Mediziner erzielen Durchbruch bei der Behandlung von COPD

Testosteronersatztherapie verlangsamt Entwicklung von COPD

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) betrifft viele Menschen auf der ganzen Welt. Mediziner suchen schon länger nach Möglichkeiten, um COPD besser behandeln zu können. Forscher fanden jetzt heraus, dass eine sogenannte Testosteronersatztherapie die Entwicklung der chronischen obstruktiven Lungenerkrankung verlangsamt.


Die Wissenschaftler der University of Texas stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass eine Testosteronersatztherapie das Fortschreiten der chronischen obstruktiven Lungenerkrankung verlangsamt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Chronic Respiratory Disease“.

COPD ist eine ernsthafte Erkrankung, welche weltweit viele ältere Menschen betrifft und zu einer Schädigung der Lunge führt. (Bild:pathdoc/fotolia.com)

Was ist COPD?

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung führt bei den Betroffenen zu einer dauerhaften Schädigung der Lunge. Zusätzlich wirkt sich die Krankheit auch auf die Bronchien aus und führt zu einer Verengung der Atemwege. Betroffene bekommen nachdem die Krankheit vorangeschritten ist nur noch schwer Luft. Dies führt dazu, dass bereits geringe Belastungen im Alltag, wie beispielsweise Treppensteigen oder kurze Wege zu Fuß, zu Atemnot führen. Die Krankheit entwickelt sich nur langsam und wird von Betroffenen anfangs häufig als Raucherhusten oder Asthma eingestuft. Meist wird erst sehr spät erkannt, dass eine ernsthafte Erkrankung vorliegt. Durch die Behandlung von COPD versuchen Mediziner zu erreichen, dass das Voranschreiten der Krankheit verlangsamt wird.

COPD in Zukunft die weltweit dritthäufigste Ursache für einen vorzeitgen Tod

Die Weltgesundheitsorganisation WHO prognostiziert, dass COPD bis zum Jahr 2030 weltweit die dritthäufigste Ursache für einen vorzeitigen Tod sein wird. Häufig haben Männer mit COPD einen niedrigen Testosteronspiegel. Diese Männer mit COPD leiden unter Kurzatmigkeit und nehmen zur Behandlung oft Medikamente, welche auf Steroiden basieren. Die Einnahme solcher Medikamente über einen langen Zeitraum kann dazu führen, dass betroffene Männer einen niedrigen Testosteronspiegel entwickeln, erläutern die Mediziner.

Wie wirkt sich die Behandlung auf Krankenhausaufenthalte aus?

Frühere Studien haben gezeigt, dass die Testosteronersatztherapie bei Männern mit COPD eine positive Wirkung auf die Lungenfunktion haben kann, erklärt Studienautor Jacques Baillargeon von der medizinischen Fakultät der University of Texas in Galveston. Das Ziel der aktuellen Studie war es, herauszufinden, ob die Testosteronersatztherapie das Risiko für Krankenhausaufenthalte aufgrund von Atembeschwerden bei Männern mittleren und hohen Alters mit COPD reduziert.

Was waren die Ergebnisse der Studie?

Die Mediziner stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass die Einnahme von Testosteron im Vergleich zu Nichtkonsumenten einen größeren Rückgang der Krankenhausaufenthalte wegen Atemwegsbeschwerden zur Folge hat. Insbesondere bei Patienten im mittleren Alter gab es einen um 4,2 Prozent größeren Rückgang der Krankenhausaufenthalte wegen Atemwegsbeschwerden, verglichen mit Männern, welche kein Testosteron einnahmen. Bei älteren Anwendern gab es sogar einen Rückgang von 9,1 Prozent bei Krankenhausaufenthalten wegen Erkrankungen der Atemwege, sagt Baillargeon. Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass eine Testosteronersatztherapie das Fortschreiten der Krankheit bei Männern mit COPD verlangsamen kann, fügt der Experte hinzu. (as)