Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in Form von Morbus Crohn kann intermittierendes Fasten (Intervallfasten) eine deutliche Linderung der Entzündungen und der auftretenden Symptome bewirken. Auch der Stoffwechsel und die Darmflora profitieren.
Ein Forschungsteam um Professor Dr. Maitreyi Raman von der University of Calgary hat in einer aktuellen klinischen Studie die Wirkung von intermittierendem Fasten bei Morbus Crohn untersucht und die vielversprechenden Ergebnisse in dem Fachmagazin „Gastroenterology“ veröffentlicht.
Ernährung beeinflusst Darmentzündungen
Dass die Ernährung bei chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eine wesentliche Rolle spielen kann, ist durch zahlreiche früherer Studien bereits eindeutig belegt.
So werden zum Beispiel verschiedene Ernährungsfaktoren wie eine hohe Aufnahme bestimmter Fettsäuren oder einzelner Lebensmittelzusatzstoffe als Risikofaktoren für die entzündlichen Darmkrankheiten betrachtet.
Andere Bestandteile der Ernährung können hingegen auch die Remission chronischer Darmentzündungen fördern, wie eine erst kürzlich in dem Fachmagazin „Digestive and Liver Disease“ veröffentliche Studie belegt.
Kann intermittierendes Fasten helfen?
Ob intermittierendes Fasten bei chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten einen Beitrag zur Linderung leisten kann, überprüfte das Team um Professor Dr. Maitreyi Raman nun an 35 Erwachsenen mit Morbus Crohn und Übergewicht oder Adipositas. Die Teilnehmenden wurden hierfür zwei Gruppen zugeteilt.
Über einen Zeitraum von 12 Wöchen sollten die 20 Teilnehmenden der Interventionsgruppe ihre Nahrungsaufnahme auf ein Zeitfenster von acht Stunden pro Tag beschränken, gefolgt von 16 Stunden Fasten, während die 15 Teilnehmenden der Kontrollgruppe ihre gewohnte Ernährung beibehielten, erläutern die Forschenden.
Deutliche Verbesserungen feststellbar
Die Fachleute verzeichneten in der Interventionsgruppe nicht nur eine Gewichtsreduktion und eine Senkung verschiedener Entzündungsmarker, sondern insgesamt eine reduzierte Krankheitsaktivität.
„Wir beobachteten deutliche Verbesserungen der Krankheitssymptome, eine Linderung der Bauchbeschwerden, positive Veränderungen des Stoffwechsels und der Entzündung sowie vielversprechende Veränderungen der Darmflora“, betont Professor Raman.
Und während die Teilnehmenden der Kontrollgruppe in den zwölf Wochen durchschnittlich weitere 1,7 Kilogramm zunahmen, reduzierte sich das Gewicht der Teilnehmenden in der Interventionsgruppe um rund 2,5 Kilogramm.
Die Vorteile des Intervallfastens waren laut den Forschenden nicht auf eine veränderte Ernährungsqualität oder eine Kalorienreduktion zurückzuführen, da beide Gruppen ähnliche Lebensmittel in ähnlichen Mengen zu sich nahmen.
Vielversprechende Wirkung des Intervallfastens
Insgesamt zeigen die Studienergebnisse, dass das zeitlich begrenzte Essen sowohl bei der Gewichtsreduktion, als auch bei der Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten einen Beitrag leisten kann.
Zudem profitieren der Stoffwechsel und das Immunsystem und bestenfalls könnte das Intervallfasten langfristige die Remission bei Morbus Crohn unterstützen, resümieren die Forschenden.
Nun seien allerdings noch weitere klinische Studien mit einer größeren Anzahl an Teilnehmenden erforderlich, um die Sicherheit und Wirksamkeit des intermittierenden Fastens bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu überprüfen. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Crohn's & Colitis Foundation of America: Intermittent fasting cut Crohn’s disease activity by 40% and halved inflammation in randomized clinical trial (09.02.2026), eurekalert.org
- Natasha Haskey, Jiayu Ye, Ayva Lewis, Munazza Yousuf, Raylene A. Reimer, Maitreyi Raman: Time Restricted Feeding Reduces Body Mass Index, Visceral Adiposity, Systemic Inflammation, and Clinical Disease Activity in Adults with Crohn’s Disease: A randomized controlled study; in: Gastroenterology (veröffentlicht 09.02.2026), gastrojournal.org
- Lucile Fontaine, Sophie Geyl, et al.: Diet and clinical remission in patients with inflammatory bowel disease: A multicenter cross-sectional study; in: Digestive and Liver Disease (veröffentlicht 30.12.2025), sciencedirect.com
Wichtiger Hinweis:
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