Nutzung von E-Zigaretten erhöht Risiko für Herzinfarkte und Depressionen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Sind E-Zigaretten doch schädlicher als normale Zigaretten?

Eine aktuelle amerikanische Studie legt nahe, dass die Nutzung von E-Zigaretten mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Herzinfarkten zusammenhängt. Zusätzlich scheinen Betroffene auch häufiger unter Depressionen zu leiden.


Die Wissenschaftler der University of Kansas stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass die Nutzung von E-Zigaretten zu erhöhten Raten von Herzinfarkten und Depressionen führen kann, verglichen mit Menschen, welche keine E-Zigaretten nutzen. Die Experten veröffentlichen die Ergebnisse ihrer Studie beim diesjährigen Treffen des American College of Cardiology am 18. März 2019.

Mediziner klären jetzt über die Gefahren der Nutzung von E-Zigaretten auf. (Bild: tibanna79/fotolia.com)

Erhöhte Risiken durch E-Zigaretten

Ein Nutzung von E-Zigaretten führt Laut der Studie dazu, dass sich die Häufigkeit für auftretende Herzinfarkte um 34 Prozent erhöht, 25 Prozent häufiger eine Herzkrankheit auftritt und Menschen zu 55 Prozent häufiger an Depressionen oder Angstzuständen leiden. Diese Assoziationen trafen auch dann zu, wenn andere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Alter, hoher Cholesterinspiegel, Blutdruck, Geschlecht, Rauchen und Body-Mass-Index berücksichtigt wurden. Durch die Studie konnte nicht genau festgestellt werden, ob das erhöhte Risiko bereits vor der Verwendung von E-Zigaretten vorhanden war oder ob das Risiko direkt durch die inhalierten Stoffe entsteht, erläutern die Mediziner. Bisher war wenig über kardiovaskuläre Ereignisse im Zusammenhang mit der Verwendung von E-Zigaretten bekannt, fügt Studienautor Dr. Mohinder Vindhyal von der University of Kansas hinzu. Die Forschenden sehen in ihren Ergebnisse einen regelrechten Weckruf und fordern mehr Aufmerksamkeit für die Gefahren durch E-Zigaretten. Wenn das Risiko eines Herzinfarkts unter den Anwendern von E-Zigaretten im Vergleich zu Nichtrauchern um bis zu 34 Prozent steigt, ist es nicht zu empfehlen, dass Menschen solche Produkte verwenden, raten die Experten.

Auswirkungen des Zigarettenrauchens wesentlich schlimmer

Für die Studie wurden die Daten von insgesamt 96.467 Probanden der sogenannten National Health Interview Survey ausgewertet. Hierbei handelte es sich um eine Umfrage der Centers for Disease Control and Prevention. Herkömmliche Zigarettenraucher hatten eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt (165 Prozent), eine Erkrankung der Koronararterie (94 Prozent) und einen Schlaganfall (78 Prozent) zu entwickeln, verglichen mit nicht rauchenden Menschen. Außerdem hatten rauchende Probanden auch häufiger einen erhöhten Blutdruck, Diabetes, Durchblutungsstörungen und Depressionen oder Angstzustände. Das Rauchen von Zigaretten führt zwar zu einem viel höheren Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle als E-Zigaretten, dies bedeute aber nicht, dass die Verwendung von E-Zigaretten gesund oder sicher sei, sagen die Wissenschaftler. E-Zigaretten können durchaus giftige Verbindungen freisetzen. Genauer betrachtet fiel auf, dass ungeachtet der Häufigkeit, mit der jemand täglich oder nur an manchen Tagen E-Zigaretten verwendete, immer noch ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder eine Erkrankung der Herzkranzgefäße auftrat.

Aromen modifizieren die vorhandenen Risiken

Die Ergebnisse unterstützten frühere Untersuchungen zu den Auswirkungen von E-Zigaretten, die darauf hindeuten, dass die Nutzung von E-Zigaretten gesundheitsschädlicher sein könnte als bislang vermutet. Das erhöhte Risiko hängt vor allem von den in den E-Zigaretten genutzten Aromen ab. Diese können die Lunge stark schädigen und sogar eine Lungenentzündung auslösen. Durch die enthaltenen Aromen könne bereits eine kurzzeitige Verwendung von E-Zigaretten zu großen Schäden führen, welche eventuell sogar größer seien als beim Rauchen von normalen Zigaretten, mutmaßen die Experten. (as)