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Küchenschwämme mit unsichtbarem Übertragungsrisiko

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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30. Juni 2026
in News
Frau wäscht mit einem Küchenschwamm einen Teller ab.
Küchenschwämme bilden ein ideales Reservoir für Krankheitserreger. (Bild: Pixel-Shot/stock.adobe.com)
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Küchenschwämme sind ein ideales Reservoir für Krankheitserreger und schon bald nach Nutzungsbeginn finden sich in ihnen zahlreiche Arten von Keimen, darunter einige, die schwere Infektionskrankheiten auslösen können. Wie hoch das Risiko tatsächlich ist, wird von vielen unterschätzt.

Dass Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt angesichts der Ergebnisse einer aktuellen Studie, dass sich in Küchenschwämmen schnell verschiedene bakterielle Krankheitserreger ansiedeln und vermehren können. Im Prinzip müsste bereits nach einmaliger Reinigung einer Oberfläche, die mit rohem Fleisch in Kontakt war, der Schwamm ausgetauscht werden.

Schwämme ein Reservoir für Krankheitserreger

Fachleute des BfR haben in der Studie untersucht, ob sich Salmonellen, Escherichia coli und Staphylococcus aureus auf Küchenschwämmen ansiedeln und vermehren können und welches Übertragungspotenzial von den Küchenschwämmen ausgeht.

Alle untersuchten Bakterien konnten sich dabei ausgehend von recht geringen Keimzahlen innerhalb weniger Tage erheblich vermehren, berichtet das Forschungsteam. Besonders stark hätten sich Salmonellen und Escherichia coli vermehrt.

Die Schwämme bilden für die bakteriellen Erreger aufgrund ihrer porösen Oberfläche und der vorhandenen Feuchtigkeit ein ideales Reservoir und die Lebensmittelreste, die sich in den Schwämmen verfangen, liefern den Bakterien die benötigen Nährstoffe, erläutert das BfR.

Übertragung bereits bei leichtem Druck

Laut den Fachleuten konnten die Erreger auch eine mehrtägige Austrocknung unbeschadet überstehen und bereits ein leichter Druck habe ausgereicht, um die Keime von den Schwämmen auf eine Oberfläche zu übertragen.

So könnten die Bakterien letztlich auch auf Lebensmittel gelangen und zu einer Lebensmittelinfektion führen, für die oft schon sehr geringe Keimzahlen ausreichen, warnt das Bundesinstitut.

Keine Anzeichen der Verunreinigung erkennbar

Bemerkenswert sei zudem, dass den Schwämme die Verunreinigung weder am Geruch noch an sichtbare Verschmutzungen anzumerken war. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden anhand des Aussehens und Geruchs, wann ein Wechsel des Schwamms erforderlich ist, doch sind dies sehr unzuverlässige Indikatoren, so die Fachleute des BfR.

Demnach könnte der Küchenschwamm auch ohne verdächtige Anzeichen eine Quelle für Lebensmittelinfektionen sein, von denen laut BfR-Präsident Andreas Hensel nicht wenige ihren Ursprung im Privathaushalt haben.

„Insbesondere bei empfindlichen Personengruppen wie älteren oder kranken Menschen, aber auch kleinen Kindern können solche Infektionen durchaus gefährlich werden“, warnt Hensel.

Angesichts des Gesundheitsrisikos ist es wichtig, die Schwämme rechtzeitig zu wechseln, wobei allerdings die Art der Nutzung ein wesentliche Rolle spielt. Wurde ein Schwamm beispielsweise zum Reinigen von Oberflächen verwendet, die mit rohem Fleisch in Kontakt waren, sollte er anschließend entsorgt werden, erläutert das BfR.

Alternativ könne die Keimbelastung auch durch eine mindestens zweiminütige Behandlung mit über 70 °C heißem Wasser verringert werden. Insbesondere in Umgebungen, in denen Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr leben, sei jedoch ein häufiger Austausch der Küchenschwämme geboten.

Statt Küchenschwämmen können laut den Fachleuten auch Bürsten oder Mikrofaser-Tücher Verwendung finden. Diese hätten in früheren Studien eine geringere Keimbelastung als Schwämme aufgewiesen.

Zudem trocknen sie schneller und sie können in der Spül- bzw. Waschmaschine gereinigt werden, so das BfR. Damit die Keimbelastung wirksam reduziert werde, seien jedoch Reinigungsprogramme mit Temperaturen von mindestens 60 °C zu verwenden. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Szilvia Neuhaus, Simon H. Tausch, Konrad Gulich, Nils Körber, Josephine Grützke, Andreas Hensel, Sascha Al Dahouk, Ralf Dieckmann: Kitchen Sponges as Reservoirs of Foodborne Pathogens: Microbial Growth Dynamics, Surface Cross-Contamination, and Hygiene Implications; in: Journal of Food Protection (veröffentlicht 08.05.2026), sciencedirect.com
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Mikrokosmos Küchenschwamm: Verunreinigung mit Bakterien sieht, riecht und fühlt man nicht immer (veröffentlicht 29.06.2026), bfr.bund.de

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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