Neues Medikament soll altersbedingte Sehschwächen aufhalten

Neue Hoffnung für Menschen mit Makuladegeneration

Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer altersbedingten Makuladegeneration. Diese degenerative Erkrankung des Auges ist mit Abstand die häufigste Erblindungsursache und ein häufiger Grund, warum wir mit zunehmenden Alter immer schlechter sehen können. Ein deutsches Forschungsteam entwickelt zur Zeit ein Medikament, dass den fortschreitenden Verfall des Auges aufhalten kann.


Forschende der Universität Duisburg-Essen haben einen neuen Wirkstoff entwickelt, der die häufigste Ursache für altersbedingte Sehschwächen und Erblindung aufhalten kann. Die zentrale Rolle spielt dabei ein Enzym, das wesentlich zum Abbau der Makula beiträgt. Die Makula, auch als Gelber Fleck bezeichnet, ist ein zentraler Bereich der Netzhaut, der die größte Dichte an Sinneszellen im Auge aufweist. Sie ist wesentlich für den Sehsinn. Das Forschungsteam entwickelt derzeit einen neuen Wirkstoffe, der das verantwortliche Enzym hemmen und so den Abbau der Makula aufhalten soll.

In einem aktuellen Forschungsprojekt soll innerhalb der nächsten drei Jahre ein Medikament entstehen, dass die altersbedingte Sehschwäche AMD aufhält. (Bild: Sergey Nivens/fotolia.com)

Sehschwächen im Alter könnten bald der Vergangenheit angehören

Wenn mit zunehmenden Alter plötzlich Buchstaben und Gesichter verschwimmen, kann die altersbedingten Makuladegeneration (AMD) daran schuld sein. Das Team um den Mikrobiologen Professor Dr. Michael Ehrmann fand heraus, dass das Enzym HTRA1-Protease hauptsächlich für den Abbau des wichtigsten Teiles der Netzhaut verantwortlich ist. „Deshalb versuchen wir nun, HTRA1 gezielt zu hemmen, um das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen“, berichtet der Professor in einer Pressemitteilung zu dem Forschungsprojekt.

Stand der Forschung

Das Team hat bereits eine Reihe chemischer Substanzen identifiziert, die in der Lage sind, das Enzym HTRA1-Protease zu blockieren. Nun arbeiten die Forschenden daran, diese Substanzen so zu optimieren, dass sie alle Anforderungen an einen medizinischen Wirkstoff erfüllen. „Angesichts einer weltweit alternden Bevölkerung benötigen wir dringend bessere Möglichkeiten, um AMD behandeln zu können“, betont Ehrmann. Das Forschungsprojekt soll in drei Jahren abgeschlossen sein und wird mit über 900.000 Euro durch den Leitmarktwettbewerb LifeSciences.NRW unterstützt. (vb)