Kokosöl im Test: Gut zum Braten aber schlecht für den Cholesterinspiegel

Gesättigte Fettsäuren: Warum Kokosöl nur in Maßen verwendet werden sollte

Zwar wurde Kokosöl in der Vergangenheit immer wieder als wahres „Wunder- und Heilmittel“ angepriesen, doch inzwischen weisen immer mehr Experten darauf hin, dass dieses Öl doch nicht so gesund ist. Auch eine Expertin der Stiftung Warentest rät dazu, Kokosöl nur in Maßen zu verwenden. Denn es ist schlecht für den Cholesterinspiegel.


Gesund oder ungesund?

Früher war Kokosöl hierzulande fast nur in asiatischen Lebensmittelgeschäften oder in Naturkostläden zu finden. Das Pflanzenfett aus der Kokosnuss wurde jedoch immer populärer und ist heutzutage auch in vielen Supermärkten erhältlich. In den vergangenen Jahren wurde Kokosöl immer wieder als neues „Superfood“ angepriesen, das der Gesundheit dienen soll. Doch immer mehr Experten bezweifeln, dass Kokosöl tatsächlich die gesündere Alternative ist und raten teilweise vom Verzehr ab. Auch die Stiftung Warentest empfiehlt, das Öl nur in Maßen zu verwenden.

Die Stiftung Warentest hat 15 Kokosöle getestet. Eine Expertin der Stiftung rät, solche Öle nur in Maßen zu verwenden. (Bild: Picture Partners/fotolia.com)

15 Produkte getestet

Kokosöl liegt im Trend. Der Großteil der Produkte auf dem deutschen Markt trägt das Biosiegel und den Zusatz „nativ“.

Wie die Stiftung Warentest auf ihrer Webseite erklärt, bedeutet das, dass das Öl mit mechanischen Verfahren, ohne Wärmezufuhr aus Kokosnussfleisch gepresst wird und nicht weiter behandelt werden darf.

Die Konsistenz ist cremig bis fest, Kokosöl beginnt erst ab einer Temperatur von etwa 25 Grad zu schmelzen. Im warmen Klima seiner Heimat ist es flüssig – daher auch die Bezeichnung „Öl“.

Für die Dezember-Ausgabe ihrer Zeitschrift test hat die Stiftung Warentest 15 Kokosöle untersucht. Die Produkte stammen von den Philippinen, aus Sri Lanka und aus Vietnam. Sie kosten zwischen elf und 30 Euro pro Liter.

Gut zum Braten geeignet

Den Angaben zufolge sind die meisten Öle geschmacklich gut und eignen sich zum Braten, da sie sich sehr hoch erhitzen lassen. Lebensmittel wie Tofu oder Fleisch werden damit besonders knusprig.

Die Tester haben die Brateigenschaften der Öle mit dem Küchenklassiker Palmin verglichen. Auch Palmin basiert auf dem Fett der Kokosnuss, ist aber raffiniert und schmeckt daher neutral.

Laut einer Pressemitteilung erreichen fünf Kokosöle ein gutes test-Qualitätsurteil, sieben sind befriedigend, zwei ausreichend und eins mangelhaft.

Im Produkt von Aldi Nord wurden Schadstoffe gefunden, darunter Mineralölbestandteile und Weichmacher. Zudem ist es kein natives Kokosöl.

Den Angaben zufolge hat der Discounter sein „GutBio Bio Natives Kokosnussöl“ inzwischen aus dem Handel genommen.

Nur in Maßen verwenden

„Man sollte Kokosöl nur in Maßen verwenden, denn es enthält überwiegend gesättigte Fettsäuren, die das schlechte Cholesterin im Blut und damit auch das Risiko auf Herzkreislauferkrankungen erhöhen“, sagt Dr. Birgit Rehlender, Lebensmittelexpertin bei der Stiftung Warentest.

„Der Anteil gesättigter Fettsäuren im Kokosöl liegt bei 90 Prozent“, so die Expertin.

Zum Vergleich: Beim Olivenöl machen die gesättigten Fette nur 17 Prozent und beim Rapsöl sogar nur acht Prozent aus.

Kokosmilch lässt sich wie Sahne verwenden

Doch auch wenn es Kritik gibt, ist Kokosöl laut Fachleuten das einzige schonend gepresste Pflanzenöl, das unter großer Hitze keine gesundheitsschädlichen Transfette entwickelt.

Die Stiftung Warentest verweist auf ihrer Webseite auch noch auf den Unterschied zur Kokosmilch: Während Kokosöl wie jedes Öl praktisch zu 100 Prozent aus Fett besteht und 100 Gramm 900 Kilokalorien liefern, wartet Kokosmilch mit deutlich weniger von beidem auf.

Ihr Fettanteil liegt demnach oft um die 20 Prozent, der Energiegehalt um 180 Kilokalorien pro 100 Gramm. Kokosmilch lässt sich wie Sahne verwenden und punktet damit, dass es ein Drittel weniger Fett und Energie enthält als Sahne. (ad)