Influenza-Infekte breiten sich weiter aus: Kind an Grippefolgen gestorben

Zahl der Grippefälle bundesweit deutlich gestiegen

Schon vor einigen Wochen haben Gesundheitsexperten darauf hingewiesen, dass eine schwere Grippewelle in Deutschland angekommen ist. Derzeit breitet sich das Influenzavirus bundesweit stark aus. Im Saarland ist nun ein kleines Mädchen an einer schwer verlaufenden Grippe gestorben.


Vierjährige an schwer verlaufender Grippe gestorben

In Saarbrücken ist ein vierjähriges Mädchen nach einer außergewöhnlich schwer verlaufenden Grippe (Influenza) mit nachfolgendem Organ- und Kreislaufversagen gestorben. „Labordiagnostisch konnte der Erreger Influenza A (H1N1) pdm09 nachgewiesen werden“, berichtet das Gesundheitsamt in einer Mitteilung. „Dieser Erreger wurde erstmals in der Grippesaison 2009 beschrieben und wird seither in jeder Grippesaison vielfach nachgewiesen“, heißt es dort weiter.

Derzeit werden in ganz Deutschland immer mehr Influenza-Fälle registriert. in Saarbrücken ist ein kleines Mädchen an einer schwer verlaufenden Grippe gestorben. (Bild: Daniel Jędzura/fotolia.com)

Schwere Erkrankungen auch bei Jüngeren

Laut dem Gesundheitsamt war es bereits Dezember zu einem ähnlichen Fall gekommen. Allerdings gebe es zwischen den beiden Fällen keinen erkennbaren Zusammenhang.

Wie gefährlich dieses Virus ist, erklärt auch die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert Koch-Institut (RKI). In deren aktuellem „Influenza-Wochenbericht“ heißt es:

„Bei Grippewellen, in denen Influenza A(H1N1)pdm09-Viren dominierten, war bislang zu beobachten, dass es auch bei jüngeren Erwachsenen und Kindern zu sehr schweren Erkrankungen und Todesfällen gekommen ist, insbesondere beim Vorliegen von Grundkrankheiten.“

Lebensbedrohliche Komplikationen

Auch in den vergangenen Jahren war es immer wieder zu schweren Krankheitsverläufen gekommen, die zahlreiche Todesopfer forderten.

So erklärte das bayerische Landesamt für Gesundheit (LGL) im vergangenen Jahr: „Für Menschen mit Grunderkrankungen kann eine Grippe eine lebensbedrohliche Komplikation bedeuten.“

Damals mussten in manchen Regionen Deutschlands mehrere Kliniken die Notaufnahmen wegen Überlastung schließen, da es aufgrund der heftigen Grippewelle zu viele Patienten gab.

Zahl der Grippe-Fälle ist zuletzt bundesweit gestiegen

Die diesjährige Saison scheint ebenfalls wieder heftiger auszufallen. Laut dem „Influenza-Wochenbericht“ ist die Zahl der Grippe-Erkrankungen zuletzt bundesweit deutlich gestiegen.

Dem RKI wurden demnach in der 4. Kalenderwoche fast 9.000 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle übermittelt.

Damit sind in dieser Grippesaison bislang über 20.600 Fälle gemeldet worden.

Vor einer Infektion schützen

„Die Influenzaimpfung ist der beste Schutz vor einer Influenzaerkrankung“, schreibt die AGI.

„Allerdings wirkt die Impfung nicht bei allen geimpften Personen gleich gut, deshalb kann es auch nach einer Grippeschutzimpfung zu einer Influenzaerkrankung kommen“, so die Experten.

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt den Schutz bestimmter Risikogruppen.

Dazu zählen unter anderem ältere Menschen ab 60 Jahren, Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch eine bestehende Krankheit, zum Beispiel chronische Erkrankungen der Atemorgane, Stoffwechselkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten oder Herz- oder Kreislaufkrankheiten.

Schwangere, Patienten mit einem Immundefekt, einer HIV-Infektion sowie Menschen, die durch Kontakt zu vielen Personen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben, sollten ebenfalls über eine Impfung nachdenken.

Ob eine Grippe-Impfung sinnvoll ist, muss aber letztendlich jeder für sich selbst entscheiden.

Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, gibt es aber noch mehr Möglichkeiten.

Grundsätzlich sinnvoll ist es, das Immunsystem zu stärken, von Erkrankten Abstand zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen. (ad)