Hoher Blutdruck führt zu schnellerem kognitiven Abbau

Arzt misst den Blutdruck eines Patienten.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen ansehen

Wie wirkt sich hoher Blutdruck auf das Gedächtnis und das Denken aus?

Ab dem mittleren Lebensalter wird es immer wichtiger einen hohen Blutdruck unter Kontrolle zu halten, um so einen kognitiven Abbau zu verhindern.


Bei der aktuellen Untersuchung der American Heart Association wurde festgestellt, dass Bluthochdruck die Rate des geistigen Niedergangs bei Erwachsenen ab dem mittleren Alter begünstigt. Die Ergebnisse der Studie wurden bei den American Heart Association’s Hypertension 2019 Scientific Sessions vorgestellt.

Arzt misst den Blutdruck eines Patienten.
Wenn Menschen einen zu hohen Blutdruck haben, wirkt sich dies negativ auf ihr Gedächtnis und ihr Denken aus. (Bild: Brian Jackson/fotolia.com)

Alzheimer durch Bluthochdruck?

Bluthochdruck kann die Rate des geistigen Abbaus bei Erwachsenen ab dem mittleren Alter beschleunigen. Der vorläufig festgestellte Befund kombiniert frühere Forschungsarbeiten, welche bereits Bluthochdruck mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht haben. Das Ergebnis ist besonders besorgniserregend aufgrund des weltweit verbreiteten Auftretens von Bluthochdruck und der Zunahme von Demenzfällen.

Daten von knapp 11.000 Menschen wurden ausgewertet

Ein kognitiver Rückgang kann bei Bluthochdruck durch die Auswirkungen auf die Blutgefäße im Gehirn entstehen, berichten die Forschenden. Dies mache sich in einem Rückgang der Denkfähigkeit sowie der Gedächtnis- und Sprachfähigkeiten bemerkbar, wie er in der Auswertung der Daten von fast 11.000 erwachsenen Menschen aus den Jahren 2011 bis 2015 festgestellt wurde.

Behandlung gegen Bluthochdruck hilft den Abbau zu reduzieren

Ein hoher Blutdruck wurde bei der Studie als systolischer Blutdruck von mindestens 140 mmHg und diastolischer Blutdruck von 90 mmHg oder höher definiert. Die American Heart Association weist jedoch darauf hin, dass sie eigentlich jeden Blutdruck über 130/80 mmHg als hoch bewertet. Die Studie ergab, dass bei erwachsenen Menschen ab dem Alter von 55 Jahren das Auftreten von Bluthochdruck mit einem schnelleren geistigen Abbau in Verbindung gebracht wurde, verglichen mit Erwachsenen, die entweder keinen Bluthochdruck hatten oder eine entsprechende Behandlung erhielten. Wenn Personen eine Behandlung gegen die Hypertonie erhielt, wies sie einen ähnlichen kognitive Abbau auf wie Personen, welche keinen hohen Blutdruck hatten, berichten die Forschenden.

Verbessertes Screening von Bluthochdruck erforderlich

„Wir sind der Meinung, dass Anstrengungen unternommen werden sollten, um das Screening auf Bluthochdruck zu erweitern, insbesondere bei Risikopopulationen, da so vielen Menschen nicht bewusst ist, dass sie einen zu behandelnden Bluthochdruck haben“, berichtet Studienautorin Shumin Rui von der Columbia University in New York in einer Pressemitteilung. „Diese Studie konzentrierte sich auf Erwachsene mittleren Alters und ältere Menschen in China. Wir glauben jedoch, dass unsere Ergebnisse auch für andere Bevölkerungsgruppen gelten könnten. Wir müssen besser verstehen, wie Bluthochdruckbehandlungen vor kognitivem Verfall schützen können, und untersuchen, wieso Bluthochdruck und kognitiver Verfall zusammen auftreten“, fügt Shumin Rui hinzu. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • High blood pressure treatment may slow cognitive decline, American Heart Association (Abfrage: 09.092019), AHA

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.