Nachtschichtarbeit erhöht bei Frauen nicht das Risiko für Brustkrebs

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Wie wirkt sich Nachtschichtarbeit von Frauen auf das Brustkrebsrisiko aus?

Bereits seit Jahrzehnten behaupten viele Experten, dass es einen Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und Brustkrebs bei Frauen gibt. Forschende fanden jetzt aber heraus, dass Nachtschichtarbeit bei Frauen nicht das Risiko für Brustkrebs erhöht.


Bei der aktuellen Untersuchung des Institute of Cancer Research in London wurde festgestellt, dass Nachtschichtarbeit keinen Einfluss auf das Risiko für Brustkrebs bei Frauen hat. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „British Journal of Cancer“ publiziert.

Frauen sollten nicht besorgt sein, dass ihre Arbeit in der Nachtschicht zu einem erhöhten Risiko für Brustkrebs beiträgt. (Monkey Bild: Business/fotolia)

Metaanalyse stellt kein erhöhtes Risiko fest

Im Jahr 2007 kam die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) zu dem Schluss, dass Schichtarbeit, welche den natürlichen Schlaf-Wach-Zyklus des Körpers stört, wahrscheinlich krebserregend ist. Die aktuelle Studie baut jedoch auf den Schlussfolgerungen einer Metaanalyse vom Jahr 2016 auf, aus der hervorgeht, dass es kaum oder keine Assoziationen gibt. Für die britische Studie wurden 102.869 Frauen über einen Zeitraum von zehn Jahre untersucht und medizinisch überwacht. Diese Studie war aufgrund des höheren Durchschnittsalters der Teilnehmenden und der begrenzten Einzelheiten zur Art der Schichtarbeit von Frauen in Frage gestellt worden. Das durchschnittliche Alter der Teilnehmenden zum Zeitpunkt der Rekrutierung in der Studie betrug 45 Jahre, und 17,5 Prozent der Personen gaben an, in den letzten zehn Jahren regelmäßig zwischen 22 Uhr und sieben Uhr morgens gearbeitet zu haben.

2.059 Frauen entwickelten invasiven Brustkrebs

Die Forschenden konnten während der Untersuchung beobachten, dass 2.059 von 102.869 Frauen invasiven Brustkrebs entwickelten. Unter Berücksichtigung verschiedener Risikofaktoren stellten die Forschenden keinen Gesamtzusammenhang zwischen dem Krebs und der Nachtschichtarbeit fest. Sie fanden auch keinen signifikanten Unterschied im Risiko in Bezug auf die Art der Nachtschichtarbeit, dem Alter, in dem die Arbeit begonnen wurde, und ob die Schichtarbeit in der Nacht vor oder nach einer ersten Schwangerschaft begann.

In der Nachtschicht arbeitende Frauen sollten sich keine Sorgen machen

Der einzige statistisch signifikante Trend wurde speziell bei den durchschnittlichen nächtlichen Arbeitsstunden pro Woche festgestellt, aber die Autoren erläuterten, dass dies nicht durch frühere Beweise oder eine vorgeschlagene biologische Erklärung gestützt wurde. Die Forschenden hoffen, dass die aktuellen Ergebnisse dazu beitragen, Hunderttausende Frauen zu beruhigen, welche in Nachtschichten arbeiten. Die betroffenen Frauen können davon ausgehen, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass ihre beruflichen Muster ihr Risiko für Brustkrebs erhöhen. (as)