapie beginnen.

Starke Regelschmerzen

Zu den typischen Symptomen der Krankheit zählen unter anderem starke Regelschmerzen, chronische Unterbauchschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Wenn die Endometriose in der Blase oder im Darm auftritt, sind zudem in selteneren Fällen Blut im Urin, Blut im Stuhl oder Beschwerden beim Wasserlassen möglich.

In vielen Fällen bilden sich auch schmerzhafte Zysten. Bei einigen Frauen treten zudem unspezifische Beschwerden wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Magenprobleme auf.

Gutartige hormonabhängige Muskelwucherungen der Gebärmutter

Wie in der MHH-Mitteilung weiter erklärt wird, sind Myome in der Gebärmutter (uterine Myome) gutartige hormonabhängige Muskelwucherungen der Gebärmutter.

Betroffene Frauen können unter Symptomen wie starken oder langen Blutungen während der monatlichen Regel, Schmerzen beziehungsweise ein Druckgefühl im Unterbauch oder beispielsweise Probleme beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang leiden.

„Da die Größe, die Anzahl und die Lage von Myomknoten so variabel sind, sind viele Frauen beschwerdefrei. Erst wenn Myome Beschwerden verursachen, besprechen wir mit den Frauen die möglichen Therapieoptionen“, so Professor Hillemanns.

Erkrankungen sind behandelbar

Die gute Nachricht: Sowohl Endometriose als auch Myome sind behandelbar.

Die Frauenklinik der MHH wird bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Europäischen Endometriose Liga e.V. am 12. September über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten informieren.

Laut den Experten wird nach einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung gemeinsam mit der Patientin die Wahl der Therapie getroffen.

Den Angaben zufolge können dies je nach Ausprägung des Krankheitsbildes und der Lebensumstände der Patientin der Einsatz von Medikamenten, teilweise auch kombiniert mit einer Operation sein.

Positive Erfahrungen mit alternativen Heilmethoden

Neben den schulmedizinischen Behandlungsmethoden sind bei Endometriose, insbesondere nach einer Operation, auch alternative Heilmethoden denkbar.

Im Vordergrund stehen dabei die Ziele, „die Symptome zu reduzieren, die Schmerzen zu verringern und das Wohlbefinden der Frau physisch und psychisch wieder herzustellen oder zu stärken“, schreibt die Endometriose-Vereinigung Deutschland auf ihrer Webseite.

Der Vereinigung zufolge gibt es bereits positive Erfahrungen mit Akupunktur, Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), Homöopathie und der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie).

Die Erkrankung kann zudem durch eine sinnvolle Umstellung der Ernährung, die Reduktion von Stress und durch moderate Bewegung positiv beeinflusst werden. (ad)