Regelmäßige Saunagänge senken Risiken für Schlaganfall deutlich

Häufiges Saunieren kann vor Schlaganfall schützen

Für manche Menschen sind Sauna-Besuche Teil des Wellnessangebots, für andere sind sie ein wichtiger Beitrag zur Vorbeugung gegen Krankheiten. Der heftige Wechsel zwischen extremer Hitze und Abkühlung stärkt das Immunsystem und wirkt sich positiv auf Herz, Gefäße, Atemwege und Stoffwechsel aus. In einer Studie hat sich nun gezeigt, dass häufiges Saunieren auch das Schlaganfall-Risiko mindert.


Reduziertes Schlaganfall-Risiko

Forscher haben herausgefunden, dass häufige Saunabesuche mit einem reduzierten Schlaganfallrisiko verbunden sind. Die Wissenschaftler um Dr. Setor Kunutsor vom Bristol Biomedical Research Centre stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Menschen, welche vier bis sieben Mal pro Woche eine Sauna aufsuchten, eine um 61 Prozent reduzierte Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines Hirninfarkts aufwiesen, verglichen mit nur einmal in der Woche eine Sauna nutzende Menschen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Neurology“.

Saunieren gilt als gesund. Es stärkt das Immunsystem und kann vor Krankheiten schützen. Forscher haben nun herausgefunden, dass häufige Saunabesuche mit einem reduzierten Schlaganfallrisiko verbunden sind. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Studienteilnehmer aus Finnland

Die Ergebnisse der aktuellen Studie basieren auf der populationsbasierten Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor (KIHD) Studie, an der insgesamt 1.628 Männer und Frauen im Alter von 53 bis 74 Jahren beteiligt waren. Die Teilnehmer lebten im östlichen Teil von Finnland.

Basierend auf der Häufigkeit der Nutzung von traditionellen finnischen Saunabädern (relative Luftfeuchtigkeit 10-20 Prozent) wurden die Studienteilnehmer in drei Gruppen eingeteilt.

Die erste Gruppe suchte einmal in der Woche eine Sauna auf. Die zweite Gruppe ging zwei bis drei Mal pro Woche in die Sauna. Die Teilnehmer der dritten Gruppe führten vier bis sieben mal pro Woche einen Saunabesuch durch, erläutern die Forscher.

Häufigere Sauna-Sitzungen reduzierten das Risiko stärker

Die Mediziner konnten feststellen, dass je häufiger die Probanden eine Sauna aufsuchten, desto geringer war ihr Risiko einen Schlaganfall zu erleiden.

Im Vergleich zu Personen, die nur eine Stunde in der Woche eine Sauna besuchten, war das Risiko bei zwei bis drei Sauna-Sitzungen um 14 Prozent reduziert, wenn Menschen vier bis sieben mal in der Woche in die Sauna gingen, sank dadurch das Risiko sogar um 61 Prozent.

Die Assoziation bestand auch weiter bei Berücksichtigung der klassischen Schlaganfallrisiko-Faktoren wie Alter, Geschlecht, Diabetes, Body-Mass-Index, Blutfett, Alkoholkonsum, körperliche Aktivität und sozioökonomischer Status.

Die Stärke der Assoziation war bei Männern und Frauen ähnlich, sagen die Wissenschaftler.

„Die Ergebnisse sind sehr signifikant und unterstreichen die vielfältigen gesundheitlichen Vorteile von häufigen Saunabädern“, erläutert Studienautor Dr. Setor Kunutsor von der University of Bristol in einer Pressemitteilung.

Verbesserte Herz-Kreislauf-Funktion

Frühere Ergebnisse der KIHD-Studie haben gezeigt, dass häufiges Saunieren auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Gesamtmortalität signifikant reduziert.

Den Forschern zufolge könnten Mechanismen, welche die Assoziation der Saunabesuche mit einem reduzierten Schlaganfall bedingen, eine Senkung des Blutdrucks, eine Stimulierung des Immunsystems, eine positive Wirkung auf das autonome Nervensystem und eine verbesserte Herz-Kreislauf-Funktion umfassen.

In einer kürzlich durchgeführten experimentellen Studie zeigte dieselbe Gruppe von Wissenschaftlern, dass Saunabesuche akute Auswirkungen auf die Steifheit der Arterienwand haben. Dies beeinflusst den Blutdruck und die kardialen Funktionsparameter.

Manche Menschen müssen beim Saunieren vorsichtig sein

Trotz der positiven Auswirkungen häufiger Sauna-Gänge sollten bestimmte Personengruppen beim Saunieren vorsichtig sein. Dies gilt unter anderem für Menschen mit starken Krampfadern oder anderen venösen Gefäßerkrankungen.

Und auch bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie der koronaren Herzkrankheit (KHK), Herzrhythmusstörungen (Herzflattern, Herzrasen) oder Bluthochdruck sollten sich Patienten vor einem Sauna-Besuch ärztlichen Rat holen.

Bei Kreislaufbeschwerden wie Schwindel sollte ebenfalls nicht sauniert werden. (as, ad)