Kardiologie: Ab wann wird Herzrasen zur Lebensgefahr?

Harmloses und gefährliches Herzrasen schwer zu unterscheiden

Ein erstes Date oder die Aufregung vor einem Vorstellungsgespräch: Herzrasen kennen alle Menschen. Einen schnellen Pulsschlag haben wir auch, wenn wir Treppensteigen, Sex haben oder uns sportlich betätigen. Doch eine Tachykardie, wie Mediziner einen Pulsschlag bezeichnen, der 100 Schläge je Minute überragt, kann auch pathologisch sein. Die Deutsche Herzstiftung klärt daher auf, damit Laien wissen, wann es besser ist, zum Arzt zu gehen, um der Ursache auf den Grund zu gehen.


Wenn das Herz schneller schlägt, sind laut Angaben der Deutschen Herzstiftung meist Aufregung oder körperliche Anstrengung die Ursache. Sollte das Herz allerdings ohne erkennbaren Grund plötzlich zu rasen beginnen, mache dies einen Arztbesuch dringend erforderlich. Zudem helfe die Checkliste der Herzstiftung bei der Suche nach der Ursache.

Herzrasen kann ganz plötzlich auftreten und mit Schwindel oder sogar kurzem Bewusstseinsverlust einhergehen. (Bild: staras/fotolia.com)

Vorhofflimmern oft Ursache für Herzrasen

Plötzliches Herzrasen ist für die Betroffenen sehr unangenehm und wird zudem oft von Schwindel, Atemnot oder Angstgefühle begleitet, berichtet die Deutsche Herzstiftung. Derartige Anfälle seien in jedem Fall ärztlich abzuklären, da gefährliche Herzkrankheiten dahinter stecken können. So erreiche beispielsweise bei Vorhofflimmern die Herzfrequenzen über 140 Schlägen pro Minute.

„Diese häufigste Form von Herzrhythmusstörungen ist zwar nicht akut gefährlich, (…) allerdings können sich in den Vorhöfen Blutgerinnsel bilden, die dann in der Folge einen Schlaganfall auslösen können“, berichtet die Deutsche Herzstiftung. Von Vorhofflimmern seien in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen betroffen.

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Nicht immer besteht Grund zur Sorge

Grundsätzlich ist nicht jedes Herzrasen gefährlich. Bei Anfällen, die plötzlich, ohne jeden Anlass beginnen und sich sich durch Manöver wie das Trinken eines Glases Wassers beenden lassen, stehen „die Chancen gut, dass es sich um gutartiges Herzjagen handelt“, so die Mitteilung der Deutschen Herzstiftung. Zwar könne auch diese Form der Herzrhythmusstörung für Betroffene sehr belastend sein, aber in den meisten Fällen lasse sie sich heilen.

Untersuchung durch einen Kardiologen angeraten

Menschen mit Herzrhythmusstörungen reagieren laut Angaben der Deutschen Herzstiftung oft mit großer Unsicherheit auf ihre Beschwerden. Ob diese harmlos oder gefährlich sind und wie sie behandelt werden können, ist für sie nur schwer einzuschätzen. „Ob Herzrhythmusstörungen harmlos, weniger harmlos oder lebensbedrohlich sind, kann nur ein Kardiologe nach ausführlicher Untersuchung des Patienten entscheiden“, betont der Herzspezialist Professor Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Patienten, die aus dem Nichts heraus Anfälle von Herzrasen erleben, sollten dies daher dringend ärztlich überprüfen lassen. (sb, fp)