Eine optimistische Grundhaltung kann offenbar das Demenz-Risiko im Alter deutlich senken. Damit eröffnen sich auch neue Ansätze, um auf psychologischer Ebene einen Beitrag zur Demenz-Prävention zu leisten.
Forschende der Harvard T. H. Chan School of Public Health und der Rush University haben in einer aktuellen Studie die Zusammenhänge zwischen Optimismus und dem Risiko einer Demenzerkrankung untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „Journal of the American Geriatrics Society“ veröffentlicht.
Vorteile für die kognitiven Funktionen
Eine optimistische Lebenseinstellung wurde in verschiedenen früheren Forschungsarbeiten bereits mit Vorteilen für die kognitiven Funktionen wie einer höheren kognitiven Leistungsfähigkeit und einem langsameren Abbau der kognitiven Fähigkeiten im Alter in Verbindung gebracht, berichtet das Team.
Anhand der Daten von mehr als 9.000 Teilnehmenden der Health and Retirement Study, einer national repräsentativen Stichprobe älterer Erwachsener in den USA, untersuchten die Fachleute daher, ob Optimismus auch mit einem geringeren Demenz-Risiko in Zusammenhang steht.
Mit Hilfe spezieller Tests ermittelte das Team nicht nur die kognitive Leistungsfähigkeit, sondern auch den Optimismus der Teilnehmenden. Zudem wurde das Auftreten von Demenzerkrankungen über einen Zeitraum von bis zu 14 Jahren erfasst.
Reduziertes Demenz-Risiko
„Wir beobachteten, dass eine Erhöhung des Optimismus mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung einer Demenz verbunden war“, schreiben die Forschenden. Dies habe sich auch nach Berücksichtigung anderer Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen oder Bildungsstand bestätigt.
Die Erhöhung um eine Standardeinheit auf der Skala der Optimismus-Bewertung war laut dem Forschungsteam mit einem um 15 Prozent reduzierten Risiko einer Demenzerkrankung verbunden. So entfaltet eine optimistische Grundhaltung offenbar eine gewisse Schutzwirkung gegenüber Demenz.
Optimismus fördert gesundes Altern
„Diese Ergebnisse deuten auf einen potenziellen Nutzen von Optimismus für ein gesundes Altern hin, der in zukünftigen Forschungsarbeiten zu Präventionsmaßnahmen gegen Demenz berücksichtigt werden sollte“, resümieren die Fachleute.
Positives Denken fällt zwar mitunter schwer, doch immer mehr Studien zeigen, dass die Gesundheit hiervon durchaus profitieren kann. Der Nutzen für die kognitiven Fähigkeiten ist beispielsweise nicht mehr von der Hand zu weisen, es bleibt nur die Frage, wie sich eine optimistisch Grundhaltung am besten erlernen lässt. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Säde Stenlund, Hayami K. Koga, Peter James, Justin Farmer, Colleen B. McGrath, Francine Grodstein, Laura D. Kubzansky: The Bright Side of Life: Optimism and Risk of Dementia; in: Journal of the American Geriatrics Society (veröffentlicht 08.04.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Wiley: Can optimism protect against dementia? (veröffentlicht 08.04.2026), eurekalert.org
Wichtiger Hinweis:
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