Neuer Bluttest kann Hautkrebs sehr viel früher feststellen

Wird ein neuer Bluttest die Diagnose von Hautkrebs revolutionieren?

Hautkrebs ist eine Erkrankung, welche immer mehr Menschen betrifft. Eine frühzeitige Diagnose verbessert dabei deutlich die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Wissenschaftler in Australien haben jetzt den weltweit ersten Bluttest entwickelt, welcher in der Lage ist Hautkrebs zu erkennen, bevor dieser sich im Körper ausbreitet.


Die Forscher der Edith Cowan University entwickelten bei ihrer aktuellen Untersuchung einen Bluttest, der Hautkrebs erkennt, noch bevor die Erkrankung sich im Körper ausbreiten kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Oncotarget“.

Hautkrebs ist eine gefährliche Erkrankung, welche weltweit immer mehr Menschen betrifft. Dabei auftretende Melanome können leicht mit Muttermalen verwechselt werden. (Bild: glisic_albina/fotolia.com)

Neuer Bluttest könnte kostspielige Biopsien vermeiden

Der neue Bluttest könnte die Früherkennung von Melanomen ermöglichen, der tödlichsten Form von Hautkrebs, und so die Aussichten auf eine effektive Behandlung erhöhen. Er kann auch dazu beitragen, invasive und kostspielige Biopsien zu vermeiden, erläutern die Autoren der Studie.

Unterscheidung zwischen Melanomen und Muttermalen ist schwierig

Der Bluttest ist viel genauer, als die gegenwärtige Methode zur Diagnose dieser Form von Krebs. Die Diagnose umfasst normalerweise eine Untersuchung durch einen Arzt. Dieser betrachtet die Haut und vorhandene Muttermale bei den Patienten. Wenn sich die Muttermale stark verändert oder vergrößert haben, wird häufig eine Probe für eine genauere Untersuchung entnommen. Aber ein Melanom im Frühstadium kann oft schwierig von einem Muttermal unterschieden werden, erklären die Experten.

Wie funktioniert der Test?

Obwohl Mediziner mit den bisherigen Mitteln gute Arbeit leisten, kann der Einsatz von Biopsien allein problematisch sein, erklärt Studienautorin Pauline Zaenker von der Edith Cowan University. Der Körper fange jedoch an, Antikörper zu produzieren, sobald sich ein Melanom entwickelt. Anhand dieser könne der Krebs bereits in einem sehr frühen Stadium mit dem neuen Bluttest nachgewiesen werden. Keine andere Art von Biomarker im Blut ist dazu geeignet, den Krebs in diesen frühen Stadien zu erkennen, fügt die Expertin hinzu.

Melanome breiten sich auf andere Teile des Körpers aus

Melanome, die typischerweise durch Sonneneinstrahlung verursacht werden, können sich, wenn sie nicht entdeckt werden, auf andere Teile des Körpers wie Lunge, Leber und Gehirn ausbreiten. Diese sekundären Melanome können dann gefährlicher und schwerer zu behandeln sein.

Bluttest erkennt über 81 Prozent der Fälle mit Erkrankung

Der neue Bluttest wurde an 245 Personen mit Krebs in einem frühen Stadium durchgeführt. Der Test erkannte die Erkrankung in 81,5 Prozent aller Fälle. Ein Melanom-Nachweis vor der Ausbreitung kann zu einer Fünfjahres-Überlebensrate von 90 bis 99 Prozent führen, aber die Überlebensrate von Menschen mit sekundären Formen liegt bei weniger als 50 Prozent, sagen die Forscher.

Melanome müssen früher diagnostiziert werden

Die Experten erklären, dass der Test für ein routinemäßiges Screening von Menschen mit einem höheren Risiko von Melanomen – wie solche mit einer großen Anzahl von Muttermalen, blasser Haut oder einer Familiengeschichte der Krankheit – verwendet werden könnte. Es ist wichtig, dass das Melanom genauer und früher diagnostiziert wird, sagt Studienautorin Professor Mel Ziman von der Edith Cowan University. Der neue Bluttest könne bei dieser Identifizierung helfen, besonders bei Melanomen im Frühstadium.

Welche Menschen bekommen häufig Hautkrebs?

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) tritt Hautkrebs häufiger bei Kaukasiern, vor allem bei Menschen mit blasser Haut oder vielen Sommersprossen, blondem oder rotem Haar oder blauen Augen auf. Bei ihnen könnte möglicherweise ein Screening mittels des neuen Tests angebracht sein. Die Forscher planen weitere klinische Studien und glauben, dass der Test in drei bis fünf Jahren verfügbar sein könnte. (as)