Saunabesuchen wird allgemein eine positive Wirkung auf das Immunsystem zugeschrieben. Eine neue Studie zeigt nun, dass das Saunabaden tatsächlich die Freisetzung weißer Blutkörperchen fördert und so die Immunabwehr stärkt.
Ein finnisch-kanadisches Forschungsteam hat untersucht, wie Saunabesuche die Mobilisierung von Immunzellen und zirkulierenden Zytokinen beeinflussen. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Temperature“ veröffentlicht.
Saunabesuche fördern die Gesundheit
Saunabaden wird mit verschiedenen Gesundheitsvorteilen in Zusammenhang gebracht und frühere Studien haben bereits auf ein verringertes Risiko der Morbidität und Mortalität durch regelmäßige Besuche in finnischen Saunen hingedeutet, erläutern die Forschende.
An 51 Erwachsenen (27 Frauen und 24 Männer) untersuchten die Fachleute nun, welchen Einfluss Saunabesuche auf die Mobilisierung von Immunzellen (Leukozyten; weiße Blutkörperchen) und die im Blut zirkulierenden Zytokine haben, um mögliche Ursache für die positiven Gesundheitseffekte zu ermitteln.
Welcher Wirkung ist nachweisbar?
Die Teilnehmenden absolvierten eine 30-minütige Sitzung in einer finnischen Sauna bei einer Temperatur von über 73 °C und mit einer kalten Dusche sowie eine kurzen Abkühlphase nach der Hälfte der Zeit.
Außerdem wurden Blutproben vor dem Saunagang, unmittelbar danach und 30 Minuten später genommen, um diese auf weiße Blutkörperchen und 37 Zytokine zu analysieren, erläutert das Team.
Anstieg der weißen Blutkörperchen
Die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) stieg nach dem Saunagang signifikant an und blieb auch 30 Minuten später noch leicht erhöht, berichten die Forschenden. Auf die Zytokine habe das das Saunabaden nur geringe Auswirkungen gezeigt.
Die Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutrophile, Lymphozyten) sei unmittelbar nach der Sauna deutlich gestiegen, habe sich aber nach 30 Minuten wieder normalisiert, während die Werte der Monozyten, Eosinophilen und Basophilen laut den Fachleuten erhöht blieben.
„Dies deutet darauf hin, dass Saunabesuche zusätzliche weiße Blutkörperchen aus dem Gewebe in den Blutkreislauf mobilisieren, wo sie nach dem Besuch wieder abgelagert werden“, so der Studienautor Ilkka Heinonen von der Universität Turku.
Verbesserte Immunabwehr
Die Freisetzung weißer Blutkörperchen in den Blutkreislauf wirke vorteilhaft, da diese, sobald sie ihre Speicherorte verlassen, den Körper besser überwachen und auf Krankheitserreger reagieren können.
Zirkulierende weiße Blutkörperchen spielen eine Schlüsselrolle bei der Abwehr verschiedener Krankheitserreger und Erkrankungen, betonen die Forschenden.
Die neuen Erkenntnisse könnten nach Ansicht des Teams auch zur Erklärung der bereits beobachteten positiven Gesundheitseffekte des Saunabadens beitragen. Endgültige Schlussfolgerungen seien allerdings noch nicht möglich, da in der Studie lediglich die Auswirkungen einer einzigen Saunasitzung untersucht wurden. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- University of Eastern Finland: Sauna bathing may boost immune responses (veröffentlicht 09.04.2026), eurekalert.org
- Ilkka H.A. Heinonen, Tiia Koivula, Maija Hollmén, Jaakko Immonen, Setor K. Kunutsor, Sirpa Jalkanen, Jari A. Laukkanen: Acute Finnish sauna heat exposure induces stronger immune cell than cytokine responses; in: Temperature (veröffentlicht 31.03.2026), tandfonline.com
Wichtiger Hinweis:
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