Motivierende Fitness: E-Bikes fördern Gesundheit auch bei Übergewicht und im Alter

Volker Blasek

E-Bikes haben gleiche Effekte auf Fitness wie herkömmliche Fahrräder

Gute Neuigkeiten für E-Bike-Freunde und Interessierte: Die Effektivität des E-Bikes in Sachen Gesundheits- und Fitnesstraining ist einer Schweizer Studie zufolge vergleichbar mit der des herkömmlichen Fahrrads. Insbesondere für übergewichtige, untrainierte und ältere Personen bietet das E-Bike eine gute Möglichkeit fitter zu werden.


Wissenschaftler der Universität Basel berichten, dass das E-Bike sich effektiv zur Gesundheits- und Fitnessförderung eignet. Es sei sogar vergleichbar mit normalen Fahrrädern. Die Forscher stellten in einer Studie fest, dass das Training mit dem E-Bike keineswegs weniger effektiv ist, als herkömmliches Fahrradfahren. Die Nutzen für die Gesundheit und Fitness seien vergleichbar. Die Ergebnisse wurden kürzlich in dem Fachmagazin „Clinical Journal of Sport Medicine“ publiziert.

Den Ergebnissen einer Schweizer Studie zufolge hat E-Bike fahren ähnlich gute Effekte auf die Fitness und Gesundheit wie herkömmliches Fahrradfahren. Tendenziell soll das Fahren mit elektrischer Unterstützung sogar motivierender sein. (Bild: studio4pic/fotolia.com)

In vier Wochen Erfolge erzielen

Die Schweizer Forschungsgruppe des Departements Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel hat in ihrer Studienarbeit herausgefunden, dass die körperliche Beanspruchung bei der Nutzung des E-Bikes vergleichbare Nutzen für Gesundheit und Fitness hat, wie das herkömmliche Fahrradfahren. In einem relativ kurzen Zeitraum von vier Wochen konnten die Wissenschaftler eine Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit bei den Probanden dokumentieren.

Übergewichtige profitieren vom E-Bike fahren

Rund 30 Probanden der Studie wurden als übergewichtig und untrainiert eingestuft. Sie hatten einen Body-Mass-Index zwischen 28 und 29. In medizinischen Voruntersuchungen wurde die Sauerstoffaufnahmekapazität (VO2) der Teilnehmer festgehalten. Dieser Wert gibt an, wie der Körper Sauerstoff aufnehmen und verwerten kann.

Drei Mal pro Woche sechs Kilometer

Alle Probanden mussten an mindestens drei Tagen in der Woche eine Wegstrecke von mindestens sechs Kilometern zurücklegen. Die Hälfte der Teilnehmer fuhr ohne elektrische Hilfen, die andere Hälfte auf einem E-Bike. Vorgaben im Hinblick auf Geschwindigkeit und die Intensität des Trainings wurden nicht gegeben. Als zusätzliche Messinstrumente wurden Herzfrequenzmesser und GPS-Geräte eingesetzt.

E-Bike fahren senkt das Risiko an Herzerkrankungen zu sterben

Nach vier Wochen wurden die Probanden erneut untersucht. Das erstaunliche Ergebnis: Gemessen an ihrem VO2-Wert entwickelten beide Gruppen ihre Fitness vergleichbar gut. Laut den Experten ist die Aufrechterhaltung dieser Verbesserung mit einer klinisch relevanten Risikosenkung verbunden, an Herzkrankheiten zu sterben. Außerdem konnten die Forscher feststellen, dass die Herzen der Probanden in beiden Gruppen ökonomischer arbeiteten.

Dank E-Bike motivierter trainieren

Neben den Verbesserungen, die für beide Fahrrad-Gruppen zählte, konnten die Sport-Experten auch feststellen, dass die Teilnehmenden der E-Bike-Gruppe im Durchschnitt mit höherer Geschwindigkeit unterwegs waren und auch mehr Höhenmeter absolvierten. „Das gibt uns einen Hinweis, dass das E-Bike die Motivation steigern und Übergewichtigen wie auch älteren Menschen helfen kann, die sich mit regelmäßiger Fitness ansonsten schwer tun würden“, berichtet Studienleiter Arno Schmidt-Trucksäss, Professor für Sportmedizin an der Universität Basel in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen.

Regelmässiges E-Bike fahren erzielt dauerhafte gesundheitliche Vorteile

„Wer regelmässig mit dem E-Bike trainiert, profitiert dauerhaft und zwar nicht nur im Hinblick auf die Fitness, sondern auch auf andere Faktoren wie Blutdruck, Fettstoffwechsel und Psyche“, resümiert der Sport-Professor. Laut dem Forscherteam liefere die Studie wichtige Hinweise zum Präventionspotenzial von E-Bikes. (vb)