Lungenerkrankung: Erster gemeldeter Todesfall durch E-Zigaretten-Konsum

Ein Mann zieht an einer E-Zigarette

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Schwere Atemwegserkrankungen durch E-Zigaretten-Gebrauch – ein Toter

In den USA häufen sich die Fälle schwerer Atemwegserkrankungen, die mit dem Gebrauch von E-Zigaretten in Verbindung gebracht werden. Nun berichten US-Gesundheitsbehörden über den ersten Todesfall. Personen, die nach der Verwendung von elektronischen Zigaretten an bestimmten gesundheitlichen Problemen leiden, sollten sofort einen Arzt aufsuchen.


US-Gesundheitsbehörden gaben bekannt, dass im US-Bundesstaat Illinois vor wenigen Tagen ein erwachsener Patient gestorben ist, der sich nach dem Gebrauch von Vaporizern eine schwere Lungenerkrankung zugezogen hatte. Es handelt sich dabei wohl um den ersten Todesfall in den USA, der im Zusammenhang mit elektronischen Zigaretten steht.

Ein Mann zieht an einer E-Zigarette
In den USA häuft sich die Zahl schwererer Atemwegserkrankungen, die mit dem Gebrauch von E-Zigaretten in Verbindung gebracht werden. Vor wenigen Tagen gab es den ersten Todesfall. (Bid: esoxx01/fotolia.com)

Fast 200 Erkrankungen gemeldet

Wie das Illinois Department of Public Health (IDPH) in einer Mitteilung erklärte, hat die Behörde am Donnerstag von dem Tod des Mannes erfahren. Doch es gibt noch weitaus mehr Erkrankungen. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) haben sich 193 Menschen in 22 Bundesstaaten schwere Atemwegserkrankungen zugezogen. Gesundheitsexperten gehen zudem von einer nicht unerheblichen Dunkelziffer aus. Alle gemeldeten Krankheiten traten bei Teenagern oder Erwachsenen auf, die eine E-Zigarette benutzt hatten.

Doch auch wenn die Fälle ähnlich aussehen, ist nicht klar, ob diese Fälle eine gemeinsame Ursache haben oder ob es sich um verschiedene Krankheiten mit ähnlichen Erscheinungsformen handelt. Die staatlichen Gesundheitsämter untersuchen die möglichen Krankheitsursachen anhand von Patientenproben und E-Zigaretten-Produkten. Es soll geklärt werden, ob die Vaporizer selbst oder die benutzten Liquids für die Erkrankungen verantwortlich sind.

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Ileana Arias von der CDC erklärte: „Die Ermittler haben kein bestimmtes Produkt oder Mittel identifiziert, das mit allen Fällen in Zusammenhang steht.“ Bekannt ist aber, dass Patienten dem Gesundheitspersonal in vielen Fällen die kürzlich erfolgte Verwendung von Tetrahydrocannabinol (THC) -haltigen Produkten bestätigte.

Bei Symptomen sofort zum Arzt

Dem IDPH zufolge litten betroffene Personen an Atemwegsbeschwerden wie Atemnot, Husten und Müdigkeit. Bei einigen traten auch an Magen-Darm-Erkrankungen sowie Erbrechen und Durchfall auf. Die Symptome verschlechterten sich über einen Zeitraum von Tagen oder Wochen vor der Aufnahme in das Krankenhaus.

„Die Schwere der Krankheit, unter der Menschen leiden, ist alarmierend, und wir müssen bekanntgeben, dass das Verwenden von E-Zigaretten gefährlich sein kann“, sagte IDPH-Direktorin Dr. Ngozi Ezike. Personen, die in den Wochen oder Monaten nach dem Gebrauch von elektronischen Zigaretten an solchen Symptomen oder auch unter Brustschmerzen leiden oder litten, sollten laut dem IDPH sofort einen Arzt aufsuchen.

Mediziner, die Patienten mit unerwartet schweren Atemwegserkrankungen betreuen, sollten sich nach dem Gebrauch von E-Zigaretten erkundigen und gegebenenfalls an die zuständigen Behörden weitermelden.

Keine Alternative zur normalen Zigarette

E-Zigaretten werden zwar immer wieder als weniger gefährliche Alternative zu normalen Zigaretten beschrieben, doch es gibt zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, die die Gefahr der Verdampfer bestätigen. So berichteten Wissenschaftler von der University of Pennsylvania erst vor wenigen Tagen, dass E-Zigaretten das Risiko für Herzerkrankungen schon nach dem erstmaligen Gebrauch erhöhen. Zudem gibt es Hinweise, dass die elektrischen Verdampfer genauso schädlich für die Lunge sind wie normale Tabakwaren. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.